Kommentar
Doch kein Ende für das Graffiti an der Offenen Kirche

Mindestens bis Ende 2021 soll das Graffiti an der Offenen Kirche in St.Gallen bleiben dürfen. Dieser Entscheid ist jedoch halbherzig.

Sandro Büchler
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Sandro Büchler, Redaktor Stadtredaktion

Sandro Büchler, Redaktor Stadtredaktion

Was im April begann, findet nun seine Fortsetzung. Erst sollte das anmutige Konterfei an der Offenen Kirche weg. Dann gingen die Wogen in der Bevölkerung hoch. Das Wandbild löste Emotionen aus, was die vielen Unterschriften für die Petition zeigten. Für viele St.Gallerinnen und St.Galler ist das Gesicht ein Farbtupfer, den sie nicht missen wollen.

Nun folgt der zweite Akt: Stadt, Kanton und die Betreiber der Offenen Kirche haben sich zusammengerauft. Das Schicksal des Graffiti wird vorerst nicht besiegelt, sondern noch einmal verhandelt. Das Resultat aus den Gesprächen ist auf den ersten Blick pragmatisch. Auf den zweiten Blick jedoch ist das aktuelle Baugesuch halbherzig.

Wird das Gebäude abgerissen, fällt auch der Vorhang für das stadtbekannte Gesicht. Das dürfte 2024 der Fall sein. Weshalb also müssen die Betreiber 2021 nochmals eine Bewilligung beantragen? Das gestaffelte Vorgehen der Behörden setzt lediglich neue Diskussionen in Gang. Applaus hat dafür niemand verdient.