Der Kreuzweg der Frauen in St.Gallen Heiligkreuz ist eröffnet

Zur Osterzeit gedenken Christen dem Leiden Jesu. Der Kreuzweg im Heiligkreuz soll Hoffnung spenden.

Dinah Hauser
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Mittels der Bilder soll dem Leiden von Jesus Christus gedacht und an das Mitgefühl der Frauen erinnert werden. Die Stationen in der bildergalerie:
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Kreuzweg für Spaziergänger. Er trägt den Titel "Kreuzweg der Frauen", am 01. April in St. Gallen © Nik Roth / TAGBLATT

Mittels der Bilder soll dem Leiden von Jesus Christus gedacht und an das Mitgefühl der Frauen erinnert werden. Die Stationen in der bildergalerie:


Bilder: Nik Roth

Das Leben ist stärker als der Tod: Mit diesem Gedanken sollen die Besucherinnen und Besucher des Kreuzweges am Waltramweg nach Hause gehen. Anlässlich der Osterzeit können ab morgen Donnerstag die sieben Stationen begangen werden. Es ist der 20. Kreuzweg, den Peter Oberholzer, Gemeindeleiter der Pfarrei Heiligkreuz, installiert. Dieses Jahr trägt er den Titel «Der Kreuzweg der Frauen».

So befassen sich denn auch fünf der sieben Stationen mit dem Mitleiden und Handeln jener Frauen, die Jesus Christus auf seinem Weg in den Tod begleitet haben. «Medizin konnten die Frauen nicht mitgeben, dafür aber Mitgefühl und kleine Gesten wie das Abwischen des Schweisses von der Stirn», sagt Oberholzer. Er zieht Parallelen zur aktuellen Coronapandemie.

«Das Pflegepersonal lässt die Patienten nicht alleine und kümmert sich auch mit dem Herzen um sie.»

Mit dem Kreuzweg möchte er dazu beitragen, dass die Menschen trotz des Leides und der Einschränkungen die Freude am Leben behalten.

Das Thema des diesjährigen Kreuzwegs sei schon länger geplant gewesen. So stammt auch die Bebilderung von einem Kinderkreuzweg, der vor mehreren Jahren durchgeführt wurde. Kinder produzierten damals im Religionsunterricht Ketteli, die auf Stoff aufgenäht und so zu Bildern zusammengefügt wurden. Die Bilder basieren auf den Zeichnungen der Missionarin Kathrin Kraus, die wiederum von Massai-Frauen aus Tansania mit ihrer traditionellen Perlenkunst ausgeführt wurden. «Die Kinder hatten viel Freude an der Replikation und die Bilder sind so schön, dass ich sie nochmals zeigen wollte», sagt Oberholzer, der zu den Bildern eigene Begleittexte und Gebete verfasst hat.

Abstand zueinander kann eingehalten werden

Durch die Verteilung der Stationen über den gesamten Weg sei sichergestellt, dass die Besucherinnen und Besucher den derzeit geltenden Mindestabstand von zwei Metern zueinander einhalten können. Oberholzer vertraut auf die Solidarität, dass die Hygienemassnahmen auch auf dem Kreuzweg eingehalten werden. Zudem habe es in all den Jahren, in denen Oberholzer die Kreuzwege gestaltet hat, kaum Vandalismus gegeben.

Den Besucherinnen und Besuchern des Kreuzweges empfiehlt Oberholzer, bei der ersten Station zu beginnen, wo auch die Begleittexte aufliegen. «Gebetet wird eigentlich im Wechsel, aber man kann sie auch gut alleine lesen.» Oberholzer hofft, mit seinen Texten den einen oder anderen Gedanken anzuregen.

«Die Menschen sollen spüren, wo ihre Hoffnung liegt, und sich getragen fühlen – besonders in dieser schwierigen Zeit.»