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Drohnenpilot aus Abtwil steuert sein Flugobjekt mit bis zu 150 Stundenkilometern durch die Lüfte

Der Abtwiler Daniel Bachofen ist begeisterter Drohnen-Pilot. Demnächst misst sich der Präsident des Ostschweizer Racer-Vereins mit anderen Quadrocopter-Piloten – am ersten offiziellen Cuprennen in St.Gallen.
Sebastian Schneider
Drohnenpilot Daniel Bachofen trainiert für sein nächstes Cup-Rennen. (Bild: Benjamin Manser)

Drohnenpilot Daniel Bachofen trainiert für sein nächstes Cup-Rennen. (Bild: Benjamin Manser)

Ein Sturzflug, dann ein Flip. In hohem Tempo umkreist die Drohne einen Apfelbaum. Dann fliegt sie tief über dem Boden, steigt wieder und dringt in den Wald ein. Ein, zwei Mal klatscht ein Ästchen gegen die Drohne. «Die Äste sind kaum zu sehen», sagt Daniel Bachofen aus Abtwil.

Er landet sein Flugobjekt vor seinen Füssen und nimmt die Brille ab. In der Dämmerung machen farbige LED-Lämpchen den Drohnenflug noch eindrücklicher. Bachofen ist mit seinem Spezialrucksack, vier Drohnen und zwei Flugtoren auf die Ruchwis am Sonnenberg ausgerückt. Auf der Landwirtschaftsfläche oberhalb von Abtwil kann er ungestört seinem Hobby frönen.

Bachofen ist FPV-Racer. FPV ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für «first person view». An jeder Drohne ist eine Kamera angebracht, die Livebilder an die FPV-Brille sendet. Durch diese Echtzeit-Sicht lassen sich die Drohnen – Bachofen nennt sie lieber Quadrocopter oder Racer – enorm schnell und exakt steuern. Die Objekte können bis zu 150 Stundenkilometer erreichen, abrupt bremsen oder rasch in die Höhe steigen. Solche Flugmanöver zeigen FPV-Racer aus der ganzen Schweiz an der Automesse St. Gallen, die vom 16. bis 18. November stattfindet. In der Olma-Halle 3.0 messen sie sich an einem Cup-Rennen der «Swiss Drone League».

Der Motorsport nimmt Fahrt auf

Bachofens Hobby gewinnt mehr und mehr Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt wegen der Rennen, die so spektakulär wie möglich gestaltet werden. Vier Piloten treten in einem Rennen gegeneinander an. Dabei müssen die Quadrocopter Flugtore, sogenannte Gates, durchfliegen. «Enorm schwierig», sagt Bachofen, der seit drei Jahren FPV-Racer ist.

Mittlerweile bereite es ihm keine Schwierigkeiten mehr, seine Drohne etwa durch das halbrunde Gate, das er auf der Ruchwis aufgespannt hat, zu steuern. Wer es allerdings an die Weltspitze schaffen wolle, müsse mindestens zwei bis drei Mal in der Woche trainieren, sagt der Abtwiler. Der 35-jährige Vater einer Tochter kann sich dafür nicht genug Zeit einräumen. An der Automesse geht er dennoch an den Start, und auch an den meisten Cup-Rennen nimmt er teil.

Ein Akku für zwei bis vier Minuten

Bachofen ist Präsident des Vereins FPV-Racer St. Gallen, der ein Dutzend Mitglieder hat. Die Gruppe, die sich regelmässig zu Trainings trifft, zählt aber über 30 technikbegeisterte Piloten. Derzeit nutzen die Racer vor allem die Ruchwis als Trainingsgelände. «Hier sind wir genug weit vom Dorf entfernt, und der Pächter hat sein Okay gegeben», sagt Bachofen. Akzeptanz bei Anwohnern oder Grundeigentümern zu finden, sei schwierig. «Wir kämpfen gegen einen schlechten Ruf.» Viele Leute empfänden die Quadrocopter als zu laut oder gar bedrohlich.

Obschon die Drohnen, die von den Piloten selber zusammengebaut werden, gerade einmal 500 bis 600 Gramm wiegen. Ein Akku hält für eine Flugzeit von zwei bis vier Minuten. Kaum verwunderlich, nimmt Bachofen jeweils über ein Dutzend Akkus an die Trainings mit.

Der Ostschweizer Verein hofft darauf, einmal einen fixen Trainingsplatz zu bekommen. «Dann könnten wir einen Teil des Trainingsmaterials in einer Box lagern», sagt Bachofen. Derzeit sei man auch daran, für den Winter ein Trainingslokal – eine Halle – zu finden. Denn die Leistung der Technik nimmt bei Temperaturen unter zehn Grad rapide ab.

Hobby vereint Technik und Natur

Natürlich sei sein Hobby nicht günstig, sagt Bachofen. Für einen Quadrocopter gebe man gut und gerne 400 Franken aus. «Wir haben Vereinsmitglieder, die an die 20 Racer besitzen.» Manche würden eine Art Sucht entwickeln fürs Zusammenbauen neuer Flugobjekte. Die Entwicklung sei enorm, immer wieder gebe es neue Komponenten oder Kombinationen, die man ausprobieren wolle.

Neben dem technischen Aspekt schätzt Bachofen an seinem Hobby, dass es meistens draussen in der Natur stattfindet. So überflog sein Quadrocopter schon manche Bergflanken oder stürzte Felsen hinunter. Ein «Kick» seien solche Flüge für ihn. Denn die Livebilder geben dem Piloten das Gefühl, selber in der Drohne zu sitzen. «Daran muss man sich zuerst gewöhnen», sagt Bachofen. Es ist nun dunkel und kalt. Zeit, alles zusammenzupacken und nach Hause zu fahren.

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