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Podium zur Nachfolge Thomas Müllers: Der noch kaum bekannte Looser macht Boden gut

Am «Tagblatt»-Podium im Stadthof Rorschach ist es am Dienstagabend zwischen den Stadtpräsidiums-Kandidaten zum Duell mit gelegentlichen Seitenhieben gekommen. Nebst den zwei anderen Kandidaten wirkte der noch kaum bekannte Beat Looser souverän.
Martin Rechsteiner
Zwischen den drei Kandidaten Röbi Raths, Guido Etterlin und Beat Looser (v. l). fand eine angeregte Diskussion statt. (Bild: Urs Bucher)

Zwischen den drei Kandidaten Röbi Raths, Guido Etterlin und Beat Looser (v. l). fand eine angeregte Diskussion statt. (Bild: Urs Bucher)

Wer wird Nachfolger von Thomas Müller? Drei Männer wollen diese Frage am 19. Mai mit «Ich» beantworten. Am «Tagblatt»-Podium im Stadthof haben die drei Kandidaten Guido Etterlin (SP), Röbi Raths (FDP) und Beat Looser (parteifrei) vor knapp 400 Leuten ihre rhetorischen Klingen gekreuzt.

Die vermutlich schwierigste Ausgangslage hatte der Last-Minute-Kandidat und bis dato in der Hafenstadt kaum bekannte Beat Looser. Einen Beweis, dass ihm die Kandidatur ernst ist, hat er an diesem Abend mit einem seriösen Auftritt erbracht. Doch auch die anderen beiden Kandidaten vermochten zu überzeugen.

Einer pocht auf weniger Lohn

Erst einmal geht es am Podium ums Geld. Moderator Andri Rostetter fragt, ob Looser, wie angekündigt, als Stadtpräsident als erste Amtshandlung seinen Lohn kürzen würde. «Ja», sagt Loser, «um mindestens einen Viertel.» Eine Stadt könne nicht bei den Ärmsten sparen und dem Präsidenten gleichzeitig einen hohen Lohn auszahlen. «10000 Franken pro Monat würde ich aber verlangen, schliesslich steht man in dem Posten ständig in der Öffentlichkeit.» Anders machen will es Röbi Raths. Er wäre nicht bereit, sein Stapi-Gehalt zu kürzen. «Ich will nicht weniger verdienen als in Thal. Ich bin das Geld wert», sagt er. «Und Sie?», fragt Moderatorin Jolanda Riedener Guido Etterlin. Er ist der Meinung, der Lohn des Stadtpräsidenten sei zwar fixiert, «aber jegliche Form von Zusatzverdienst gehört in die Stadtkasse.»

Heiss diskutierter A1-Anschluss

Emotionaler wird die Diskussion, als der geplanten A1-Anschluss der Region zur Sprache kommt. Etterlin sagt, er wolle nicht, dass der Rorschacher Wahlkampf zur «verkappten Abstimmung» über dieses Projekt werde. Er macht aber nicht nur seine Ablehnung gegenüber dem Anschluss deutlich, sondern wirft Befürworter Raths vor, im Kantonsrat «unreflektiert der Baulobby zugestimmt zu haben». Dieser wehrt sich: «Das Projekt hat ein Gesamtkonzept mit Hand und Fuss und ist fundiert aufgegleist. Es sorgt für Zuzüger und schafft Arbeitsplätze, die Region profitiert.» Bund und Kanton stützen das Projekt, Gelder seien gesprochen. Looser widerspricht: «Es kostet Rorschach Geld, das es nicht hat, die Landschaft wird verschandelt.» Zudem brächten mehr Strassen mehr Verkehr, das sei inzwischen ja bekannt.

Ebenfalls ein heiss diskutiertes Thema waren die Steuern. Raths möchte diese als Stadtpräsident senken. Das sei nötig, um die Stadt als Wohn- und Industriestandort attraktiv zu machen. So komme Rorschach zu Geld für Projekte. Dem widerspricht Looser enerviert: «Steuersenkungen sind vor allem dazu da, damit die Reichen profitieren. Der Durchschnittsbürger hat nichts davon.» Da spare die Stadt besser bei «unnötigen» Projekten wie dem A1-Anschluss. Und Etterlin ergänzt mit einem weiteren Seitenhieb: Wenn, dann brauche es eine nachhaltige Steuersenkung und keinen Eintritt in einen Wettbewerb, wie Raths ihn in seiner «Speckgürtelgemeinde» Thal mit drastischen Steuerreduktionen befeuert habe, auch zum Nachteil Rorschachs. Dieser verteidigt sich, Thal habe lediglich seine «Hausaufgaben» erledigt: «Dafür war harte Arbeit nötig.»

Fusionieren wollen alle

Einig waren sich die Kandidaten in dem Punkt, dass die Hafenstadt eine Fusion mit den umliegenden Gemeinden anstreben soll. Insbesondere Röbi Raths betonte immer wieder, dass ein Zusammenschluss mit Rorschacherberg unumgänglich sei. Auch Etterlin sagt: «Es sind politische Grenzen, die überholt sind, welche die Region an ihrer Entwicklung hindern.» Und Looser erklärt, dass ein Zusammenschluss der drei Gemeinden nötig sei, jedoch mit der Absicht, damit etwas für die sozial schwächeren Bürger zu tun. Etwa indem mehr günstiger Wohnraum entstehe.

In der anschliessenden Fragerunde wollte eine Votantin wissen, wie sich der Stadtrat und der Präsident nach aussen zeigen sollen. Raths sagt: «Der Rat ist ein Team, das die Geschäfte im Interesse der Bevölkerung vertritt. Es ist wichtig, dass er geschlossen auftritt, nachdem er einen Beschluss gefasst hat.» Etterlin will den Stadtrat nach Beispiel seines Schulrats führen, der sich «als Kollegialbehörde Zeit nehme und Widerspruch zulässt». Und Looser hält fest: «Der Stadtpräsident ist kein König, sondern ein Angestellter des Volkes. Und so sollte er auch auftreten.»

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