Wiler Pfarrer wechselt zur Seelsorgeeinheit St.Gallen West – Gaiserwald

Roman Giger wird ab Dezember die Seelsorgeeinheit St. Gallen West-Gaiserwald leiten. Der bald 50-Jährige war bisher Stadtpfarrer in Wil. Sein neuer Arbeitsort sei für ihn noch «Terra incognita».

Gianni Amstutz
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Roman Giger wird künftig auch in der katholischen Kirche in Abtwil predigen. (Bild: Archiv)

Roman Giger wird künftig auch in der katholischen Kirche in Abtwil predigen. (Bild: Archiv)

Wils Stadtpfarrer Roman Giger wird sich in absehbarer Zeit von seiner Kirchgemeinde verabschieden. Er verlässt Wil voraussichtlich Ende August in Richtung St. Gallen. Dort wird der bald 50-Jährige am 1. Advent 2019 die Leitung der Seelsorgeeinheit St. Gallen West-Gaiserwald übernehmen. «Ich werde die Tränen wohl nicht zurückhalten können», sagt Roman Giger zu seinem bevorstehenden Abschied aus Wil. Nach 15 Jahren in derselben Pfarrei habe er sich bereits vor zwei Jahren Gedanken über seine berufliche Zukunft gemacht und Bischof Markus Büchel mitgeteilt, dass er gerne nochmals eine neue Herausforderung in einer anderen Pfarrei annehmen würde. Aufgrund seines Alters und seiner langjährigen Tätigkeit am selben Ort sei der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen. «Nur so kann man innerlich frisch bleiben», sagt Giger.

Dem Wunsch nach einer neuen beruflichen Herausforderung kam Bischof Markus Büchel nun nach und ernannte Giger zum Pfarrer der Kirchgemeinden St. Gallen Bruggen, St. Gallen Winkeln, Abtwil-St. Josefen und Engelburg. Diese sind in der Seelsorgeeinheit St. Gallen West-Gaiserwald vereint.

Noch keine Kenntnisse über neue Pfarrei

Seine neue Seelsorgeeinheit sei für ihn bisher «Terra incognita», unbekanntes Land also, wie Giger es ausdrückt. Wo er künftig als Pfarrer tätig sein werde, habe für ihn überhaupt keine Rolle gespielt. So habe er denn auch noch keinen Bezug zu seiner neuen Pfarrei. Die Mitarbeiter habe er aber bereits kennengelernt und einen guten ersten Eindruck gewonnen. An seiner neuen Wirkungsstätte will er seinen Erfahrungsschatz einbringen und, wo nötig, dabei unterstützen, Aufbauarbeit zu leisten.

«Dabei hilft mir der Umstand, dass ich während meiner 15 Jahre in Wil zahlreiche Projekte begleitet habe.» Dazu zählen unter anderem der Zusammenschluss mit Rickenbach, die neue Gottesdienstordnung in der Grosspfarrei, der Ausbau der Familienseelsorge, die Einführung eines professionellen kirchlichen Sozialdienstes sowie zahlreiche neue Pfarreiangebote, um nur einige zu nennen.

St. Galler müssen ihn noch wählen

Doch Roman Giger will nicht einfach stur seine Ideen in einer neuen Pfarrei verwirklichen, sondern «stets offen für die Menschen, ihre Ideen und die Gegebenheiten am neuen Ort sein». Noch muss Giger von den St. Galler Bürgern der Kirchgemeinden Anfang April gewählt werden, damit sein Wechsel definitiv ist. An den Kirchgemeindeversammlungen werden seine neuen Schäfchen ihren Pfarrer zum ersten Mal zu Gesicht bekommen. «Ich will auch in der Seelsorgeeinheit St. Gallen West-Gaiserwald nahbar sein, einem Miteinander im Seelsorgeteam Sorge tragen, und als weltoffener und zeitgemässer Pfarrer wahrgenommen werden», sagt Giger.

Als offen für die Anliegen der Bürger und präsent über kirchliche Kreise hinaus wurde Giger auch in Wil wahrgenommen. Umso mehr nimmt man seinen Abschied aus der Kirchgemeinde mit Wehmut zur Kenntnis – auch wenn dieser nicht völlig unerwartet kommt. «Nachdem er schon so lange bei uns war, wussten wir, dass er wohl bald einmal weiterziehen würde», sagt Kirchenverwaltungsratspräsident Jürg Grämiger. Trotzdem lasse man Roman Giger nur ungern ziehen.

«Er war eine stadtbekannte Persönlichkeit, der mit seiner zugänglichen Art viele Leute erreicht hat.»

Wenn Roman Giger die Stadt Wil Ende August verlässt, wird das nicht nur die Verantwortlichen der Kirche traurig stimmen. «Ich habe hier ein grosses Beziehungsnetz aufgebaut, Kinder getauft, Paare vermählt und Personen beerdigt», sagt Roman Giger. Das lasse einen nicht kalt. «Ich habe die Leute in Wil gerne und spüre, dass sie das gleiche empfinden.»

Eine neue Seelsorgerin für Abtwil

Sollte Roman Giger gewählt werden und ab dem ersten Dezember bei der Seelsorgeeinheit St. Gallen West-Gaiserwald seine Tätigkeit aufnehmen, wird er als Pfarrer auch in Abtwil predigen. War früher noch jeweils ein Pfarrer für jedes Dorf zuständig, ist dies heute mit dem Zweckverband der vier Pfarreien St. Gallen-Bruggen, St. Gallen-Winkeln, Abtwil-St. Josefen und Engelburg nicht mehr so. In der Regel sind alle Seelsorger in den vier Pfarreien präsent. In Abtwil ist eine Stelle vakant, seit Pfarrer Heinz Angehrn im vergangenen Sommer nach 26 Jahren in Abtwil in den Ruhestand ging. Im August wird Brigitta Schmid Pfändler als neue Seelsorgerin die Arbeit aufnehmen. Auch sie wird für die ganze Seelsorgeeinheit tätig sein. Ihr Haupttätigkeitsfeld liegt aber in Abtwil, wo sie als neue Ansprechperson für die Pfarrei Abtwil-St. Josefen fungieren wird. (woo)