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Der Schnee macht den Bodenseepegel

Es schneit, und das nicht zu knapp. Wenn die Schneehöhen in den Bergen derart hoch sind, dann wird das auch am Bodensee mit Interesse verfolgt. Schnee war nämlich Mitursache für das Jahrhunderthochwasser 1999.
Rudolf Hirtl
Teilweise liegt auf den Bergen und Hügeln im Hintergrund aktuell mehr Schnee, als zum selben Zeitpunkt im Hochwasserjahr 1999. (Bild: Tino Dietsche)

Teilweise liegt auf den Bergen und Hügeln im Hintergrund aktuell mehr Schnee, als zum selben Zeitpunkt im Hochwasserjahr 1999. (Bild: Tino Dietsche)

Im kommenden Sommer, genauer gesagt am 11. Juni, wird es 20 Jahre her sein, dass in Rorschach ein Pegel von 397,89 m ü. M. gemessen wurde und das Jahrhunderthochwasser damit seinen Höhepunkt erreichte. Die damals noch im Frühjahr in den Bergen liegenden Neuschneemengen waren auf der Alpennordseite extrem und mitverantwortlich dafür, dass die Ufergebiete der Region Rorschach im Mai und Juni 1999 überschwemmt wurden.

Wird die Schneelast zu gross? Verschneite Brunnenfigur auf der Verzweigung Gatter- und Guisanstrasse neben der Universität. (Bild: Albert Rutz - 14. Januar 2019)
Nachtskifahren an der Beckenhalde in St.Georgen. (Bild: Werner Bosshard-Ryder - 12. Januar 2019)
Schnee und Wasser an der Sitter. (Bild: Hans Adelmann - 14. Januar 2019)
Schneetreiben auf dem Bahnhofplatz. (Leserbild: Urs Siegwart - 10. Januar 2019)
Abendliche Winterstimmung bei der Einmündung der Poststrasse in den Oberen Graben. (Leserbild: Marc Bollhalder - 5. Januar 2019)
Gut beleuchtete Schneemassen am Speichersteig. (Leserbild: Franz Häusler - 10. Januar 2019)
Das verschneite «Ladenschild» der Bibliothek in der Hauptpost. (Leserbild: Katharina Nagy - 10. Januar 2019)
Weiss und weiss mit einigen Farbtupfern auf dem Kapf. (Leserbild: Franziska Hörler - 6. Januar 2019)
Schneelandschaft mit Hecke auf dem Kapf. (Leserbild: Franz Häusler - 5. Januar 2019)
Kohlmeisen warten auf Futter. (Leserbild: Stefan Truffer - 5. Januar 2019)
Frauenbadi im Schneetreiben. (Leserbild: Franz Häusler - 5. Januar 2019)
Die Frauenbadi und der Chrüzweier im Schnee sind beliebte Fotomotive. (Leserbild: Uli Butz - 6. Januar 2019)
Ganz definitiv kein Badewetter am Mannenweier. (Leserbild: Doris Sieber - 8. Januar 2019)
Hochbetrieb am Schlittelhang beim Scheitlinsbüchel. (Leserbild: Franz Häusler - 5. Januar 2019)
Das Kloster Notkersegg im Schnee. (Leserbild: Christian Wild - 6. Januar 2019)
Winterdienst auf der Treppe des Historischen und Völkerkundemuseums. (Leserbild: Franziska Hörler)
Es flöckelt auf dem Gallusplatz. (Leserbild: Franziska Hörler - 8. Januar 2019)
Die Schneedecke ist merklich gewachsen: der Gallusplatz zwei Tage später. (Leserbild: Kurt Knecht-Zemp - 10. Januar 2019)
Schneeräumung während des Abendverkaufs in der St.Galler Multergasse. (Leserbild: Ingrid Zürcher - 10. Januar 2019)
Abendstimmung am See in Rorschach. (Leserbild: Robert Muralt - 11. Januar 2019)
20 Bilder

Leserbilder: Ein Traumwinter in Stadt und Region St.Gallen

Das Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG) spricht in seiner Analyse der damaligen Hochwasserkatastrophe von einem ausserordentlichen Winter. In drei ausgeprägten und kurz aufeinanderfolgenden Neuschneeperioden vom 29. Januar bis Ende Februar seien grosse Mengen Schnee gefallen und es habe höchste Lawinengefahr geherrscht. «Gesamthaft betrug der Neuschneezuwachs in den nördlichen Regionen der Schweizer Alpen in diesem Zeitraum rund fünf Meter», so das BWG.

