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Der Walter-Zoo in Gossau ist im Rekordhoch – das sind die Gründe

Der Walter-Zoo verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen Besucheranstieg von 25 Prozent. Der Gossauer Tierpark profitierte auch vom heissen Sommer – an anderen Orten litt man darunter.
Adrian Lemmenmeier
Im Frühling 2018 kamen im Walter-Zoo drei Tiger auf die Welt. Eines der Jungtiere musste später eingeschläfert werden. (Bild: Michel Canonica)

Im Frühling 2018 kamen im Walter-Zoo drei Tiger auf die Welt. Eines der Jungtiere musste später eingeschläfert werden. (Bild: Michel Canonica)

Ja, die Zunahme sei enorm, sagt Karin Federer, Direktorin des Walter-Zoos. 2017 verkaufte der Zoo noch 225'015 Eintritte. 2018 waren es dann 280'323. Das entspricht einer Zunahme von gut 25 Prozent. In den Jahren zuvor haben durchschnittlich 200'000 bis 220'000 Leute den Zoo besucht. Das letzte Jahr war also ein deutliches Rekordjahr. Woran liegt das?

«Es spielten verschiedene Faktoren zusammen», sagt Karin Federer. Der wichtigste sei wohl das Wetter. Bereits der Frühling sei sehr warm gewesen, darauf folgte ein regenarmer Sommer. «Dazu haben wir im August 2017 das Savannenhaus eröffnet», sagt Federer. «Und im September 2018 die Löwenanlage.» Dazu seien in diesem Jahr sowohl junge Tiger als auch junge Schimpansen auf die Welt gekommen.

Kein Regen und nicht zu heiss

Nicht nur der Walter-Zoo verzeichnete 2018 mehr Besucher. Auch den Zoo Zürich besuchten 100'000 Leute mehr als im Vorjahr, was einer Zunahme von 8 Prozent entspricht. Der Tierpark in Goldau verkaufte gut 10 Prozent mehr Eintritte. Der Basler Zoo hingegen verzeichnete einen Rückgang. Der Sommer sei für viele Besucher zu heiss gewesen, heisst es in einer Medienmitteilung. Ausserdem seien wegen Umbauarbeiten am Pinguingehege die beliebten Pinguinspaziergänge – und somit der eine oder andere Besucher – ausgeblieben.

«Das Zoogeschäft ist wetterabhängig», sagt Anna Baumann, Direktorin des Tierparks Goldau und Präsidentin von Zooschweiz – der Vereinigung wissenschaftlich geleiteter zoologischer Gärten der Schweiz. Das zeigt sich in diesem Jahr von neuem: Sowohl im Walter-Zoo als auch im Basler Zoo war der warme Februar ein Rekordmonat.

Der Zoo ist im Wandel

Doch die Tierparks leben nicht nur vom heiteren Wetter. «Die Zoos haben sich stark verändert», sagt Anna Baumann. Es gehe längst nicht nur darum, den Besuchern Tiere zu zeigen. Vielmehr seien Zoos komplexe betriebswirtschaftliche Gebilde, die Erholung und Begegnung mit Tieren anbieten; sich aber auch um die Zucht seltener Arten, um Wissensvermittlung und um den Schutz von bedrohten Lebensräumen kümmern. Gerade im Bereich des Umweltschutzes seien die Zoos mittlerweile international bedeutende Akteure.

«300 Millionen Dollar haben alle Zoos weltweit im letzten Jahr in den Umweltschutz investiert.»

Weshalb das grosse Engagement? «Es macht wenig Sinn, eine Tierart in einem Zoo zu erhalten, wenn man nicht auch ihren natürlichen Lebensraum schützt», sagt Karin Federer vom Walter-Zoo. Auch der Gossauer Zoo unterstützt zwei Umweltschutz-Projekte direkt, eines in Uganda: das andere in Belize. «Im Vergleich zu Umweltorganisationen ist es für den Zoo leichter, die breite Bevölkerung zu erreichen», sagt Federer. So könne man gut auf Umweltprobleme aufmerksam machen.

Mehr Potenzial in der Bildung

Wie verändert sich der Zoo in Zukunft? Federer und Baumann sind sich einig: Weiteres Potenzial besteht im Bereich der Bildung. Dabei gehe es nicht nur um die klassische Führung für Schulklassen. Der Tierpark Goldau etwa erstellt für die Schulen in der Umgebung das zoologische Unterrichtsmaterial. Der Walter-Zoo bietet unter anderem Weiterbildungskurse für Feuerwehrleute und Polizisten im Umgang mit Reptilien und Spinnentieren an. In Zukunft wolle man Wissen auch stärker auf spielerische Art vermitteln, sagt Karin Federer – und damit die kleinen Besucher besser ansprechen.

Ob solche Massnahmen noch mehr Besucher in den Walter-Zoo locken, wird sich zeigen. Der anfangs verschneite Mai dürfte jedenfalls nicht zum Rekordmonat werden.

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