Der Stadtlauf findet dieses Jahr an zwei Tagen statt an einem statt

Nach zwölf Jahren feierte der St.Galler Stadtlauf 2019 ein Comeback. Trotz Corona soll er auch dieses Jahr stattfinden – mit Änderungen.

Marion Loher
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Angefeuert werden die Läufer dieses Jahr nicht.

Angefeuert werden die Läufer dieses Jahr nicht.

Bild: Michel Canonica (29. September 2019)

Herrliches Spätsommerwetter, viel Publikum in den Gassen der Stadt St.Gallen und über 1200 Läuferinnen und Läufer: Beim ersten Stadtlauf nach zwölf Jahren Pause vom vergangenen September passte alles zusammen und die Organisatoren zogen ein positives Fazit. Nichts sprach gegen eine zweite Auflage in diesem Jahr.

Doch dann kam Corona und eine um die andere Laufveranstaltung musste abgesagt oder verschoben werden. Auch den Auffahrtslauf traf es, er wurde von Mai auf September verschoben. Mittlerweile haben schweizweit über 150 Läufe nicht durchgeführt werden können und es dürften noch mehr werden.

Schwierige Voraussetzungen für die Organisatoren des Stadtlaufs. «Wir haben in den vergangenen Wochen viel mit Behördenvertretern und unseren Laufpartnern gesprochen», sagt Daniel Schmidli von der Pro Puls Projektagentur, die den Lauf organisiert. Gemeinsam hätten sie dann entschieden, die Planung des zweiten «St.Galler Stadtlaufs» fortzusetzen.

Es wurde ein Schutzkonzept erarbeitet, und damit dieses eingehalten werden kann, wurden die Rahmenbedingungen des Laufs angepasst. Die grösste Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist, dass die Rennen auf zwei Tage verteilt werden, und zwar auf Samstag und Sonntag, 22. und 23. August.

Fünf-Kilometer-Lauf am Samstagabend

Wer die Fünf-Kilometer-Strecke durch die St.Galler Innenstadt absolvieren möchte, muss seine Laufschuhe neu am Samstagabend schnüren. Der Zehn-Kilometer-Lauf, der auch einige Elite-Sportler anzieht, und die Kinder- und Familienläufe finden wie im vergangenen Jahr am Sonntagmorgen respektive -mittag statt.

«Den Zehn-Kilometer-Run auf den Abend zu verlegen, wäre nicht ideal gewesen», erklärt Schmidli, «da die leistungsorientierten Läuferinnen und Läufer lieber am Morgen rennen.» Gestartet wird an beiden Tagen in verschiedenen Kategorien, um die Gruppen möglichst klein zu halten. «Mit dieser Aufteilung können sowohl am Samstag als auch am Sonntag maximal 1000 Personen an den Läufen teilnehmen und wir damit die BAG-Vorgaben sehr gut einhalten.» Gleichzeitig erhoffen sich die Veranstalter dadurch, die Gesamtzahl der Teilnehmenden aus dem Vorjahr übertreffen zu können.

Rund um die Veranstaltung wird es in diesem (Corona-)Jahr ein reduziertes Unterhaltungsangebot gegeben, und auch das Verpflegungskonzept wird überarbeitet. «Würden wir das Ganze so aufziehen wie im vergangenen Jahr, könnte die Abstand-Regel nicht eingehalten werden. Das aber wollen und müssen wir», sagt der OK-Präsident.

Was es dieses Jahr allerdings nicht geben wird, ist ein Sonntagsverkauf. Das hat Pro City St.Gallen vor wenigen Tagen entschieden. «Obwohl der Sonntagsverkauf während des letztjährigen Stadtlaufs nicht gerade ein Erfolg war, hatten wir für dieses Jahr zumindest einen ins Auge gefasst», sagt Pro-City-Präsident Ralph Bleuer. Das aber war vor Corona. Jetzt sieht alles anders aus. Die Bevölkerung werde dazu aufgerufen, dem Stadtlauf als Zuschauer oder Zuschauerin nicht beizuwohnen, sagt er. «Somit beschränkt sich der Lauf einzig und allein auf die Teilnehmenden. Deswegen ist ein Sonntagsverkauf für uns in diesem Jahr kein Thema.» Wie es bei einem allfälligen Lauf im nächsten Jahr aussieht, kann Bleuer derzeit nicht sagen.

Risikogruppen sollen zu Hause bleiben

OK-Präsident Daniel Schmidli hat auf den Entscheid, den Stadtlauf in angepasster Form durchzuführen, unterschiedliche Reaktionen erhalten. «Es gibt solche, die freuen sich über ein bisschen Normalität in diesen aussergewöhnlichen Zeiten, und endlich wieder an einem Lauf teilnehmen zu können», sagt er. Dann gebe es die Kritiker, die ihnen vorwerfen würden, zu wenig Rücksicht auf die Risikogruppe zu nehmen. «Diesbezüglich sagen wir aber immer wieder, dass wir diesen Menschen empfehlen, nicht an den Anlass zu kommen.»

Ob der Stadtlauf am zweitletzten August-Wochenende tatsächlich stattfinden kann, hängt davon ab, wie sich die Situation rund um Corona in den nächsten Wochen entwickelt. «Uns ist bewusst, dass sich die Lage verschiedentlich ändern kann.» Deshalb werde die Situation intensiv beobachtet und das Schutzkonzept fortlaufend in Absprache mit den Behörden angepasst. «Selbstverständlich steht die Gesundheit aller Teilnehmenden im Zentrum», sagt Schmidli. Der definitive Entscheid fällt am ersten Montag nach den Sommerferien. Im Notfall gäbe es noch ein letztes Verschiebedatum im Oktober.