Von Regenwaldprojekten bis zu Spielplätzen in Goldach - Rolf Heinzmann unterstützt, wo es geht 

Der Präsident der Ortsgemeinde Goldach spricht über die Suche nach neuen Projekten und Spannungen mit der politischen Gemeinde.

Lisa Wickart
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Die Ortsgemeinde Goldach mit Präsident Rolf Heinzmann unterstützt und fördert Projekte im sozialen, kulturellen und sportlichem Bereich.

Die Ortsgemeinde Goldach mit Präsident Rolf Heinzmann unterstützt und fördert Projekte im sozialen, kulturellen und sportlichem Bereich.

Bild: Nik Roth

Vom Naturschutzprojekt im Regenwald bis zum neuen Spielplatz für die evangelische Kirche – die Ortsgemeinde Goldach hat verschiedenste Projekte finanziert. Mit bis zu 300'000 Franken jährlich unterstützt sie verschiedene Organisationen und Vereine. «Mit unserem Handeln wollen wir einen Beitrag zum sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben in der Gemeinde schaffen», sagt Präsident Rolf Heinzmann. Das meiste Geld setzt die Ortsgemeinde für Institutionen in Goldach ein. Rund 20'000 Franken im Jahr gibt die Organisation für humanitäre Hilfe im In- und Ausland aus. Die letzte Spende ging an den Bau einer Mensa für ein Hilfsprojekt in Indien.

Projekte gesucht

Auch dieses Jahr sucht die Ortsgemeinde neue Projekte. Dies erweist sich jedoch gemäss Heinzmann als schwierig: «Es gehen kaum Gesuche ein.» Besonders im Bereich der sozialen, kulturellen und sportlichen Aktivitäten könne mehr gemacht werden. Darum arbeitet der Vorstand nun an einem neuen Konzept: «Wir müssen aktiver auf die Vereine zugehen», sagt er. Wie bisher nur auf Anfragen zu warten reiche nicht mehr aus. Wie die Strategie genau aussehen soll, kann Heinzmann noch nicht sagen:

«Wir müssen weiter daran arbeiten, damit die Ortsgemeinde in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen wird.»

Ein Problem sei, dass viele Leute die Ortsgemeinde und die politische Gemeinde noch immer nicht auseinanderhalten können. Nebst unterschiedlichen gesetzlichen Aufgaben sei die Einnahmequelle der grösste Unterschied. «Während die politische Gemeinde Steuern einnimmt, verdient die Ortsgemeinde ihr Geld mit der Bewirtschaftung ihres Grundeigentums», sagt Heinzmann. Da die Organisation einiges an Industrieland und Liegenschaften besitze, ergebe sich ein jährlicher Ertrag von über einer Million Franken. Nur im Einbürgerungsrat sitzen Vertreter der politischen Gemeinde und der Ortsgemeinde zusammen: «Es ist die einzige politische Aufgabe, die wir haben.»

Baustart der 200 Wohnungen verzögert sich

Das aktuell grösste Vorhaben der Ortsgemeinde ist die Überbauung Mühlegut. Entstehen sollen über 200 Wohnungen, ein Restaurant und mehrere Gewerberäume. Ganz so wie geplant läuft die Planung jedoch nicht. Eigentlich hätte das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs nächstes Jahr umgesetzt werden sollen. Der Baustart werde sich nun aber verschieben.

«Das Projekt ist nicht so weiterentwickelt worden wie wir es uns vorgestellt haben», sagt Heinzmann. Daher habe sich die Ortsgemeinde vom zuständigen Architekturbüro einvernehmlich getrennt. Die Architekten seien unter anderem nicht bereit gewesen, die gewünschten Änderungen an den Grundrissen umzusetzen. Zudem habe es unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Organisation gegeben. «Für die Erstellung des Sondernutzungsplanes haben wir nun ein neues Büro gefunden», sagt er. Ziel sei es, den Plan bis Ende Jahr einzureichen.

Es gab auch schwere Zeiten

Rolf Heinzmann ist seit acht Jahren Präsident der Ortsgemeinde Goldach. Das möchte der 60-Jährige vorerst auch bleiben: «Ich stelle mich für eine weitere Periode für die Wahlen kommenden März», sagt er. Da er als selbstständiger Vermögensverwalter und Finanzberater arbeite, könne er sich die Zeit für sein Mandat selbst einteilen. Das Präsidium macht ihm nach wie vor Spass: «Wir sind auf einem guten Weg mit der Ortsgemeinde und haben in den vergangenen Jahren viel umgesetzt.»

Es habe jedoch eine Zeit gegeben, in der es für ihn nicht so einfach gewesen sei. Damit meint er den Konflikt mit der politischen Gemeinde um die Mühlegutstrasse. Die Ortsgemeinde wehrte sich gegen den Bau der neuen Strasse. «Weil ich mich gegen das Projekt eingesetzt habe, hat das zu Spannungen geführt», sagt er. An der Abstimmung entschieden sich die Goldacher schliesslich für den Bau.

Auch die jüngere Generation ist im Vorstand vertreten

Nach dem Konflikt hätten sich die Wogen wieder geglättet: «Wir haben ein gutes Verhältnis zur politischen Gemeinde», sagt Heinzmann. Sie würden sich regelmässig treffen und austauschen. Auch mit den Leuten, die damals involviert gewesen seien, komme der Vorstand gut klar. Trotzdem würde Heinzmann es im Nachhinein wieder genauso machen und für die Interessen der Ortsgemeinde einstehen. Vielleicht habe es solche Diskussionen auch einfach einmal gebraucht: «Ich glaube, es war wichtig, dass wir uns bemerkbar machen.»

Nachwuchs finden ist schwierig

Die Ortsgemeinde will nicht nur Vereine unterstützen, sondern auch eine Begegnungsplattform für ihre Mitglieder sein: «Die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger schätzen die Gemeinschaft», sagt Heinzmann. Mit der Bürgerversammlung und dem Ortsbürgeranlass soll diese gefördert werden. Für viele Ortsgemeinden sei es besonders schwierig, junge Mitglieder zu finden.

Dieses Problem gibt es in Goldach aber nicht: «Ich denke, dass es uns gut gelingt, Leute verschiedenen Alters zusammenzubringen.» Mit dem 37-jährigen Josef Germann sei auch im Vorstand eine jüngere Generation vertreten. Zudem werde der nächste Ortsbürgeranlass auf Familien ausgerichtet. Wie das Programm dafür genau aussehen soll, möchte Heinzmann jedoch erst an der nächsten Bürgerversammlung im März bekannt geben.