Kommentar

Der Regierung fehlt es an Zug

David Gadze
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David Gadze, Ressortleiter Stadt St.Gallen (Bild: Hanspeter Schiess)

David Gadze, Ressortleiter Stadt St.Gallen (Bild: Hanspeter Schiess)

Alle 15 Minuten vom einen Ende der Stadt zum anderen, von Winkeln nach St.Fiden und umgekehrt – und das in wenigen Minuten mit dem Zug. Was in anderen Städten längst Realität ist, bleibt in St.Gallen wohl über Jahre hinaus Wunschdenken. Und dies, weil auf oberster politischer Ebene im Kanton der Rückhalt für diese Idee fehlt: Die Regierung erachtet es jedenfalls als nicht zielführend, jetzt ein Fahrplankonzept zu erarbeiten, das dann womöglich nicht mit den Plänen des Bundes zu vereinbaren sei.

Mit anderen Worten: Sie reicht damit den Schwarzen Peter nach Bern weiter. Dabei könnte sich genau ein solches Konzept zum Trumpf erweisen, wenn es dort um die Investitionen und deren Verteilung auf die Regionen geht. Denn der Ruf nach mehr Geld für die Infrastruktur, das Angebotsverbesserungen im Raum St.Gallen erst ermöglichen würden, verhallt schon seit Jahren praktisch ungehört. Ein Fahrplankonzept auf Kantonsebene, das die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufdeckt, würde dabei sicher nicht schaden.

Insofern ist es gut, dass sich der St.Galler Stadtrat nicht mit der Antwort der Regierung abspeisen lässt und weiter für eine S-Bahn kämpfen will, die diesen Namen auch verdient. Den Kopf in den Schotter zu stecken, kann jedenfalls keine Option sein.