Detektiv spielen in Thal: Wer hat den Schönheitschirurgen umgebracht?

Die interaktive Schnitzeljagd Krimispass gibt es jetzt auch in Thal: ein spannender Sonntagsspaziergang durchs Dorf.

Monika von der Linden
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Der Krimispass in Thal verbindet Spannung und Bewegung.

Der Krimispass in Thal verbindet Spannung und Bewegung.

Bild: Monika von der Linden

Es ist ein trüber Sonntagnachmittag. Ideal, um die Route des Krimispasses in Thal abzugehen und das Rätsel um den Mord an Pierre Sandmann zu lösen. Begeisterte Hobbydetektive können bei diesem Spiel in die Rolle eines Kommissars schlüpfen und an verschiedenen Orten in der Schweiz einen Kriminalfall lösen. Nun gibt es das beliebte Detektivspiel erstmals auch in der Ostschweiz, in Thal.

Start bei der Markthalle Altenrhein in wetterfester Kleidung

Die Gruppe startet mit dem Krimispass bei der Markthalle Altenrhein, ausgerüstet mit wetterfester Kleidung, bequemen Laufschuhen, Smartphone, Schreibzeug, einer Powerbank (man kann ja nie wissen) und einer Lupe. Auf Sherlockmütze und Pfeife verzichtet sie.

Nach einer Registrierung erhalten die Teilnehmer die Spielanleitung per Mail. Alle Koordinaten der elf Krimischauplätze sind dort gelistet. Sie sind jeweils mit dem entsprechenden Punkt auf Google Maps verknüpft. Wer sich in den Strassen der Gemeinde Thal nicht genau auskennt, startet den Routenplaner für Fussgänger. Wer lieber nach einer Landkarte geht, kann sie sich vorher mit einer eingezeichneten Routenempfehlung im erwünschten Massstab ausdrucken.

Den Fall kann man in der Gruppe entweder gemeinsam lösen oder gegeneinander antreten. Die erste Tafel befindet sich auf dem Kiesplatz. Sie ist am Pfahl eines Verkehrsschildes montiert, wo der QR-Code mit dem Smartphone gescannt werden muss. Und schon ist aus dem beschaulichen Thal ein Krimischauplatz geworden.

Keines natürlichen Todes gestorben

Auf dem Bildschirm erscheinen erste Hinweise: Pierre Salzmann ist tot aufgefunden worden. Es steht fest, der Schönheitschirurg ist keines natürlichen Todes gestorben. Nun gilt es herauszufinden, wer ihn ermordet hat. Es kommen fünf Verdächtige in Betracht. Sie alle haben ein Motiv und Gelegenheit gehabt, ihren Kontrahenten – oder was Pierre Salzmann auch für jeden Einzelnen gewesen sein mag – zu töten.

Sprachnachrichten und Bilder aufs Smartphone

Weiter geht es zum zweiten Schauplatz. Er liegt neben dem Flugplatz. Es gibt neues Rätselfutter. Der Spaziergang nimmt seinen Lauf. Er führt dem Bodensee entlang zur Hafenmole in Staad. Später leiten die Hinweise ins Dorf hoch bis zur Kirche. Der Blick über den See belohnt die Mühen des Anstiegs.

Auf der 3,7 Kilometer langen Strecke reiht sich eine Information an die nächste. Immer mehr Indizien werden interessant und kurzweilig präsentiert: Mal telefoniert man mit einem Rechtsmediziner, mal erhält man eine Sprachnachricht eines Zeugen oder eine Mail mit Bildern vom Tatort. Es empfiehlt sich, genau hinzuhören, aufmerksam zu lesen und die Hinweise zu notieren. Das hilft bei der Deduktion. Mit der Methode zog schon Sherlock Holmes seine Schlüsse aus seinen Erkenntnissen. Auch er grenzte den Kreis der möglichen Täter mittels Ausschlussverfahren ein.

Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichen die Gruppen wieder den Ausgangspunkt. Sie haben den Mörder oder die Mörderin überführt und angezeigt. Welchen Namen sie ins Onlineformular der Staatsanwaltschaft eingegeben haben, bleibt an dieser Stelle offen. Sie beginnen einen Krimi ja auch nicht auf der letzten Seite des Buches zu lesen.