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Der St. Galler Oliver Schneider bekämpft mit einem Hilfswerk Armut in Kambodscha

24 Jahre alt und schon ein Hilfswerk gegründet: Der St. Galler Oliver Schneider will mit Bildung die Armut in Kambodscha bekämpfen. Damit verwirklicht er einen Kindheitstraum. Ein erstes Projekt wurde bereits abgeschlossen.
David Grob
«Schon als Kind hatte ich den Traum, in armen Ländern zu helfen»: Mit seinem Hilfswerk verwirklicht Oliver Schneider seinen Kindheitstraum. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo, 16. Mai 2019)

«Schon als Kind hatte ich den Traum, in armen Ländern zu helfen»: Mit seinem Hilfswerk verwirklicht Oliver Schneider seinen Kindheitstraum. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo, 16. Mai 2019)

Ein Dach, aber keine Seitenwände, zu wenige Tische und Schulbänke: Unter diesen Bedingungen hält der Kambodschaner Jimmy Chan etwas ausserhalb der Hauptstadt Siem Reap Englisch-Lektionen für rund 140 Schulkinder in drei Klassen. Die Schule ist sein Projekt, das er von der Idee bis zur Ausführung betreut.

Die prekäre Bedingungen rufen den 24-jährigen St. Galler Oliver Schneider auf den Plan. Im vergangenen Herbst hat er zusammen mit Freunden ein Hilfswerk gegründet, Spenden gesammelt und ist diesen Winter mit zwei anderen Vereinsmitgliedern nach Kambodscha gereist. Vor Ort investierten die Vereinsmitglieder das gespendete Geld in Mobiliar und Holzbretter für die Seitenwände. «Education for Cambodia» – Bildung für Kambodscha – nennt Oliver Schneider sein Hilfswerk. Mit der Schule in Kambodscha hat der St. Galler nun das erste Projekt abgeschlossen.

Erster Kontakt über Mail

Die Geschichte hinter Schneiders Hilfswerk reicht vier Jahre zurück. 2015, Schneider hatte soeben die Matura abgeschlossen, reiste der St. Galler nach Australien. Durch andere Reisende erfuhr Schneider von Jimmy Chan, der in Siem Reap als Tuktuk-Fahrer und Touristenführer arbeitet und nebenbei eine Abendschule betrieb, um Kinder in Englisch zu unterrichten. Schneider zeigte sich beeindruckt von Chans Engagement nahm über Mail Kontakt auf.

Ein Jahr später, 2016, reiste Schneider nach Kambodscha, um Chan persönlich kennen zu lernen und als Englischlehrer zu arbeiten – eine wertvolle Erfahrung, wie er sagt.

«Ich habe noch nie Lektionen geleitet und musste mir vieles kurzfristig und schnell aneignen.»

Schneider und Chan blieben weiter über Soziale Medien verbunden. So erfuhr Schneider im Sommer 2018 von Chans neuem Projekt: Dem Bau der Schule etwas ausserhalb von Siem Reap. «Dies war für mich der Anlass mich zu engagieren und ihn zu unterstützen», sagt Schneider. Es folgte die Gründung des Hilfswerks im Herbst, Sammelaktionen und die Reise nach Kambodscha diesen Winter.

Konkrete Hilfe ist Schneider wichtig. Und doch zeigt er sich leicht enttäuscht von der Zusammenarbeit mit Chan.

«Wir hofften auf eine längere Vereinbarung, die über rein finanzielle Hilfe hinausging.»

Doch dies war nicht möglich. Chan sei wohl zu sehr mit seinem Projekt verbunden, als dass er allzu viel Verantwortung abgeben wolle, vermutet Schneider. Für ihn ist das Projekt deshalb abgeschlossen. «Trotzdem war die Erfahrung für uns wichtig. Auch im Hinblick auf neue Projekte.»

Und solche hat Schneider bereits im Blick. Er erzählt etwa von einer Zusammenarbeit mit der Organisation Mahrberg Library, die in Kambodscha Bibliotheken baut und so den Zugang zu Bildung ermöglicht. Hierbei möchte sich Schneiders Hilfswerk finanziell beteiligen.

Langfristig peilt «Education for Cambodia» eigene Projekte an. «Wir planen eine mobile Bibliothek», sagt Schneider. Die Idee: Ein Van soll zur Bibliothek umgebaut werden und von Dorf zu Dorf fahren und so auch in ländlichen Gegenden den Zugang zur Bildung ermöglichen. «Uns ist es wichtig, das Projekt selbst umzusetzen.» Der Verein möchte dabei auf die Zusammenarbeit mit Freiwilligen setzen.

Ein lang gehegter Traum

Doch was ist Schneiders Motivation, sich nebst seinem Jura-Studium humanitär zu engagieren? «Schon als kleiner Junge hatte ich den Traum, als Erwachsener in armen Ländern zu helfen», sagt Schneider. Für ihn ist Bildung der Grundstein, um eine Verbesserung zu erreichen. Ausserdem verweist Schneider auf die Geschichte Kambodschas. So ermordete die maoistischen Diktatur der Khmer Rouge zwischen 1975 und 1979 Lehrer, Ärzte und Akademiker. Viel Wissen ging im Bildungswesen verloren. Die Folgen sind teilweise immer noch spürbar.

Hinweis:
educationforcambodia.ch

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