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Paarungszeit im Wildpark: Der Hirsch und sein Harem

Röhrende Hirsche, lüsterne Steinböcke und wild gewordene Gämsen: Im Wildpark Peter und Paul ist die Paarungszeit in vollem Gang. Nur das Murmeltier liegt bereits im Winterschlaf.
Christina Weder
Der Damhirsch setzt sich in Szene und schart seine Weibchen um sich: Er ist das einzige Männchen weit und breit. (Bilder: Urs Bucher)

Der Damhirsch setzt sich in Szene und schart seine Weibchen um sich: Er ist das einzige Männchen weit und breit. (Bilder: Urs Bucher)

Der Damhirsch ist ein Macho. Als hätte er auf den Fotografen gewartet, posiert er auf einem kleinen Hügel im Wildpark Peter und Paul, schart zehn Hirschdamen um sich und reckt sein Schaufelgeweih in die Höhe. Er ist das einzige Männchen im Gehege.

«Wäre noch ein zweites Männchen da, würden sie untereinander Kämpfe austragen», sagt Parkwärterin Regula Signer auf einem Rundgang durch den Wildpark. «Die Tiere könnten sich dabei verletzen.» Denn anders als in der freien Natur können sich die Hirsche im Gehege nicht aus dem Weg gehen.

Die Herbstsonne taucht den Wildpark in ein sanftes Licht, die morgendlichen Temperaturen sind kühl. Erst einzelne Joggerinnen und Hundehalter sind unterwegs. Nebenan grasen die Sikahirsche, genauer gesagt die Sikahirschdamen. Die friedliche Stimmung ist für sie von kurzer Dauer. «Der Stier lässt sie gerade einen Moment in Ruhe», sagt Signer. Die Hirschkühe gehören sozusagen zu seinem Harem.

Strenge Gerüche und sonderbare Geräusche

Bei den Tieren herrscht in diesen Tagen Ausnahmezustand. Nur die zehn Murmeltiere haben sich vor zwei Wochen in den Untergrund verabschiedet und machen bereits Winterschlaf. Sonst geht es im Wildpark zur Sache. Die Paarungszeit ist in vollem Gange. Bei den Rothirschen ist sie soeben vorbei. Jetzt sind Sika-, Damhirsche und Gämsen gleichzeitig an der Reihe. Die Steinböcke folgen demnächst.

Die Männchen buhlen mit unterschiedlichen Mitteln um die Gunst der Weibchen. Sie trumpfen mit Gerüchen auf, die nur während dieser Wochen im Wildpark in der Luft liegen. Es «böckelet» derzeit ziemlich streng bei den Steinböcken. Für die Parkwärterin ist es ein eindeutiges Zeichen für die bevorstehende Paarungszeit: «So stark riecht man den Steinbock sonst nie.»

Bilder: Urs Bucher
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Herbststimmung im Wildpark Peter und Paul

Andere Tiere machen mit besonderen Geräuschen auf sich aufmerksam. Wenn der Damhirsch röhrt, klinge das, als würde er eine Wildsau nachahmen. Oder tief rülpsen. Viel höher ist dagegen der Brunftruf des Sikahirsches. Er habe im Vergleich zum Damhirsch fast schon eine Pieps-Stimme, findet Signer. Es sind Geräusche, die nur im Herbst im Wildpark zu hören sind.

Auch bei den Gämsen kann es in diesen Tagen richtig laut werden. Sie liegen zwar gerade faul herum. Doch kaum taucht der Bock auf – wohlgemerkt der einzige im Gehege –, macht sich Unruhe breit. Das könne so weit gehen, dass der Bock den Geissen nachrenne, bis diese schreien. Manche Wildpark-Besucher hätten dann Mitleid mit den Geissen, sagt Regula Signer: «Ich bin jeweils richtig froh, wenn die Paarungszeit bei den Gämsen wieder vorbei ist.» Sie seien mit Abstand die Wildesten.

Nur zwei Böcke können sich Hoffnungen machen

Bei den Steinböcken herrscht noch Geschlechtertrennung. Männchen und Weibchen sind in unterschiedlichen Gehegen untergebracht. Bei ihnen dauert es noch ein bisschen bis zur Paarungszeit. «Doch die Böcke spüren, dass sie bevorsteht», sagt Regula Signer.

Sie kennt die Anzeichen: Die Tiere laufen sich ständig nach und haben nur eines im Sinn: «Sie wollen zu den Weibchen hinüber.» Doch erst in einem Monat ist es so weit. Und nur ein Bruchteil darf sich Hoffnungen machen. Lediglich zwei Böcke werden auserwählt, um den Geissen einen Besuch abzustatten. Dabei steht längst fest, welches der stärkste Bock ist. Die Steinböcke haben das untereinander ausgemacht – in immer wiederkehrenden Kämpfen.

Geradezu friedlich geht es beim Luchs und bei den Wildsauen zu und her. Der Luchs schläft und blinzelt nur kurz, als er merkt, dass sein Schlafplatz entdeckt wurde. Und auch die Wildsauen lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie wühlen mit den Nasen in der Erde und suchen nach Eicheln, ihrem Lieblingsfressen. Vom Macho-Gehabe von Hirschen und Böcken scheinen sie nichts mitzubekommen. Und wenn, dann lässt es sie völlig unbeeindruckt. Währenddessen dürfen die Besucherinnen und Besucher hoffen, dass sich im nächsten Frühsommer viele herzige Dam- und Sikahirschlein, Baby-Gämsen und Steinböcklein im Wildpark tummeln.

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