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Der Mostobst-Chauffeur geht nach Rekordernte in Pension

Über 5500 Tonnen Äpfel hat Rolf Egger dieses Jahr in die Mosterei gebracht. Bald ist Schluss mit den langen Arbeitstagen: Mit dem Ende der Saison geht auch der bald 70-Jährige definitiv in Pension.
Johannes Wey
Noch wenige Tage ist Rolf Egger mit Mostobst zwischen Waldkirch und Arbon unterwegs. (Bild: Thomas Hary)

Noch wenige Tage ist Rolf Egger mit Mostobst zwischen Waldkirch und Arbon unterwegs. (Bild: Thomas Hary)

Seine letzte Saison als Obstfahrer brachte Rolf Egger nochmals richtig viel Arbeit. Seit 51 Jahren fährt er die Äpfel von der Obstannahmestelle in Waldkirch zur Mosterei Möhl nach Arbon. Dieses Jahr sei die Menge «abnormal» gewesen: «So eine Ernte habe ich noch nie gesehen», sagt der bald 70-Jährige.

Sechs bis sieben Fahrten jeden Tag hat er auch während dieser Saison gemacht, von 6 bis 19 oder 20 Uhr dauerten seine Arbeitstage. 5500 Tonnen Äpfel kutschierte er bis jetzt von Waldkirch nach Arbon, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Nun dauert die Saison noch wenige Tage, dann hängt Egger die Schlüssel seines 24 Jahre alten Mercedes-Lastwagens an den Nagel.

Mit Äpfeln muss man hofeli fahren

An diesem Dienstag rumpelt es wieder bei der Obstannahmestelle Waldkirch. Rolf Egger hat das Förderband in Betrieb gesetzt, von dem das Mostobst auf den Lastwagen und in den Anhänger purzelt. Türmen sich die Äpfel zu hoch, setzt er mit seinem Lastwagen ein paar Meter vor, damit sich die Fracht gleichmässig verteilt.

«Die Obstsaison ist streng. Aber es ist ein schönes Schaffen, niemand redet einem drein. Da merkt man gar nicht, wie viele Stunden man arbeitet», sagt er und steigt ins Führerhaus. 130 Tonnen müssen heute nach Arbon. Aus den Ritzen der Ladefläche läuft Apfelsaft. Die Berge von Äpfeln werden bis zum Zielort abflachen; durch das Vibrieren während der Fahrt rücken die Früchte näher zusammen.

Seine Saison dauert von Mitte August bis November. Früher hat Egger in der übrigen Zeit Kranwagen für die Egger Transport AG gefahren. Die Firma hat er mit 28 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder vom Vater übernommen und ausgebaut. 2014 übernahm mit Eggers Neffe die nächste Generation. «Auf der Strasse ist es in all den Jahren hektischer geworden», sagt Egger während der Fahrt. Sein Fahrstil ist alles andere als hektisch.

Mit den Äpfeln muss man in der Kurve hofeli fahren, damit sie nicht auf die Strasse fallen.» Bei der Mosterei Möhl angekommen, geht das Entladen wesentlich schneller als das Beladen in Waldkirch: Klappe auf, Hänger kippen und Dutzende Tonnen Äpfel stürzen in ein Becken.

Der Mercedes zickte nur einmal

Schon geht es zurück nach Waldkirch. Seinen Mercedes wird Rolf Egger etwas vermissen. «Das ist noch ein Achtzylinder, mit richtig viel Dampf.» In all den Jahren hatte er nie eine Panne, bis diesen Herbst der Anlasser ausgetauscht werden musste. Keine Mühe hat er hingegen damit, nun endgültig in Pension zu gehen. Mit seinem 70. Geburtstag würden auch diverse Schwerverkehrsprüfungen wieder fällig. «All die Kurse zu wiederholen, hätte keinen Wert mehr.»

Er sei so lange unfallfrei gefahren, dass es nun ein guter Zeitpunkt sei, aufzuhören. Umso besser, dass es zum Abschluss ein aussergewöhnliches Obstjahr war. Doch noch ist die Saison nicht ganz zu Ende. Zurück in Waldkirch sammelt Egger die Äpfel ein, die beim letzten Beladen von der Ladefläche gefallen sind. «Es wäre ja schade, wenn ich darüberfahren würde.» Dann wird der Lastwagen erneut beladen. Nicht zum letzten Mal für heute.

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