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Nach Blitzeinschlag in Muolen: Versicherung empfiehlt Blitzableiter

In Muolen ist ein Dachstock abgebrannt, nachdem ein Blitz in das Haus eingeschlagen hat. Ein Blitzschutz hätte den Schaden eindämmen können. Die Anlagen sind für Wohnhäuser aber keine Pflicht.
Perrine Woodtli
Eine Blitzschutzanlage auf dem Dach kann den Schaden, der durch einen Blitzeinschlag entsteht, reduzieren. (Bild: Getty)

Eine Blitzschutzanlage auf dem Dach kann den Schaden, der durch einen Blitzeinschlag entsteht, reduzieren. (Bild: Getty)

Eine Familie verbringt den Abend zu Hause. Plötzlich gibt es einen lauten Knall. Kurz darauf brennt das Dach lichterloh. Diese Szene hat sich am vergangenen Mittwochabend in Muolen ereignet. Nachdem ein Blitz in ein Holzhaus eingeschlagen hat, brannte der Dachstock komplett aus.

Am Tag darauf war die Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen (GVA) vor Ort, um das Schadenausmass zu begutachten. Die GVA versichert alle Gebäude im Kanton gegen Feuer- und Elementarschäden und schützt Eigentümer vor den wirtschaftlichen Folgen. Im Teil- oder Totalschadenfall übernimmt die GVA die Kosten.

In Muolen konnte die Frage, ob es sich am Haus um einen Teil-oder Totalschaden handelt, inzwischen geklärt werden, sagt Tommy Winiger, Leiter Schadendienst der GVA. «Es handelt sich um einen Teilschaden.» Die GVA prüfe im Einzelfall, ob ein Schaden durch Blitz entstanden sei. Um festzustellen, ob es sich um einen Blitzeinschlag gehandelt hat, prüft die GVA das Blitzinformationssystem. «Bei diesem werden Wolken- und Bodenblitze registriert, deren Stärke und die Entfernung vom Gebäude.»

Subvention für freiwillig erstellte Blitzschutzanlagen

Das Haus in Muolen verfügte laut Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gemäss ersten Untersuchungen wahrscheinlich über keinen Blitzschutz. «Die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen und wir können noch kein definitives Statement abgeben», sagt Schneider.

Für Wohnbauten unter der Hochhausgrenze, sprich unter 30 Meter, besteht keine Pflicht, ein Blitzschutzsystem zu installieren. «Blitzeinschläge können auch mit Blitzschutzanlagen nicht verhindert werden», sagt Dieter Ebneter, Leiter Prävention beim Amt für Feuerschutz, welches der GVA angegliedert ist. «Die Anlagen helfen aber, die Auswirkungen eines Einschlages einzudämmen, sprich Personen- und Gebäudeschäden zu reduzieren.» Mit einem Blitzschutz hätte der Brand in Muolen allenfalls verhindert werden können.

Durch einen Blitzableiter werde die hohe Energie, die bis zu 30 000 Grad Celsius Hitze erzeugt, möglichst kontrolliert in den Untergrund abgeleitet. Der Schutz eines Hauses mittels eines Blitzschutzsystems sei deshalb grundsätzlich in jedem Fall sinnvoll – auch bei Wohnhäusern. «Der Blitz sucht sich den geringsten Widerstand und kann dadurch auch in ein Haus einschlagen, wenn daneben ein höheres Objekt steht», so Ebneter. Aus diesem Grund subventioniert die GVA freiwillig erstellte Blitzschutzanlagen mit 30 Prozent.

Blitzeinschläge sind keine Seltenheit

Welche Häuser zu einem Blitzschutz verpflichtet sind, definiert die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF). Gemäss ihrer Brandschutzrichtlinien müssen Bauten und Anlagen gegen Blitzschlag geschützt werden, die je nach Nutzung, Bauart oder Bauhöhe besonders gefährdet sind. Dabei handelt es sich unter anderem um Räume mit grosser Personenbelegung, hohe Bauwerke oder Bauten und Anlagen an exponierten Lagen.

Auch grössere landwirtschaftliche Ökonomie- und Betriebsbauten sowie Industrie- und Gewerbebauten oder Lager für feuer- oder explosionsgefährliche Stoffe müssen einen Blitzschutz haben.

Im Kanton St. Gallen verfügen laut Ebneter über 18 Prozent (gut 32 000 Gebäude) aller versicherten Gebäude über ein Blitzschutzsystem. Für mehr als die Hälfte dieser geschützten Gebäude bestehe keine Pflicht, sagt Ebneter. Dabei handle es sich vor allem um Einfamilienhäuser. Jede Anlage wird alle zehn Jahre kostenlos durch die GVA kontrolliert. Dies sei sinnvoll, da nur ein einwandfrei funktionierendes System den Schutz auch gewährleiste, sagt Ebneter.

Und nicht nur in Muolen schlagen schliesslich Blitze ein. Die jährliche Anzahl von Blitzeinschlägen im Kanton sei der GVA zwar nicht bekannt, sagt Tommy Winiger. Im Durchschnitt werden aber pro Jahr über 180 Blitzeinschläge, die zu Gebäudeschäden führen, gezählt. «Bei dieser Zahl handelt es sich jedoch nicht zwingend um direkte Blitzeinschläge in Gebäude, sondern auch um Auswirkungen eines Blitzes», sagt Winiger. «Elektronische Komponenten etwa sind anfällig auf Stromschwankungen beziehungsweise Blitze.»

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