Untereggen: Der «Höfli»-Pächter hat genug

René Tobler verlässt das «Mittlerhof». Was mit dem Restaurant passiert, ist bereits geregelt.

Fabio Fornito
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René Tobler will mehr Zeit, um das Leben zu geniessen.

René Tobler will mehr Zeit, um das Leben zu geniessen.

Bild: faf

Fast Fünfzig verschiedene Desserts. So gross ist die Auswahl an Süssspeisen im Restaurant Mittlerhof. Damit versteckt sich in Untereggen vermutlich eine der längsten Dessertkarten der Ostschweiz. Doch bald ist damit Schluss. Nach beinahe sechs Jahren hört der Pächter des «Höfli», René Tobler, auf.

Das Restaurant, bekannt für seine Hausmannskost und sein Ambiente, erhält eine neue Pächterin: Gerda Rüttimann will an dem Standort weitermachen, das «Höfli» will sie allerdings nicht mehr als reines Speiselokal betreiben.

«Am Anfang waren die Leute skeptisch»

Es sei Zeit für das nächste Kapitel in seinem Leben, meint René Tobler. Als der 72-Jährige im Sommer 2014 das Restaurant übernommen hatte, ging es ihm darum, sich einen langersehnten Traum zu erfüllen: Ein Restaurant, so, wie er es selbst als Gast schätzen würde.

Zu Beginn sei es nicht einfach gewesen, sagt Tobler, «die Leute vom Dorf sind zuerst natürlich skeptisch gewesen». Vielen haben auch die Öffnungszeiten – das Restaurant ist nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet – nicht gepasst. Tobler hat das nie gestört: «Manchen gefällt es, anderen nicht. Allen wirst du es nie recht machen. »

«Die Jungen nehmen sich weniger Zeit»

Sowieso spürt der frühere Computerfachmann, der seit jeher eine Passion fürs Kochen besitzt, eine Veränderung in der Essenskultur: «Heutzutage nehmen sich die Jungen viel weniger Zeit für ihr Mahl; früher haben wir ein gutes Essen eher geschätzt. » Die Zeiten ändern sich eben.

Rückblickend wird Tobler vor allem den Kontakt zu seinen Gästen vermissen; viele seiner Gäste hätte er ohne das Restaurant wohl nie kennengelernt – darunter auch seine Lebenspartnerin. Allein deshalb habe sich das Restaurant gelohnt, sagt er.

Tobler bleibt Pächter bis Mitte April

Aber Tobler schaut viel lieber nach vorne, als zurück. Jetzt sei es erst mal an der Zeit, etwas zu entspannen und vielleicht auf Reisen zu gehen. Und vielleicht, um den nächsten Traum ins Auge zu fassen: Ein kleines Café könnte es sein. Wo und wann steht aber noch in den Sternen.

Bis am Ostersonntag, 12. April, empfängt Tobler noch Gäste in seinem Restaurant und am Samstag, 18. April, findet die «Austrinkete» statt. Danach startet das nächste Kapitel – sowohl für das «Höfli», als auch für René Tobler.