Abstimmung
Kein überwältigendes Ja für den neuen Kunstrasenplatz in Steinach: Die Stadt Rorschach kann den Steuerfuss senken

Der FC Steinach hat eine Erneuerung des Kunstrasens per Sommer 2022 beantragt. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben dazu am Abstimmungssonntag mit 445 zu 286 Stimmern Ja gesagt. Rechnungsabschlüsse und Budgets passieren die Urnenabstimmungen in der Region Rorschach problemlos.

Rudolf Hirtl
Drucken
Teilen
Der Kunstrasenplatz kann nach dem Ja der Steinacher Stimmberechtigten erneuert werden.

Der Kunstrasenplatz kann nach dem Ja der Steinacher Stimmberechtigten erneuert werden.

Bild: PD

Nach dem gestrigen Abstimmungssonntag ist klar, der FC bekommt auf der Steinacher «Bleiche» einen neuen Kunstrasen. Von den 2233 Stimmberechtigten nahmen 739 die Gelegenheit wahr, um ihre Meinung mittels Stimmkuvert kundzutun, was einer Stimmbeteiligung von 33,1 Prozent entspricht. Von den 731 gültigen Stimmen gingen 445 zugunsten einer Erneuerung des Kunstrasens per Sommer 2022 ein, immerhin 286 sprachen sich gegen einen neuen Plastikrasen aus.

Knapp 39 Prozent gegen eine Sanierung

Michael Aebisegger, Gemeindepräsident Steinach.

Michael Aebisegger, Gemeindepräsident Steinach.

Bild: PD

Im Vorfeld der Abstimmung hatte Gemeindepräsident Michael Aebisegger betont, dass der Steinacher Gemeinderat geschlossen hinter dem Anliegen des Fussballvereins stehe. Auch aus der Bevölkerung habe er keinen Widerstand wahrgenommen. Mit 442 zu 286 Stimmen fällt das Resultat nun zwar klar aus. Die knapp 39 Prozent Gegenstimmen zeigen aber auch, dass ein erheblicher Teil der Stimmbevölkerung das Sanierungsprojekt nicht wirklich als dringlich ansah. Der Anteil, den die Gemeinde nun zu zahlen hat, beträgt 540'000 Franken. Die restlichen 260'000 Franken decken der FC Steinach und die Sport-Toto-Gesellschaft.

Mit dem Abstimmungsresultat ist er zufrieden. Es sei ein klares und positives Zeichen für das Projekt. Aebisegger sagt:

«Wenn etwas zur Abstimmung kommt, von dem nicht alle profitieren, dann gibt es erfahrungsgemäss auch mehr Nein-Stimmen.»

Ausserdem sei es wahrscheinlich, dass diesmal der eine oder andere aus Sorge um den Gemeindehaushalt mit Nein gestimmt habe, zumal man sich wegen Covid-19 in einem schwierigen und unsicheren Umfeld befände. Der Gemeindepräsident betont, dass der FC nicht der einzige Verein sei, der von der Gemeinde profitiere. Zudem bringe die Sportanlage «Bleiche» einen Attraktivitätsgewinn. Zustimmung gab es in Steinach auch für den Rechnungsabschluss (666:66) und zu Budget und Steuerfuss mit 614 zu 120 Stimmen.

Thaler Steuerfuss bleibt attraktiv

Knapp über 30 Prozent Stimmbeteiligung gab es in der weiteren Region Rorschach ansonsten nur noch in der Gemeinde Thal. Mit 1150 zu 52 wurde die Rechnung 2020 genehmigt, die einen Gewinn von 1,9 Millionen Franken ausweist. Nicht weniger deutlich wurde das Budget 2021 angenommen, nämlich mit 1177 zu 38 Stimmen. Dieses weist für das laufende Jahr einen Aufwandüberschuss von 2,6 Millionen Franken aus, wobei der Steuerfuss bei attraktiven 89 Prozent belassen wird. Damit bleibt er der vierttiefste in der Grossregion Gossau-Waldkirch-Rorschach-Thal.

Noch etwas tiefer als in Thal ist er etwa in Tübach (82%). So bleibt es vorläufig auch, denn Tübachs Stimmberechtigte genehmigten das Budget 2021 mit 273 zu 8 Stimmen. Auch die Rechnung 2020, die mit über eine Million Franken besser abschliesst als budgetiert, findet Zustimmung (274:6).

Nur 38 stimmen gegen Entlastung des Gemeinderates

Um nicht weniger als 5,32 Millionen Franken hat sich der Gemeinderat Goldach beim Budget für das Jahr 2020 vertan. Statt des Aufwandüberschusses von 1,15 Millionen Franken, weist die Rechnung einen Ertragsüberschuss von 4,17 Millionen Franken aus. Wenig erstaunlich also, dass sie nur 38 nicht genehmigen wollen, 1520 sind zufrieden mit dem Abschluss. Auch das Budget ist mit 1467 zu 92 Stimmen eine klare Angelegenheit.

Rorschach senkt Steuerfuss um fünf Prozent

Das Budget 2021 der Stadt Rorschach präsentiert sich ausgeglichen und sieht die Senkung des Steuerfusses um fünf auf neu 129 Prozent vor. Die Stimmbürger segnen dieses Ansinnen mit 890 zu 47 Stimmen ab. Die Erfolgsrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 4,73 Millionen Franken wird ebenfalls genehmigt.

Auch in der Gemeinde Rorschacherberg finden Rechnung (998:60) und Budget (960:93) bei der brieflichen Abstimmung Zuspruch. Wie in allen anderen Gemeinden konnte aufgrund der Covid-19-Einschränkungen keine Bürgerversammlung durchgeführt werden.

Aktuelle Nachrichten