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Am Wochenende läuft das Geschäft nicht: Restaurant Sonnenberg in Abtwil passt Öffnungszeiten an

Weil das Geschäft nicht mehr rentierte, hat das Restaurant Sonnenberg in Abtwil die Öffnungszeiten angepasst. Künftig will sich der Wirt vor allem auf das Mittagsgeschäft konzentrieren.
Perrine Woodtli
Markus Fischbacher und Ursi Scherrer führen gemeinsam das Restaurant Sonnenberg in Abtwil. (Bild: Ralph Ribi (17. Juli 2014))

Markus Fischbacher und Ursi Scherrer führen gemeinsam das Restaurant Sonnenberg in Abtwil. (Bild: Ralph Ribi (17. Juli 2014))

Ein Restaurant zu führen ist kein Zuckerschlecken. Das weiss Markus Fischbacher. Seit 20 Jahren arbeitet er im Restaurant Sonnenberg, wo er aufgewachsen ist. 2007 hat er den Betrieb von seinem Vater übernommen. Seither leitet Fischbacher das Abtwiler Restaurant zusammen mit seiner Partnerin Ursi Scherrer in der vierten Generation.

Seit diesem Monat hat das Restaurant neue Öffnungszeiten. Vor den Ferien öffnete Fischbacher noch am Montag und Dienstag von 9 bis 19 Uhr, am Freitag und Samstag von 9 bis 22 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Am Mittwoch und Donnerstag war jeweils Ruhetag. Neu hat das Restaurant von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 19 Uhr geöffnet und am Wochenende geschlossen.

«Das Gästeverhalten hat sich verändert. Deshalb haben wir unser Konzept überdacht», sagt Fischbacher. Gründe für die Anpassungen gebe es mehrere.

«Am besten läuft das Mittagsgeschäft. Die Gäste schätzen die Terrasse, dass sie einen Parkplatz haben und dass sie ein schnelles Mittagmenu erhalten.»

Viele hätten es schade gefunden, dass das Restaurant am Mittwoch und Donnerstag nicht geöffnet hatte. «Einigen waren die verschiedenen Zeiten wohl auch zu kompliziert.» Die Gäste wollten nicht darüber nachdenken, ob das «Sonnenberg» geöffnet hat oder nicht, sondern einfach jeden Mittag kommen können.

Immer weniger spontane Gäste

Im Gegensatz zum Mittag sei der Betrieb am Wochenende und am Abend immer mehr abgeflacht. «Spontane Gäste gab es immer weniger.» Zum Feierabend habe es jeweils noch Stammgäste, danach werde es ruhig. Am Nachmittag würden ein paar Spaziergänger und Biker einkehren. Deshalb kam der Wirt zum Schluss, dass es sinnvoller sei, sich künftig auf das Mittagsgeschäft zu konzentrieren, und zu versuchen, das Nachmittagsgeschäft mehr zu beleben. «Gäste, die gerne am Wochenende kamen, freut das sicher nicht», sagt Fischbacher. Er müsse aber auf sich schauen – vor allem, wenn das Geschäft nicht mehr rentabel sei.

Für Gruppenanlässe und Veranstaltungen öffnet das Restaurant aber auch ausserhalb der Öffnungszeiten. Neu will Fischbacher auch häufiger Caterings anbieten. Jetzt, wo die Wochenenden und Abende frei seien, bleibe mehr Zeit dafür.

Warum sich das Gästeverhalten so verändert hat, sei schwierig zu sagen. Ein möglicher Grund sei, dass immer viele Anlässe stattfänden. Fischbacher erwähnt auch Social Media.

«Früher hatte der Stammtisch in einer Beiz einen hohen Stellenwert. Hier traf man sich, um sich auszutauschen oder etwas abzumachen.»

Heute laufe das alles über Whatsapp und Co. ab. Die Leute seien zudem mobiler als früher. «Heute ist ein Nachtessen in Zürich kein Problem mehr», sagt Fischbacher. «Die Leute gehen gerne weiter weg. Im Dorf kennt man ja alles.» Fischbacher betont, dass er diese Entwicklungen nicht negativ findet. «Aber es sind nun mal Veränderungen, auf die man reagieren muss.»

«Sicilia» passte Zeiten ebenfalls an

Auch im «Sicilia» haben Mimoza Curseri und Claudio Fele die Öffnungszeiten angepasst. Seit Frühling ist das Restaurant im Abtwiler Dorf nicht mehr ab 7.30 Uhr, sondern jeweils von 11 bis 14 Uhr und 17 bis 23 Uhr und samstags ab 17 Uhr geöffnet. Sonntag ist Ruhetag. Die beiden Inhaber sagten damals, dass sie das Restaurant nach einem Gästerückgang wieder zum Laufen bringen wollen.

«Da Teresa» wird zu «Noi Due»

17 Jahre lang hat die Familie Idrizi die Pizzeria da Teresa (ehemals «Sternen Pizzeria») geführt. Jetzt ist Schluss. Per Ende Juli hat das Restaurant mitten im Dorf an der Hauptstrasse 30 seinen Betrieb eingestellt. Es sei Zeit für eine Veränderung, sagt Inhaberin Teresa Idrizi auf Anfrage. «Ich habe das Restaurant gemeinsam mit meinen zwei Kindern geführt», sagt Idrizi. «Beide beginnen jetzt eine neue Aus- oder Weiterbildung.» Idrizi hätte neues Personal einstellen müssen, entschied sich aber anders. «Ich nehme diese Situation nun als Anlass, eine Auszeit zu nehmen», so die Wirtin.

17 Jahre seien eine lange Zeit. Eine Pizzeria zu führen sei streng und zeitintensiv, man müsse auf vieles verzichten. «Jetzt habe ich mehr Zeit für Familie und Freunde. Das tut gut.» Idrizi betont, dass ihr die Arbeit aber immer viel Spass gemacht habe. «Ich empfand es eigentlich auch nie wirklich als Arbeit.» Dementsprechend sei es ihr alles andere als leicht gefallen, das «Da Teresa» aufzugeben. «In all den Jahren lernt man so viele verschiedene Menschen kennen», sagt Idrizi. «Vor allem die Stammgäste wachsen einem sehr ans Herz.»

Umso glücklicher sei sie nun mit ihren beiden Nachfolgern Vincenzo Spina und Massimo de Fino, denen sie das Restaurant vermietet. Beide seien jung, vom Fach und es habe einfach alles gepasst, sagt Idrizi, welche die Besitzerin der Liegenschaft bleibt. Das Restaurant bleibt noch drei Wochen geschlossen. Am Dienstag, 4. September, eröffnen die neuen Wirte dann das Restaurant unter dem neuen Namen «Ristorante Pizzeria Noi Due». (woo)

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