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Nach jahrelanger Verzögerung kommt der Weierweidbach wieder ans Tageslicht

Im Tal der Demut, zwischen dem Riethüsli und St.Georgen, wird der eingedolte Weierweidbach ab Montag renaturiert. Die Arbeiten dauern rund drei Monate. Die Offenlegung verzögerte sich mehrere Jahre.
Sandro Büchler
Derzeit ist der Bach rechts noch kaum zu sehen. (Bild: Michel Canonica/9. August)

Derzeit ist der Bach rechts noch kaum zu sehen. (Bild: Michel Canonica/9. August)

Der Weierweidbach wird ab Montag nach und nach wieder sichtbar. Denn das bisher eingedolte Gerinne im Tal der Demut wird auf einer Länge von 400 Metern offengelegt, vom Sportplatz im Westen bis zum östlich gelegenen Tennisplatz oberhalb von St.Georgen. Dadurch entsteht ökologischer Freiraum und ein Naherholungsgebiet.

Die kantonale Genehmigung für die Renaturierung liegt vor, teilen die Stadtbehörden mit. Bereits heute beginnen die Bauarbeiten und dauern bei günstigen Wetterverhältnissen rund drei Monate. Das Wasser soll künftig in sanften Schlaufen durch das Tal fliessen. «Zusätzlich sind ökologische Massnahmen geplant», sagt Daniel Schläpfer, Abteilungsleiter Wasserbau beim städtischen Tiefbauamt. Die Uferbereiche werden von Sträuchern und Hecken gesäumt, Ast- und Steinhaufen werden erstellt und die Überflutungsbereiche als Blumenwiese gestaltet. Die sonnenexponierte Böschung entlang der Demutstrasse werde zur Trockenwiese.

Büsche und Bäume werden im nächsten Jahr gepflanzt

Neben der Bachoffenlegung wird auch der Amphibienteich beim Sportplatz vergrössert und aufgewertet. «So können wir das Tal der Demut attraktiver gestalten und neue Lebensräume schaffen», sagt Schläpfer. Zwischen der Demutstrasse und dem Waldweg wird ein Trampelpfad hindurchführen. Die Natur soll erlebbar werden. «Kinder können so erfahren, was Natur ist.»

Primär aber stehe der neu gestaltete Bachlauf der Flora und Fauna als Rückzugsraum zur Verfügung. Frösche, Insekten und Vögel sollen den Abschnitt bevölkern. Bäume und Büsche werden im nächsten Frühling gepflanzt. «Es ist ein Schritt zurück zum früheren Zustand, bevor der Bach im Erdboden verschwunden ist.»

Naturschutzverein hofft künftig auf höheres Tempo

Schläpfer würdigt die Initiative des Naturschutzvereins der Stadt St.Gallen und Umgebung, der den Anstoss zur Renaturierung gab und das Projekt vorantrieb – auch mit finanzieller Unterstützung. Zuletzt habe es zwar Einsprachen gegeben. «Hier ging es um rechtlich verbindliche Regelungen.» Der Dialog sei konstruktiv gewesen und habe zudem zu einem Sondernutzungsplan geführt.

Robert Schmid, der Präsident des Naturschutzvereins, ist zufrieden, dass es vorwärtsgeht mit der Renaturierung im Tal der Demut. «Dass die Arbeiten zum 50-Jahr-Jubiläum unseres Vereins fertig werden, freut uns doppelt.» Schmid betont aber auch den langen Weg, den das Projekt genommen hat.

«Hätten wir nicht permanent Druck ausgeübt, wer weiss, ob die Renaturierung nun realisiert worden wäre.»

Bei aller Freude hoffe er aber, dass sich bei ähnlichen Vorhaben künftig schneller etwas bewegen lasse.

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