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Der Mann der hundert Psychen: Joel Basman besucht Premiere in St.Gallen

Zu Gast Joel Basman spielt Sigi im Film «Der Büezer». Heute Mittwoch ist der Schauspieler an der Premiere im Kinok dabei.
Christoph Renn
Der international gefeierte Schauspieler Joel Basman besucht heute St.Gallen. Bild: Adrien Perritaz/Keystone

Der international gefeierte Schauspieler Joel Basman besucht heute St.Gallen. Bild: Adrien Perritaz/Keystone

Er nimmt an Castings in London teil, spricht in Paris für einen Film vor oder übt eine Rolle in Berlin ein: Der 29-jährige Schauspieler Joel Basman ist gefragt. Heute Mittwoch macht er halt in St.Gallen: Im Kinok ist um 20 Uhr Premiere von «Der Büezer» von Regisseur Hans Kaufmann. Joel Basman spielt darin den Sanitärtechniker Sigi, der sich in eine junge Frau verliebt, die in einer Freikirche ist. «Für mich gibt es morgen eine Premiere an der Premiere», sagt Joel Basman. Denn der Weitgereiste war noch nie in der Stadt St.Gallen. Und er wisse auch nicht sehr viel über die Gallusstadt. «Ich werde morgen einige Stunden vor der Filmpremiere nach St.Gallen reisen und mir die Stadt ansehen und natürlich eine Bratwurst essen», sagt er.

Seine jüngste Rolle als Sigi in «Der Büezer» war für Joel Basman eine besondere. «Es war für mich sehr spannend, weil ich schon früh ins Projekt miteinbezogen wurde», sagt er. So seien einige Szenen des Filmes durch Improvisation entstanden und durch die Arbeit mit Hans Kaufmann und dem Kameramann. «Ich konnte viel ausprobieren. Das ist ein riesiger Luxus für Schauspieler.» Hinzu sei gekommen, dass die Dreharbeiten chronologisch geschahen. Sprich: Die jeweiligen Szenen wurden in der Reihenfolge der Geschichte gedreht. «Das ist beim Filmdreh oft anders», sagt Basman. So habe er beispielsweise auch schon eine Beerdigung drehen müssen, obwohl der Mord noch gar nicht im Kasten gewesen sei.

Privat geniesst der Schauspieler die Ruhe

Der 29-jährige Schauspieler aus Zürich ist beruflich auf der Überholspur. Eine Hauptrolle jagt die andere. Privat geniesst Joel Basman hingegen die Ruhe, die Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden. Er zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. Und in den sozialen Medien sucht man vergeblich nach dem jungen Schauspieler. «Mein Privatleben ist uninteressant», sagt er. Dies obwohl er in London, Paris und Berlin unterwegs ist. «Wen interessiert es schon, wann ich wohin fliege und welchen Champagner ich trinke?»

Sein Rückzug in den Kreis seiner Familie, raus aus der Öffentlichkeit, sei ihm aber auch aus beruflicher Sicht wichtig. Denn zu viele Informationen über die Person hinter der Maske des Schauspielers könnten schaden. Als Beispiel nennt er Tom Cruise, der überall dafür bekannt ist, dass er Mitglied bei Scientology ist. «Da kannst du nicht mehr jede Rolle spielen», sagt Basman. Die Zuschauer würden die Rolle und die Privatperson nicht mehr so leicht auseinanderhalten können.

In verschiedene Psychen eintauchen

Auf der Leinwand ist Joel Basman ein psychisches Chamäleon. Er verkörpert verschiedensten Charakteren, manchmal witzige, manchmal nachdenkliche, manchmal brutale. «Das ist, was mich an der Schauspielerei fasziniert. Ich liebe es, in verschiedene Psychen einzutauchen.» Seine Leidenschaft zerre jedoch an seinen Nerven. Zwischen zwei Filmen brauche er eine Pause. Er habe auch schon parallel gedreht. «Danach litt ich schier an einer multiplen Persönlichkeitsstörung.» Sein Rezept ist einfach: Erholung sei für ihn, wenn er nichts mache. «Ich schalte mein Handy aus, schlafe aus und unternehme etwas mit meinem Neffen», sagt Joel Basman.

Bei der Auswahl seiner Rollen ist Basman wählerisch. «Es muss alles passen», sagt er. Wichtig seien dabei das Drehbuch, der Regisseur aber auch die «Schauspielergspänli». «Ich muss nicht mehr alles machen», sagt er. Bei «Der Büezer» habe er jedoch nicht lange überlegen müssen und sofort zugesagt.

Hinweis

Premiere von «Der Büezer»: heute Mittwoch, 20 Uhr, im Kinok mit Gespräch mit Joel Basman und Regisseur Hans Kaufmann.


Vom Modegeschäft aufs Filmset

Joel Basman kam am 23. Januar 1990 in Zürich zur Welt. Von seinen Eltern, die gemeinsam ein Modegeschäft führen, lernte er das Handwerk des Schneiders. Im Alter von 14 Jahren wurde Basman fürs Fernsehen entdeckt. In seiner ersten Rolle spielte er von 2004 bis 2006 den schlitzohrigen Zizou in der Schweizer Fernsehserie «Lüthi und Blanc». Im selben Jahr begann seine Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Steiner in «Mein Name ist Eugen». Basman ist unter anderen in Filmen wie «Sennentuntschi» (2010) oder in «Vielen Dank für Nichts» (2013) zu sehen. International herausragend waren Basmans Engagements in «Monuments Men» von 2014 mit George Clooney sowie 2017 im «Papillon»-Remake von Michael Noer. (ren)

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