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Der Kellen-Knatsch geht weiter

Der FC Rorschach-Goldach 17 hat wegen des Streits um das Restaurant auf der Sportanlage Kellen eine ausserordentliche HV abgehalten. Präsident Markus Hundsbichler holte dort zum Rundumschlag aus.
Martin Rechsteiner
Auch Dominik Gemperli meldete sich an der HV zu Wort. Er wehrte sich gegen die Vorwürfe des Vorstands. (Bild: Rudolf Hirtl)

Auch Dominik Gemperli meldete sich an der HV zu Wort. Er wehrte sich gegen die Vorwürfe des Vorstands. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Theoriesaal des TZM Goldach ist am Montagabend gerappelt voll. Mehrheitlich junge Männer, einige von ihnen in die weissen Vereinspullover des FC Rorschach-Goldach 17 gehüllt, sitzen dichtgedrängt auf den Stuhlreihen. Manche stellen sich der Wand entlang auf, als die Sitzgelegenheiten ausgehen. Zwei von ihnen haben es sich sogar auf dem Klavier in der Ecke gemütlich gemacht.

Der FC Rorschach-Gold- ach 17 hat zur ausserordentlichen Hauptversammlung gerufen. Grund waren die jüngsten Vorkommnisse rund um die Tüb­acher Sportanlage Kellen. Denn um den Betrieb des dortigen Restaurants ist ein wüster Streit entbrannt. Das Lokal wird von einem Wirtepaar betrieben, das durch die vielen Spiele und Trainings der Sportvereine «ein gutes Geschäft macht», wie der Vorstand des FC Rorschach-Goldach an der Versammlung mutmasste. Und der gerade erst fusionierte Fussballclub will ein Stück vom Kuchen, daraus machte der Präsident Markus Hundsbichler während seiner Ansprache keinen Hehl. Der FC sei die weitaus grösste Einnahmequelle der Wirte, deshalb solle auch etwas zurückkommen, finden der Vorstand und auch einige Mitglieder.

Die Vorwürfe sind schwer

Als Grund für die Forderungen nannte Hundsbichler erneut die finanzielle Situation des FC Rorschach-Goldach 17. Ein Verein in dieser Grössenordnung könne nur dann existieren, wenn er Möglichkeiten habe, mit seinen Veranstaltungen Einnahmen zu generieren, lautet das Argument. In seiner Präsentation zog Hundsbichler den Vergleich zu Fussballclubs von der Ostschweiz bis Genf, die, laut eigenen Recherchen, alle entweder ihr eigenes Clublokal mit Restaurant betreiben dürfen oder von ihren Gemeinden über zehnmal höhere Unterstützungsbeträge erhielten.

Es sind grosse Vorwürfe, die Hundsbichler dem Wirtepaar und dem Zweckverband Kellen, der die Sportanlage verwaltet, macht. So habe der FC Rorschach-Goldach 17 mehrmals das Gespräch gesucht, habe versucht, sein Anliegen zu deponieren, sei jedoch nie richtig angehört worden. An gemeinsame Abmachungen hätten sich die Wirte nicht gehalten. So sei im vergangenen Herbst der Verkauf von Wurst und Bier auf der «Kellen» seitens des FC, was den Streit ausgelöst hatte, legitim und mit den Wirten abgemacht gewesen.

Auch die Art und Weise, wie er aufgefordert worden sei, aus dem Zweckverband Kellen auszutreten kritisierte Hundsbichler – und griff damit den anwesenden Goldacher Gemeindepräsidenten und Präsidenten des Zweckverbands, Dominik Gemperli, an.

Dieser wehrte sich anschliessend. Er sagte, die Fronten seien verhärtet gewesen, die Kommunikation in diesem Rahmen schwierig. Auch wollte er nicht gelten lassen, dass Fussballvereine in anderen Gemeinden eine teilweise massiv höhere finanzielle Unterstützung erhielten. «Rechnet man etwa die Aufwände der Gemeinde für den Betrieb von Sportanlagen für den Fussballclub mit ein, kommt man auf ähnlich hohe Beträge», sagte er.

Auch sagte er noch einmal, weshalb es der Zweckverband ­abgelehnt hatte, dem FC Rorschach-Goldach 17 die beantragte Pacht für das Restaurant zu übergeben. «Zum einen haben die Wirte stets einen guten Job gemacht, deshalb gab es keinen Anlass, ihnen die Pacht abzusprechen. Zum anderen benutzen noch andere Vereine die Anlage. Wir wollen niemanden bevor­zugen.»

Einige FC-Mitglieder zeigten sich an der Versammlung denn auch moderat. Sie wünschten sich eine gemeinsame, faire Lösung. «Irgendwie muss das doch funktionieren», sagt einer. Ein anderer kritisierte Hundsbichler sogar: «Dass es solche Machtspiele geben wird, hat sich ja vor der Fusion abgezeichnet. Man hätte sie vorher entschärfen ­sollen.»

Am 23. Mai wollen sich der Zweckverband, der FC-Vorstand und die Wirte am runden Tisch treffen und erneut verhandeln.

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