Das sind die kühlsten Orte in Rorschach - abseits von Badi und Bodensee

36 Grad im Schatten – es ist heiss am Bodensee. Die Suche nach den kühlsten Plätzen in der Hafenstadt führt zu Grossverteilern und Kunstwerken.

Anne-Sophie Walt/Jolanda Riedener
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Wer Abkühlung sucht, findet sie nicht unbedingt im Rorschacher Strandbad. (Bild: Luca Linder)

Wer Abkühlung sucht, findet sie nicht unbedingt im Rorschacher Strandbad. (Bild: Luca Linder)

Ja, es ist heiss. Welche Orte in Rorschach aber gibt es, an denen es sich hitzetechnisch besonders gut aushalten lässt? Und wie warm ist es dort? Eine Übersicht soll Tipps für kühle Orte abseits von Bassin und Bodensee liefern.

Forum Würth: Kunst braucht besonderen Schutz

Überraschend viele Leute besuchen in den Hitzetagen die Kunstausstellung im Forum Würth Rorschach. Wer das Gebäude direkt am See betritt, weiss warum. «Das ganze Haus wird mit Seewasser gekühlt», sagt Martina Hämmerle-Bohn, Kommunikationsverantwortliche bei der Firma Würth. Dies sei erfreulicherweise klimafreundlich.

Für die Werke von Picasso bis Warhol wird nicht nur die Temperatur permanent durch Sensoren überwacht, auch die Feuchtigkeit steht ständig unter Beobachtung. In den Räumen der Hauptausstellung sind es frische 18,5 Grad, im restlichen Gebäude zirka 21 Grad. Von den Besuchern werden solche Temperaturen als angenehm empfunden. «Unser Kunstcafé ist derzeit ebenfalls rege besucht», sagt Hämmerle-Bohn. Denn von dort ist der Blick auf den Bodensee auch bei angenehmen Verhältnissen möglich.

Grossverteiler: Kühlregale halten frisch

Dass die Temperaturen in Kühlregalen tief sind, ist kein Geheimnis. Im Gefrierraum der Coop-Filiale in Rorschach zeigt das Thermometer 36,6 Grad an. Gemäss Filialleiterin kühlt der Raum allerdings lediglich auf eine Temperatur von Minus 21 Grad - möglicherweise ist das Messgerät solchen Extremwerten nicht gewachsen. Dennoch ist dies hier vermutlich der am wenigsten heisse Ort in der Hafenstadt. Auch wenn dieser arktisch kalte Kühlraum für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, die Coop-Mitarbeitenden können sich in ihren Pausen wortwörtlich aufs Eis legen. Da wird wohl manch ein schwitzender Badegast, der am Bodensee um einen Schattenplatz kämpft, neidisch.

Wer in der benachbarten Migros am Trischliplatz seine Einkäufe tätigt, kann sich je nach Ort an erfrischenden 15 bis 17 Grad erfreuen. Auch im Grossverteiler Denner an der Signalstrasse lässt es sich aushalten. Das Thermometer zeigt die gleichen Temperaturen wie in der Migros an. Also, den Samstagseinkauf lieber auf Hitzetage verschieben, denn kühlere Orte als die Lebensmittelfilialen gibt es in der Region Rorschach nirgends.

St.Kolumbanskirche: Stille und Schatten

Mit 25,2 Grad ist es im Innern der Pfarrkirche St.Kolumban deutlich frischer als vor dem Gotteshaus. Zu verdanken ist dies den dicken und hohen Mauern des im 18. Jahrhundert erbauten Gebäudes, dessen Ursprung gar bis ins achte Jahrhundert zurückgeht. Wer also nicht nur eine Sitzbank im Kühlen sucht, sondern auch etwas Stille nach lauten und überfüllten Tagen im Strandbad schätzt, ist hier richtig.

Seebus und Zug: Klimaanlage zeigt Wirkung

Im Winter sind Reisen mit dem öffentlichen Verkehr mühsam; Gedränge, Matsch und Kleider, die beinahe bewegungsunfähig machen. In den Sommerferien gelten die oft vage gefüllten Zugabteile als optimale Aufenthaltsorte, um zeitweise der sengenden Hitze zu entfliehen. Die Waggons in der S2 von Rorschach nach St.Gallen sind auf 21,7 Grad heruntergekühlt. Etwas anders sieht die Situation in den Seebussen aus. Trotz vermeintlicher Klimaanlagen herrschen in den Bussen im Schnitt 32,6 Grad. Wer kann, sollte sich einen Platz im vorderen Teil des Fahrzeuges suchen, da diese Sitze tiefer liegen und warme Luft bekanntlich steigt.

Parkgarage City: Zwei Stockwerke unter der Erde

Weniger kühl als im darüberliegenden Lebensmittelladen ist es zwei Stockwerke tiefer. Immerhin finden Kunden, die mit dem Auto in die Tiefgarage City fahren, keine brütende Hitze vor. Angenehme 25 Grad werden im zweiten UG des Parkhauses gemessen. Viel los ist hier am Donnerstagnachmittag deswegen aber nicht. Der grosse Vorteil zum Draussenparkierer: Nach dem Einkaufen ist das Einsteigen deutlich angenehmer.

Mühletobelbach: Wenig Wasser und weniger Abkühlung

Einen kühlen Wald sucht man in der Hafenstadt vergebens. Auch der Stadtwald ist noch zu wenig dicht, als dass er bei der aktuellen Hitze kühle Stunden zu schenken vermag. Seit kurzem fliesst hingegen der Mühletobelbach, entlang der Rorschacherberger Gemeindegrenze wieder mehrheitlich oberirdisch. Obwohl derzeit statt einem plätschernden Bächlein nur ein Rinnsal in Richtung See fliesst, ist im Bachbett immerhin eine leichte Abkühlung spürbar. Umgeben von Bäumen und Büschen kommt man hier auf 28 Grad. Naturliebe ist allerdings Bedingung: Denn Insekten und Pflanzen lassen ihrem Bewegungsdrang hier freien Lauf.