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Der Kopf hinter dem VBSG-Fahrplan

Vier Jahre lang hat Samuel Keiser über der neuen Linienführung gebrütet und Fahrzeiten aufeinander abgestimmt. Auch privat spielt der ÖV eine wichtige Rolle im Leben des ehemaligen Lokführers.
Seraina Hess
Samuel Keiser, 42-jährig, vor dem Endergebnis jahrelanger Arbeit: dem neuen Liniennetz-Plan der Verkehrsbetriebe St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Samuel Keiser, 42-jährig, vor dem Endergebnis jahrelanger Arbeit: dem neuen Liniennetz-Plan der Verkehrsbetriebe St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Was am Sonntag von einer Stunde auf die andere geschieht, hat Samuel Keiser mehrere Jahre lang umgetrieben. Der Fahrplanwechsel und der Ausbau des Liniennetzes sind nicht nur die bedeutendsten Änderungen im städtischen ÖV seit vier Jahrzehnten. Sie sind auch die bisher grössten Vorhaben in Keisers Karriere. Der 42-Jährige ist Leiter Planung bei den Verkehrsbetrieben St.Gallen und damit zuständig für die Umsetzung des Bus-Angebots, das die Besteller – also Kanton, Stadt und Gemeinden – fordern.

An der Einführung der S4 beteiligt

Fahrgastzahlen analysieren, Linienführungen bestimmen, Fahrzeiten koordinieren und Takte festlegen: Rechnen ist die Hauptaufgabe in Keisers Job. Ein ÖV-Manager, der im Busdepot vom Schreibtisch aus wirkt. Angefangen hatte alles im Führerstand der Appenzeller Bahnen. Nach der Elektromechaniker-Lehre liess sich Keiser zum Lokführer ausbilden. Mit weiteren Studiengängen stieg er rasch in die Betriebsleitung auf. Er wechselte für kurze Zeit zur Rhätischen Bahn, später zur Südostbahn, wo er massgeblich an der Einführung des Ringzugs S4 um den Säntis beteiligt war.

Diese Umstellung forderte mehr als alles andere

«Eigentlich bin ich immer noch ein Bähnler», sagt Keiser heute, fünf Jahre nach dem Wechsel zu den Verkehrsbetrieben. Ein Bähnler durch und durch. Nicht nur, weil in seinem Garten in Gais eine fest installierte Modelleisenbahn ihren Platz hat. Reist Samuel Keiser in die Ferien, tut er das in aller Regel mit dem Zug – mit seiner Frau und drei kleinen Kindern. Im Ausland studiert er Fahrpläne und fährt interessante Strecken ab, sofern es die Zeit zulässt. Auch daheim unternimmt er mit den Kindern immer wieder Ausflüge. Etwa, wenn irgendwo neues Rollmaterial angeschafft wurde. Den neuen Tango besichtigte er schon im Werk von Stadler Rail; den Ruckhaldetunnel, als er sich noch im Bau befand.

Neue Linie 6 hat viele Optionen geboten

Trotz des grossen Interesses für Züge forderte ihn die Arbeit bei den VBSG in Hinblick auf den Fahrplanwechsel mehr als die Jahre bei den Bahnbetrieben: «Der Job ist umfangreicher, wenn eine Linie völlig neu definiert werden kann und nicht durch bereits vorhandene Schienenführungen vorgegeben ist», sagt Keiser. Das zeigt sich am Beispiel der neuen Linie 6 besonders anschaulich: Der Auftrag des Kantons vor vier Jahren lautete, das Taktgefüge beizubehalten, den St.Geörglern aber den direkten Anschluss zum Marktplatz zu gewährleisten. Weil der Bus am Bohl nicht wenden kann, musste die Linie weitergeführt werden. Eine Option wäre die Endstation Depot an der Steinachstrasse gewesen. Ausgeschieden ist sie, weil das Angebot auf dieser Strecke schon zu dicht ist. Auch die Variante Neudorf scheiterte aus diesem Grund. Unter Berücksichtigung der Nachfrage stellte sich schliesslich die Linienführung ins Heiligkreuz als sinnvollste Lösung heraus – mit einer Strecke, die neu auch die Migros Bach erschliesst. Zusammen mit den Bestellern von Kanton und Stadt hat Keiser deshalb auch neue Haltestellen-Standorte evaluiert.

Das ist nur eine einzige Linie von vielen, in die Samuel Keiser jahrelange Arbeit investiert hat. Es verwundert also nicht, dass der Planungschef bereits die nächsten Änderungen im St.Galler Busliniennetz ins Auge gefasst hat. Auch wenn sich die täglich 70000 Fahrgäste erst in einem Jahr damit auseinandersetzen müssen.

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