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Schon wieder ein Wechsel im Wittenbacher «Hirschen»

Nach nur einem Jahr stehen im «Hirschen» neue Pächter hinter dem Tresen. Für den Schritt in die Selbstständigkeit sind sie kurzerhand nach Wittenbach gezügelt, wo sich ihr Vorgänger nicht willkommen fühlte.
Noemi Heule
Sindy Berger und Andy Pöhler haben zig Ideen für den «Hirschen» in Wittenbach. Vor allem wollen sie «präsent sein» im Restaurant und im Dorf. (Bild: Benjamin Manser)

Sindy Berger und Andy Pöhler haben zig Ideen für den «Hirschen» in Wittenbach. Vor allem wollen sie «präsent sein» im Restaurant und im Dorf. (Bild: Benjamin Manser)

Und plötzlich ging alles Knall auf Fall. Selbst Stammgäste waren überrascht, als sie nach den Sommerferien den «Hirschen» auf dem Wittenbacher Dorfhügel betraten. Statt Qaisar Butt, dem Pakistani aus Winterthur, der das Restaurant seit rund einem Jahr führte, standen Sindy Berger und Andy Pöhler hinter dem Tresen, die Deutschen aus dem Rheintal.

Auch für das Pächterpaar ging alles schnell. Ende Juni stiessen sie im Internet auf das Inserat, seit Anfang August begrüssen sie die Gäste im «Hirschen». Die Dorfbeiz in Wittenbach hat ihr Leben umgekrempelt. Er ist ihr Eintrittsticket in ein neues Leben, in die Selbstständigkeit. Aber auch ihr neues Zuhause und das Zuhause ihrer beiden Töchter, fünf und sechs Jahre alt. Sie sind der Grund, weshalb alles Knall auf Fall gehen musste. Denn seit Anfang letzter Woche besuchen sie Schule und Kindergarten in Wittenbach. «Hätten wir den Schulanfang verpasst, wir hätten den Schritt wohl nicht gewagt», sagt Sindy Berger.

Viele Ideen und eine grosse Herausforderung

So aber hat alles gepasst, das Nötigste, immerhin, ist da. Die Wohnung direkt über dem Restaurant konnte die Familie möbliert übernehmen. Ihr eigenes Hab und Gut blieb vorerst in Rebstein, wo die Familie bis vor Kurzem wohnte. «Bis hin zum Besteck war alles da», sagt Andy Pöhler. Doch noch ist alles neu und beide haben eine strenge Zeit hinter sich. Eine strenge Zeit steht ihnen auch bevor. «Wir wussten, worauf wir uns einlassen», sagt Sindy Berger. Im Betrieb auf dem Dorfhügel fällt ein Berg Arbeit an. Für’s erste wollen sie das Lokal etwas aufmöbeln und umgestalten, «um auch Leute in unserem Alter anzusprechen», sagt der 39-jährige Pöhler.

Überhaupt mangelt es ihnen nicht an Ideen: Eröffnungsapéro, Sonntagsbraten, Sonntagsbrunch, neues Mittagsmenü, oder ein Stand am Weihnachtsmarkt. Über allem steht die Frage: «Wie holen wir die Gäste zurück?» Sie blieben im Lauf des vergangenen Jahres nach und nach aus. Vereine kehrten dem «Hirschen» den Rücken, genauso viele Stammgäste. Vorgänger Qaisar Butt, mehr Unternehmer denn Beizer, kam mit seinem Konzept beim Büezer nicht an.

Im Restaurant und im Dorf präsent sein

Sindy Berger und Andy Pöhler wollen zurück zum Ursprung, der «Hirschen» soll wieder Dorfbeiz sein, in der man auch etwas trinken kann, und die Vereinsversammlungen, Hochzeiten oder Trauerfeiern beherbergt. Dafür holen sie sich auch Rat bei Werner Trunz, der das Lokal, das 1738 erbaut wurde, bis 2017 führte. Anfang 2017 verkaufte er das Restaurant. «Präsent sein», wollen die beiden, im Restaurant und im Dorf, genauso wie es Trunz Jahrzehnte lang war, der das Lokal in dritter Generation führte.

Über Erfahrungen im Gastronomiebereich verfügen auch die neuen Pächter. Sindy Berger arbeitete bis vor kurzem in der «Krone» in Marbach, zuvor war die 30-jährige Thüringerin Barkeeperin, ebenfalls im Rheintal. Damals, hinter dem Bartresen lernte sie auch ihren Andy kennen. Dieser arbeitete seit er 18 Jahre alt war hauptberuflich oder nebenbei in der Gastroszene, in Diskotheken wie dem Münchner Night-Flight, Bars oder Cafés. Seit 11 Jahren arbeitet der gelernte Zimmermann aus Bayern im Kundendienst. «Nun ist der richtige Zeitpunkt, etwas Neues, etwas Eigenes zu starten», sagt er, der im «Hirschen» selber in der Küche steht.

Dass dieser Neuanfang nun ausgerechnet in Wittenbach stattfindet, ist dem Zufall geschuldet. Oder dem «Hirschen». «Wir haben auch andere Restaurants angeschaut», sagen sie, in den «Hirschen» mit seinem urchigen Charme aber hätten sie sich verliebt.

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