Workout wie wild: Der Wittenbacher Patrick Brülisauer wirbelt im Video

Bis zu fünfmal pro Woche ist Patrick Brülisauer auf der Wittenbacher Street-Workout-Anlage anzutreffen. Mittlerweile macht er spektakuläre Übungen, die er zu Beginn mit Mundschutz trainierte.

Livia Grob
Drucken
Teilen
Wenn Patrick Brülisauer beim OZ Grünau trainiert, zieht er die Blicke auf sich. (Bild: Michel Canonica (5. Juni 2019))

Wenn Patrick Brülisauer beim OZ Grünau trainiert, zieht er die Blicke auf sich. (Bild: Michel Canonica (5. Juni 2019))

Scheinbar mühelos schwingt er von Stange zu Stange, macht hier und dort noch einen Klimmzug, zieht sich hoch, lässt sich wieder fallen und landet dann leichtfüssig auf dem Boden.

Als der 22-jährige Patrick Brülisauer seine Kraftübungen im Street-Workout-Park in Wittenbach beendet, ringt er aber doch um Atem. «Einige Male schaffe ich diesen Durchgang schon», sagt er. Danach könne es aber gefährlich werden. Wenn die Konzentration fehlt, fallen dem schnell einige Zähne zum Opfer. «Deswegen habe ich anfangs einen Mundschutz getragen», sagt Brülisauer.

Mehr als ein Hobby

Patrick Bruelisauer auf der Wittenbacher Street-Workout-Anlage. (Bild: Michel Canonica)

Patrick Bruelisauer auf der Wittenbacher Street-Workout-Anlage. (Bild: Michel Canonica)

Die Anlage in Wittenbach gibt es seit vier Jahren. Jugendliche hatten sich dafür eingesetzt. Gleich hinter der Bushaltestelle Grünau schwingen die Street-Workouter nun an den Stangen und machen Handstände und Klimmzüge. «Das wird manchmal fast schon unangenehm, wenn Leute aus dem Bus aussteigen und zu schauen», sagt Brülisauer. In ihrer Szene gehe es nicht darum, den eigenen Körper zu präsentieren. Vielmehr gehe es um den Spass an der Bewegung und darum, sich selbst zu neuen Bestleistungen anzuspornen. Mit Gewichten an den Füssen oder mit einer zehn Kilo schweren Weste könne man sich selber pushen und ans Limit bringen. Für viele ist Street-Workout nicht bloss ein Hobby, sondern viel mehr ein Lifestyle. Egal ob in den Ferien oder beim Joggen, man finde überall ein Gerüst oder eine Sitzbank, um ein paar Liegestütze, Handstände oder Rumpfbeugen zu machen.

«Neben dem Street-Workout spiele ich Fussball in der 3.-Liga-Mannschaft des FC Wittenbach», sagt Brülisauer. Angefangen mit dem Krafttraining beim Grünau Schulhaus hat der 22-Jährige als er vor drei Jahren eine kurze Pause beim Fussball einlegte. «Ich hatte einige Freunde, die regelmässig dort trainierten», sagt er. Deshalb habe er es während seiner Fussballpause ausprobiert. Die ersten Workouts beinhalteten bei ihm vier bis fünf Klimmzüge. Erst mit der Zeit habe er sich an schwierigere und anstrengendere Übungen herangewagt. «Man kopiert von anderen, was gut aussieht», sagt er. Auch Videos auf Youtube oder Instagram dienen oft als Inspiration.

Im Winter ins Fitnessstudio

Der gelernte Fachmann für Betriebsunterhalt trainiert im Sommer zwei- bis fünfmal pro Woche im Park. «Je nach dem wie fit ich bin, kann ein Workout dreiviertel bis zweieinhalb Stunden dauern», sagt er. Im Winter ist das Training im Freien aber oft nicht möglich. Für die letzte Saison habe er sich daher ein günstiges Fitnessabo gekauft. Am besten habe ihn an diesem Studio die Indoor-Street-Workout-Anlage gefallen.

«Mich sieht man nie bei den Kraftmaschinen.»

Bei solchen Geräten trainiere man die Muskeln isoliert, beim Street-Workout würden ganze Muskelgruppen gebraucht. «Ausserdem ist man an der frischen Luft und es kostet nichts», sagt er. Sobald das Wetter wieder gut genug gewesen sei, habe er draussen trainiert.

Zu Beginn trug Brülisauer aus Sicherheitsgründen einen Mundschutz. (Bild: Michel Canonica)

Zu Beginn trug Brülisauer aus Sicherheitsgründen einen Mundschutz. (Bild: Michel Canonica)

«Einige Street-Workouter betreiben nebenbei noch einen anderen Sport», sagt er. Als ergänzendes Krafttraining oder einfach, um dem Körper etwas Gutes zu tun. So habe jeder Sportler seine eigene Handschrift und beim gemeinsamen Workout profitiere man viel davon. «In letzter Zeit sind auch mehr Frauen am Krafttraining interessiert», sagt Brülisauer. So treffe man eine durchmischte aber stets motivierte Gruppe an.

«Wer Lust hat vorbeizukommen und mitzumachen, soll sich ruhig trauen», sagt der Street-Workouter. Anfänger sollen Spass haben und nicht gleich verzweifeln, wenn etwas nicht klappt.

«Doch vor allem sollen sich Einsteiger auf den Muskelkater am nächsten Tag freuen.»

Er spricht schliesslich aus Erfahrung.