Der Kiosk an der Bergstation Mühlegg öffnet wieder

Seit über einem Jahr ist der Kiosk an der Bergstation Mühlegg geschlossen. Nun will ihn die Firma Workaut wieder eröffnen. Doch der Kiosk wird nicht mehr derselbe sein.

Christina Weder
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Heruntergekommen und mit Sprayereien übersät: Der ehemalige Kiosk an der Bergstation der Mühleggbahn in St. Georgen. (Bild: Ralph Ribi)

Heruntergekommen und mit Sprayereien übersät: Der ehemalige Kiosk an der Bergstation der Mühleggbahn in St. Georgen. (Bild: Ralph Ribi)

Der Kiosk an der Bergstation der Mühleggbahn in St. Georgen hat schon bessere Zeiten gesehen. Er ist heruntergekommen und verlassen. Die Rollläden sind von Sprayereien überzogen. Seit über einem Jahr ist der Kiosk geschlossen. Das soll sich nun ändern.

Man habe eine Nachfolgelösung gefunden, bestätigt Philip Schneider, Verwaltungsratspräsident der Mühleggbahn AG. Die Firma Workaut, die Menschen mit Autismus begleitet, wird den Kiosk übernehmen. Zuerst steht aber noch die bauliche Sanierung des Kiosks an. Die Baubewilligung liegt laut Schneider noch nicht vor. Läuft alles nach Plan, soll der Kiosk nach den Sommerferien wiedereröffnet werden.

Ein Kiosk mit Kaffee und Gipfeli

Sozialpädagoge Florian Scherrer, der «Workaut» und auch den Autismusverlag im ehemaligen Postgebäude in St. Georgen leitet, will ein normales Kiosksortiment führen: Zeitschriften, Zigaretten, Süssigkeiten – aber auch Kaffee und Gipfeli. Er hat bereits Kontakt mit dem Café Mühlegg aufgenommen, das sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite befindet und mit dem er sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Im Kiosk sollen Personen mit Autismus mitarbeiten. Scherrer will nach Möglichkeit auch einen Ausbildungsplatz anbieten. Durch den Umbau werde sich der Kiosk verändern, sagt er. Man werde künftig nicht mehr vor einer Auslage mit Süssigkeiten stehen, sondern durch eine Schiebetür einen kleinen Raum betreten. Darin schwebt ihm ein Stehcafé vor. Es soll ein Ort des Austausches und ein neuer Treffpunkt im Quartier entstehen. «Ich stelle mir etwas Schmuckvolles vor», sagt Scherrer.

Noch fehlt Geld für den Innenausbau

Erfahrungen mit dem Betrieb eines Kiosks hat er bis jetzt keine, Ideen dagegen viele. Sie reichen vom Einbezug von Kunstschaffenden bis zu Getränkekarten mit Piktogrammen oder in Blindenschrift. Vieles sei noch offen, sagt er. «Aber wir stehen in den Startlöchern.»

Noch fehle jedoch Geld für den Innenausbau. Scherrer ist derzeit auf Sponsorensuche. Sein Ansporn sei es, Arbeitsplätze für Personen mit Autismus zu schaffen. Und dass es im Quartier St. Georgen bald wieder einen Kiosk gebe.

Ein Wohnhaus für Menschen mit Autismus

Die Firma Work­aut berät und begleitet Menschen mit Autismus im Beruf und im Alltag. Sie übernimmt nicht nur den Kiosk bei der Bergstation Mühlegg in St. Georgen. Seit kurzem mietet sie auch das Wohnhaus an der St.-Georgen-Strasse, in dem sich die Pizzeria Cocobello befand. Das Haus ist gemäss Florian Scherrer, Leiter von «Work­aut», frisch renoviert. In die zehn Wohnungen sollen hauptsächlich – aber nicht nur – Menschen mit Autismus einziehen. Ziel sei, dass sie hier möglichst selbstständig leben können. «Für sie ist es nicht einfach, eine eigene Wohnung zu finden», sagt Scherrer. Die ersten Wohnungen sind Anfang April bezogen worden. Die Pizzeria wird nicht mehr eröffnet. (cw)