Hochwasser nur, wenn viele Faktoren zusammenspielen

Nach den intensiven Schneefällen der vergangenen Tage liegt auch aktuell in den Bergen eine dicke Schneeschicht. Ob es dadurch im Spätfrühling zu Hochwasser und Überschwemmungen kommen könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch reine Spekulation. Fakt ist aber, dass die Schneesituation in den Bergen jener des Jahrhundertwinters 1999 gleicht. Damals hatten ja später im Mai/Juni warme Niederschläge zusammen mit der Schneeschmelze zu einem Anstieg von Fluss- und Seepegel geführt.

Da der Schnee von gestern gemäss Fachleuten der Hydrologie der Abfluss von morgen ist, wurden 1999 schon Ende Februar Befürchtungen laut, dass das Jahr grosse Hochwasser bringen könnte. Die Starkniederschläge im Mai, zeitgleich mit der starken Schneeschmelze, liessen die Befürchtungen dann auch Wirklichkeit werden.

Der Steg bei der Badi Hörnlibuck ist ebenfalls zugeschneit. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Steg bei der Badi Hörnlibuck ist ebenfalls zugeschneit. (Bild: Rudolf Hirtl)

Das Schmelzen von in den Bergen liegendem Schnee alleine reicht allerdings auch heute nicht aus, um ein Hochwasser am Bodensee auszulösen. Dafür müssen mehrere Faktoren zusammenspielen. Nur die Kombination einer über der Nullgradgrenze liegenden Temperatur, tagelangem Starkregen auf wassergesättigte Böden und einer Schneeschmelze würden den Seepegel erneut auf so dramatische Weise wie 1999 ansteigen lassen.

In einer solchen Situation wird die natürliche Abflusskapazität des Sees (1000 m3/s) durch den Zufluss (1999: 4000 m3/s) übertroffen. 1999 überschritt der Pegel die Schadensgrenze (397,14) massiv und verursachte Schäden von über 100 Millionen Franken. Im Bereich Obersee standen 33 Quadratkilometer Uferland unter Wasser.
Aktuell liegt im Einzugsgebiet der Bodenseezuflüsse zwar mehr Schnee als im langjährigen Mittel, doch, kann sich der laufende Winter schon mit jenem legendären Winter 1999 messen?

Mehr Wasser in den Bergen, als im Jahr 1999

Ein Blick auf Messstationen im Einzuggebiet der Bodenseezuflüsse zeigt ein durchaus ungewöhnliches Bild. Bereits 200 Zentimeter dick ist beispielsweise die Schneedecke auf dem Weissfluhjoch oberhalb von Davos. Und dabei ist erst Anfang Januar. Die höchsten Schneedecken werden dort üblicherweise später im Winter erreicht. Je nach Höhenlage zwischen Februar und April. Im Hochwasser-Jahr 1999 lagen dort 346 Zentimeter Schnee. Am Wildsee in der Gipfelregion des Pizol liegen derzeit auf 2438 Metern bereits 195 Zentimeter Schnee. Die Durchschnittshöhe beträgt an dieser Stelle am Messtag 11. Januar 100 Zentimeter. Das Maximum weicht mit 218 Zentimetern nur wenig von der aktuellen Messung von gestern ab.

Beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos (SLF) betont man auf Anfrage dieser Zeitung, dass über etwaige Hochwasserszenarios im Frühling keine konkreten Aussagen gemacht werden können. Die gelieferten Daten sind aber dennoch mehr als spannend. «Im Einzugsgebiet des Alpenrheins hatte es Mitte dieser Woche im Mittel 170 Millimeter Schneewasseräquivalent. Im Vergleich dazu hatte es 1999 zur selben Zeit nur rund 120 Millimeter», sagt Rebecca Mott-Grünewald vom SLF. Anders gesagt, die Wassermenge in Millimeter, die man erhalten würde, wenn man die Schneedecke mit gleicher Höhe und Dichte schmelzen würde, wäre zum jetzigen Zeitpunkt deutlich grösser als 1999.

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