Deutsche Touristen zieht es nach Rorschach an den See

Rorschach wird bei Touristen immer beliebter. Die Region lockt vor allem Besucher aus Deutschland, Frankreich oder Österreich an. Doch auch aus den USA und China kommen vermehrt Touristen an den See.

Ines Biedenkapp
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Auch die Herberge in Rorschach ist bei deutschen Touristen beliebt, bestätigt Gastgeber Volkmar Hardegen. (Bild: Ines Biedenkapp)

Auch die Herberge in Rorschach ist bei deutschen Touristen beliebt, bestätigt Gastgeber Volkmar Hardegen. (Bild: Ines Biedenkapp)

«Es ist sehr erfreulich, wie sich die Region um Rorschach entwickelt hat», sagt Thomas Kirchhofer, Direktor St. Gallen-Bodensee Tourismus. «Die Besucherzahl ist mehr oder minder konstant geblieben.» Insgesamt nahmen die Übernachtungen bei Ausländern in Rorschach und Rorschacherberg um knapp 12 Prozent zu, während die Zahlen der Schweizer Übernachtungen um etwa 8 Prozent abnahm.

Dennoch sei eine Aussage der aktuellen Zahlen schwierig. Die Auswertungen für die Osterfeiertage im April liegen noch nicht vor, ein paar wichtige Tage für den Tourismus. «Dennoch kann man sagen, dass in den ersten drei Monaten überdurchschnittlich viele Deutsche der Region Rorschach einen Besuch abgestattet haben», sagt Kirchhofer.

Zunahme um 
32 Prozent

Während es im vergangenen Jahr von Januar bis März noch 907 Übernachtungen von Deutschen in der Region gab, sind es im gleichen Zeitraum diesen Jahres bereits 1112 Übernachtungen. Das entspricht einer Zunahme von 205 Übernachtungen.

Ähnlich sieht es bei den Übernachtung von Österreichern aus. Für diese Gruppe wurde gar eine Zunahme von 71,3 Prozent verzeichnet. «Allerdings muss man hier relativieren», sagt Kirchhofer.

«Denn wenn zuvor beispielsweise nur eine Übernachtung erfolgte und im nächsten Jahr zwei, dann haben wir schon eine überdurchschnittliche Zunahme, obwohl es insgesamt nur zwei Übernachtungen waren.»

Gleichwohl nahmen die Übernachtungen der Österreicher um 62, von 87 auf 149 zu. Bei Besuchern aus Frankreich viel der Anstieg mit sechs Prozent nicht ganz so hoch aus. Doch auch aus China oder den USA reisen Touristen nach Rorschach und Rorschacherberg. Während die Statistik bei den Chinesen im Zeitraum Januar bis März eine Zunahme verzeichnet, gab es bei den Amerikanern eine Abnahme. So gingen die Übernachtungen der Amerikaner von 148 auf 54 zurück, während es bei den Chinesen eine Zunahme von drei auf 68 Übernachtungen gab.

Der Bodensee sei zwar ein beliebtes Ausflugsziel, jedoch würde es viele Besucher ans deutsche Ufer, etwa nach Konstanz führen. Doch woher kommt die neu entdeckte Lust, die Ferien oder Freizeit einmal am Rorschacher Seeufer zu verbringen? «Das hat verschiedene Ursachen», erklärt der Direktor des St.Gallen-Bodensee Tourismus. Der Tourismusexperte sagt:

«Natürlich kann das zum einen an dem guten Wetter liegen. Die Ursachen für den Anstieg sind allerdings vielfältig.»

Doch der Anstieg von rund 32 Prozent zeige, dass der Zuwachs nicht nur dem Wetter geschuldet sein könne. «Die Region Rorschach wird konkurrenzfähig», sagt Kirchhofer. Dazugehören etwa die Strandfestwochen, die Pianos am See oder auch Festivals, die das Südufer für Besucher interessanter werden lässt. Hinzu komme, dass viele mittlerweile bereit seien, einen höhren Preis zu zahlen. «Die höheren Preise wirken sich nicht mehr zum Nachteil aus, wenn die Qualität stimmt», sagt Kirchhofer.

Potenzial 
ausschöpfen

Kooperationen wie Schiffahrt und Zugtickets sind beliebt. (Bild: ibi)

Kooperationen wie Schiffahrt und Zugtickets sind beliebt. (Bild: ibi)

Derzeit versuchen Tourismus-Verantwortliche, die Region noch bekannter zu machen. Bregenz und Konstanz sollen etwa näher nach St.Gallen rücken, wovon auch Rorschach profitieren würde. «Jetzt müssen wir schauen, dass wir das Potenzial der Region weiter ausloten werden», sagt Kirchhofer. Markante Orte oder Sehenswürdigkeiten würden dabei helfen. Der Bodensee oder die Stiftsbibliothek in St.Gallen steigern die Bekanntheit. Nun sollen Ideen entwickelt oder vorhanden Angebote ausgebaut werden. «Wir müssen Impulse schaffen», sagt Kirchhofer.

«Etwa mit Städtehopping, einem neuen Angebot mit Bregenz, Konstanz und St.Gallen: Jeden Tag eine andere Stadt entdecken. Damit bringen wir die Leute um den See»

Aber auch Kooperationen wie etwa mit der Bodensee-Schifffahrt, länderübergreifende Zugtickets oder E-Bike- und Wanderangebote, seien gefragt. «Gerade die Grenzregion als Ausgangspunkt ist dafür sehr geeignet», sagt Kirchhofer. «Wir sind positiv gestimmt. Man kann fast schon sagen, dass es sich wie eine kleine Aufbruchsstimmung anfühlt.»

Rorschach erlebt Tourismusboom

Die Region um die Hafenstadt verzeichnet diesen Sommer besonders hohe Tourismuszahlen. Das schöne Wetter spielt dabei eine entscheidende Rolle. Viele der Besucher kommen auf zwei Rädern.
Ines Bidenekapp, Vivien Huber