Der Damm an der Mündung des alten Rheins ist aufgeschüttet, der Uferweg bleibt aber wegen eines Streits weiterhin gesperrt

Vor acht Jahren aufgegleiste Enteignungen machen es möglich: Das letzte Stück Hochwasserdamm an der Mündung des Alten Rheins konnte endlich fertig gebaut werden. Der Streit um den Fussweg an der selben Stelle dauert an.

Rudolf Hirtl
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Der Hochwasserdamm ist im Abschnitt zwischen Mennstrasse und Restaurant Paradiesli mit einem Zaun abgesperrt.

Der Hochwasserdamm ist im Abschnitt zwischen Mennstrasse und Restaurant Paradiesli mit einem Zaun abgesperrt.

Rudolf Hirtl

Im Mündungsbereich des Alten Rheins klaffte während über zehn Jahren eine Lücke. Das letzte Stück Hochwasserdamm konnte nämlich wegen Einsprachen von Privatpersonen nicht gebaut werden. Nicht nur das: Der 170 Meter lange Uferabschnitt in Altenrhein zwischen der früheren Ausflugsbeiz Paradiesli und der Mennstrasse wurde mit Absperrgittern blockiert. Fussgänger oder Jogger mussten auf die asphaltierte Rheinhofstrasse ausweichen.

Über drei Meter breiten Damm aufgeschüttet

Nun tut sich allerdings etwas an der Mündung. Bagger sind aufgefahren und haben den an der Krone 3,5 Meter breiten Damm aufgeschüttet. Theoretisch stünde dem durchgängigen Fussmarsch also nichts mehr im Weg. Allerdings bleibt es nach wie vor bei der Vorfreude, nun endlich auf dem Damm in Richtung Mündung schlendern zu können, denn die wuchtigen Absperrgitter sind immer noch da. Und dies werden sie voraussichtlich auch noch eine geraume Zeit sein.

«Das steht noch in den Sternen», sagt Thals Gemeinderatsschreiber Christoph Giger auf die Frage, wann denn der Weg auch an dieser Stelle für Fussgänger zugänglich ist? Der Weg sei zwar im ursprünglichen Hochwasserdamm-Projekt integriert gewesen, doch habe ihn der Gemeinderat aus der Planung herausgenommen, um den Hochwasserschutz nicht zu gefährden. «Es bleibt aber das Anliegen des Gemeinderates, den Fussweg zu realisieren. Ob der Weg auf der Krone selbst oder am Fuss des Dammes durchführen soll, ist mit den Anwohnern erst noch zu besprechen», sagt Christoph Giger. Fakt sei aber, dass die Planunterlagen für den Uferweg zügig aufgelegt werden sollen.

Der Fussweg soll unterhalb der Krone durchführen

Am liebsten würde er sich eine Schaufel nehmen und den Damm sofort selber bauen, sagte der Schweizer Rheinbauleiter Daniel Dietsche im Herbst 2018 auf die endlose Geschichte an der Rheinmündung angesprochen. Nun bestätigt er auf Anfrage, dass die 2012 eingeleitete Enteignungen inzwischen rechtsgültig über die Bühne gegangen sei, auch wenn sich die beiden betroffenen Grundbesitzer mit dem Entscheid nicht anfreunden könnten.

Die Rechtssicherheit habe ermöglicht, mit dem Bau des Uferdammes im November zu beginnen und die Arbeiten in diesen Tagen abzuschliessen. Dietsche betont, dass die Internationalen Rheinregulierung (IRR) den betroffenen Grundstückbesitzern die knapp 1,5 Meter Land, die für den Dammbau benötigt wurden, nicht etwa abgekauft habe. Vielmehr sei mit diesen vertraglich ein sogenanntes Terrainveränderungsverbot fixiert worden. Anrainer dürfen also am Damm keinerlei Veränderungen vornehmen.

Verändern werde sich allerdings in den kommenden Wochen der Damm selbst. «Der Hochwasserdamm muss sich nun erst setzen und es könnte auch zu kleineren Rutschungen kommen», sagt Dietsche. Unverändert bleibt vorläufig auch die Absperrung auf beiden Seiten.

«Solange der Damm nicht gefestigt und begrünt ist, wird sich daran nichts ändern.»

Ein Fussweg sei aber ganz im Sinne der IRR. Eine dementsprechende Auflage der Gemeinde Thal würde von dieser auch unterstützt. Die IRR favorisiere die Variante, die einen Meter unter der Dammkrone durchführen würde; auch aus Rücksicht auf die Anwohner. Mit der Lage auf 397,30 Meter über Meer wäre der Weg auch genug hoch, damit Spaziergänger diesen trockenen Fusses benutzen könnten.

Absperrungen stehen illegal dort

Nach Recherchen dieser Zeitung befinden sich die Absperrungen am Alten Rhein übrigens innerhalb des Gewässerraumes. Ohne Bewilligung dürfen diese also dort gar nicht stehen. Ein entsprechendes Gesuch der Gemeinde beim Kanton hätte erfahrungsgemäss wenig Aussicht auf Erfolg.