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Der internationale Städtevergleich zeigt: In St.Gallen ist die Informatikbranche stärker verankert als in anderen Städten

Eine Stadt für Bits und Bytes: Die Informatikbranche ist in St.Gallen im nationalen und europäischen Vergleich stark. Doch in anderen Bereichen hapert es. Standortförderer Samuel Zuberbühler nimmt Stellung.
David Grob
Ein Programmierkurs für Kinder im Startfeld: IT-Unternehmen sind in St. Gallen bereits gut verankert. (Bild: Urs Bucher, 13. August 2018)

Ein Programmierkurs für Kinder im Startfeld: IT-Unternehmen sind in St. Gallen bereits gut verankert. (Bild: Urs Bucher, 13. August 2018)

38 Seiten und 27 Grafiken zählt die Studie, in der sich die Stadt St.Gallen mit 17 europäischen und 9 Schweizer Städten vergleicht. Die statistische Untersuchung mach deutlich, wo sich die Stadt als Wirtschafts-, Arbeits- und Wohnstandort positioniert. Dabei zeigt sich:

  • Der Dienstleistungssektor ist in der Mehrheit der verglichenen Städten stärker ausgeprägt als in St.Gallen.
  • Der Tourismus hat eine stark unterdurchschnittliche Bedeutung.
  • Die Steuerbelastung ist im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich tief.

Bereits zum vierten Mal nach 2012, 2014 und 2016 lässt sich die Stadt international vergleichen. Die Studie erstellte die Fachstelle Statistik des Kantons im Auftrag der Stadt. Doch wie beurteilt die Auftraggeberin die Resultate? Samuel Zuberbühler, seit Februar Leiter der Standortförderung, zeigt sich erfreut über die Ergebnisse. Dennoch verweist er auf erhobenen Zahlen der Studie. Diese stammen aus dem Jahr 2016.

Stadt ist im unteren Drittel im Dienstleistungssektor

Samuel Zuberbühler, Standortförderer Stadt St. Gallen (Bild: PD)

Samuel Zuberbühler, Standortförderer Stadt St. Gallen (Bild: PD)

In der Stadt arbeiten 86 Prozent aller Arbeitnehmenden im Dienstleistungssektor. Damit liegt St.Gallen im hinteren Drittel der verglichenen Städte. Andere Schweizer Städte wie Genf, Lausanne oder Zürich positionieren sich auf Spitzenplätzen. Zuberbühler erklärt sich den Rückstand mit der Geschichte St.Gallens, in der der Industrie immer einen hohen Stellenwert zugekommen sei. Der Rückstand sei indes nicht weiter tragisch.

Deutlich besser schneidet die Stadt in einem Bereich ab, der in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewann: Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Von der Herstellung von Taschenrechnern bis zur Software-Entwicklung deckt dieser Bereich Produktion von Kommunikationstechnik und Dienstleistungen in der Informatik ab. 4,5 Prozent aller Stellen entfallen 2016 auf den gemäss Studie «zukunftsträchtigen» IKT-Sektor. Nur Zürich, Cambridge und Lausanne liegen vor St.Gallen.

Soviel Prozent aller Arbeitnehmenden arbeiten im IKT-Sektor

02468CambridgeLausanneSt. GallenLuganoModenaBernPerugiaBergamoKonstanzFreiburg i. Br.GenfMariborLuzernJonköpingBaselRegensburgWeimarBesançonReimsBruggeFriedrichshafenToledoZürich

IT-Bildungsoffensive soll Informatikbranche stärken

Viel Potenzial sieht auch Zuberbühler im IKT-Bereich. Er spricht die kantonale IT-Bildungsoffensive an, von der sich die städtische Standortförderung viel verspricht.

«Mit dem neuen Studiengang in Informatik an der HSG wird der IKT-Sektor in St.Gallen weiter gestärkt.»

So soll an der HSG eine «School of Information and Computing Science (SICS)» entstehen. 18,8 Millionen Franken will der Kanton in das neue Institut investieren, in dem ab 2021 ein Bachelor- und ein Masterstudiengang angeboten werden sollen. 75 Millionen Franken sind insgesamt für die IT-Bildungsoffensive vorgesehen, die das Stimmvolk im Februar 2019 angenommen hat.

Die Gründe, dass der IKT-Sektor bereits jetzt in St.Gallen stärker verankert ist, als in anderen europäischen Städten, sieht Zuberbühler in den Förderprojekten «IT St.Gallen Rockt!» und «Startfeld». Für ihn ergänzen diese die IT-Bildungsoffensive. «Das ist wie ein Ökosystem, deren Faktoren sich gegenseitig befruchten.»

Im internationalen Vergleich sind die Steuern tief

Ein Faktor, um internationale Unternehmen nach St.Gallen zu locken, ist die Steuerbelastung. Im europäischen Vergleich schneidet die Stadt gut ab. Mit dem Steuerfuss von 14 Prozent für Unternehmen und den 33 Prozent für hochqualifizierte Arbeitnehmende zählt St.Gallen zu den dritt-, respektive viertgünstigsten Steuerstandorten der verglichenen Städte. «Es zeigt sich, dass die Stadt im nationalen und internationalen Vergleich besser dasteht, als oft gesagt wird», sagt Zuberbühler. Im lokalen Vergleich bleibt die Stadt aber trotz der Steuersenkung auf dieses Jahr die Gemeinde mit dem höchsten Steuerfuss.

Für internationale Unternehmen ist der Standort St.Gallen somit durchaus attraktiv. Wichtiger als neue Unternehmen anzulocken, ist für Zuberbühler aber, die bestehenden Firmen zu pflegen und in St.Gallen zu halten. Der Standortförderer, der zuvor in der Hotelbranche tätig war, zieht einen Vergleich: «Es ist einfacher, Stammgäste zu halten, als neue Gäste zu gewinnen.»

Gemäss der Studie ziehen mehr Leute aus St.Gallen weg als zu. Die Gründe seien oft beruflicher Natur, sagt Zuberbühler. «Deshalb ist es wichtig, spannende Unternehmen nach St.Gallen zu locken.» Denn oft hätten weggezogene St.Galler aber immer noch eine hohe Identifikation mit ihrer Heimatstadt. Hier könne man ansetzen.

Hinweis:
www.statistik.stadt.sg.ch

Der Tourismus schwächelt

(dar) Im europäischen und nationalen Vergleich ist der Tourismus als Wirtschaftsfaktor schwach ausgeprägt. Die Studie vergleicht die Städte anhand zweier Werte: Die Anzahl Gästebetten pro 1000 Einwohnern und der Anzahl an Übernachtungen pro Einwohner. In beiden Vergleichsbereichen erzielt St.Gallen tiefe Werte. So entfallen in St.Gallen 23 Gästebetten auf 1000 Einwohnern. Damit liegt die Stadt auf dem drittletzten Platz. Mit drei Übernachtungen pro Einwohner liegt auch im anderen Vergleichsbereich im letzten Viertel.

Nebst der wirtschaftlichen Bedeutung spielt der Tourismus aber auch eine Rolle in der Frage, ob sich neue Unternehmen an einem Ort ansiedeln. Die Bekanntheit einer Stadt bei Entscheidungsträgern erhöhe die Chance, dass sich eine Firma für einen Standort entscheide, heisst es in der Studie. Standortförderer Samuel Zuberbühler stimmt dieser Aussage zu. Für ihn sind die verschiedenen internationalen Kongresse und Events wie etwa das St.Gallen Symposium wichtig, um allfällige internationale Unternehmen anzusprechen. «Solche Veranstaltungen sind Visitenkarten für St.Gallen», sagt Zuberbühler.

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