Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Journalist Beat Stauffer liest in St.Gallen aus seinem Buch über Migration

Beat Stauffer spricht am Mittwoch in der Buchhandlung zur Rose über Migration und den Maghreb.
Laura Widmer
«Viele Menschen sind verunsichert», sagt Beat Stauffer über aktuelle Migrationsprobleme. (Bild: Bram Janssen/AP)

«Viele Menschen sind verunsichert», sagt Beat Stauffer über aktuelle Migrationsprobleme. (Bild: Bram Janssen/AP)

Im Juni rettete die deutsche Kapitänin Carola Rackete 53 libysche Flüchtlinge und Migranten aus der Seenot im Mittelmeer – und machte damit europaweit Schlagzeilen. «Die Seenotrettung ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs einer viel grösseren Problematik», sagt Beat Stauffer. Er hat als freischaffender Journalist unter anderem für die «Neue Zürcher Zeitung» und Radio SRF gearbeitet.

Am Mittwochabend stellt er in der Buchhandlung zur Rose sein Buch «Maghreb, Migration und Mittelmeer» vor. Seit 1983 bereist der 66-Jährige die Länder Nordafrikas und kennt den Maghreb gut. Zur Region werden Algerien, Mauretanien, Marokko einschliesslich der Westsahara, Libyen und Tunesien gezählt.

Im Gespräch mit Felix Mätzler, Leiter der Medienschule St.Gallen, will Stauffer am Mittwoch Hintergrundinformationen zu aktuellen Problemen im Bereich Migration liefern.

«Ich glaube, viele Menschen sind verunsichert. Wegen der Dramen am Mittelmeer, der Abschottungspolitik von Ländern wie Italien, den Migranten im eigenen Land.»

Stauffer sieht sein Buch zum einen als «Bestandsaufnahme der Migration zwischen Europa und dem Maghreb». Zum andern will er Vorschläge liefern, wie sich die irreguläre Migration besser steuern liesse.

Die Verhältnisse an einem Ort genau anschauen

Stauffer plädiert in seinem Buch für eine «Überwindung der ideologischen Gräben und für eine pragmatische Migrationspolitik», welche die Interessen der Maghreb- und Sahelstaaten, wie auch die von Europa berücksichtige. Alleine könne kein Staat das Problem der irregulären Migration lösen, sagt er. «Niemand wartet in Europa auf die vielen Migranten aus Nordafrika. Umgekehrt ist es jedoch für die Maghrebstaaten ein grosser Verlust, wenn gut ausgebildete Menschen ihr Land verlassen.» Laut Stauffer müsste aber Europa finanziell viel mehr investieren, um den Migrationsdruck mittelfristig zu verringern.

Der Journalist setzt in seinem Buch einen Schwerpunkt auf Tunesien und konzentriert sich auf das Städtchen Bir El Hafey. «Es bringt mehr, die Verhältnisse an einem Ort sehr genau anzuschauen, als im Allgemeinen zu bleiben», sagt er. Für Stauffer ist das relativ wohlhabende Tunesien speziell interessant. Zwischen 2010 und 2011 fand im Land eine Revolution statt, die wenige Jahre später zur Verabschiedung einer neuen, demokratischen Verfassung führte. Dennoch wollen viele junge Menschen emigrieren.

Keine Reisen mehr an touristisch geprägte Orte

Beat Staufer lebt und arbeitet in Basel, reist pro Jahr jedoch bis zu sieben Mal in den Maghreb. Er kann sich mittlerweile in der marrokanisch-arabischen Umgangssprache verständigen. Zu Beginn seiner Reisen vor 30 Jahren faszinierte ihn die völlig andersartige Kultur und Unbekümmertheit der Menschen im Maghreb, die Architektur und die eindrücklichen Landschaften. Er erlebte den Maghreb als ein Gegenmodell zum Leben in der Schweiz. Ihn ziehe es jedoch nicht mehr an die touristisch geprägten Orte. Er sei häufig mit Armut oder Frustration konfrontiert. «Man kommt mit vielen Wünschen in Kontakt, die man nicht erfüllen kann.»

Beat Stauffer hat in den vergangenen eineinhalb Jahren an seinem Buch geschrieben. In dieser Zeit hat er nur wenige journalistische Aufträge angenommen oder Vorträge gehalten. Noch ist er unsicher, ob er erneut als Journalist arbeiten möchte. Er ist auch ausgebildeter Lehrer, gab immer wieder Kurse zu den Themen Migration, Maghreb sowie Islam und sagt: «Mich würde es reizen, wieder mehr in der Erwachsenenbildung tätig zu sein.»

Hinweis
Beat Stauffer: «Maghreb, Migration und Mittelmeer».
Lesung und Gespräch: Mittwoch, 14. August, 19.30, Buchhandlung zur Rose. Platzreservation: 071'230'04'04.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.