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Der Heimmief soll im neuen Pflegezentrum hinter der Villa Jacob keine Chance haben

Hinter der Villa Jacob nimmt ein modernes Pflegezentrum Gestalt an. Es bietet ab Mitte Januar Platz für 78 Bewohnerinnen und Bewohner.
Christina Weder
Der Ersatz fürs Marthaheim: Auf dem Kreuzacker ragt hinter der Villa Jacob der Neubau der GHG St. Gallen in die Höhe. (Bild: Urs Bucher)

Der Ersatz fürs Marthaheim: Auf dem Kreuzacker ragt hinter der Villa Jacob der Neubau der GHG St. Gallen in die Höhe. (Bild: Urs Bucher)

Es war ein Riesenlupf: Vor zwei Jahren wurde auf dem Kreuzacker die historische Villa Jacob um 20 Meter nach vorne verschoben. Damit wurde hinter der Villa Platz frei. An dieser Stelle baut die Gemeinnützige und Hilfs-Gesellschaft St.Gallen (GHG) heute ein modernes Pflegezentrum mit direkter Verbindung zum Betagtenheim Josefshaus. Der sechsgeschossige Bau ist längst in die Höhe gezogen, der Innenausbau in vollem Gang. «Es wird unter Hochdruck gearbeitet», sagte Dorji Tsering, Geschäftsführer Alter bei der GHG, als er am Montagabend die Frauenriege BTV St.Gallen durch den Neubau führte (siehe Zweittext).

In rund zwei Monaten soll das Pflegezentrum bezugsbereit sein. Es wird Platz für 78 Bewohnerinnen und Bewohner bieten, die jetzt noch im benachbarten Josefshaus und im Marthaheim an der Unterstrasse wohnen.

«Wohnlichkeit ist das oberste Gebot»

Grosse Fenster, Sichtbeton und Holzverkleidungen prägen den Bau nach Plänen des Architekturbüros Oestreich und Schmid. Abgesehen von zwei Doppelzimmern wurden nur Einzelzimmer eingebaut. Sie sind je knapp 28 Quadratmeter gross und verfügen über raumhohe Fenster, Parkettböden, Einbauschränke und eine Nasszelle mit hellblauen Mosaikfliesen. Vor den Zimmern gibt es auf allen Stockwerken Nischen, in denen Sitzgelegenheiten eingerichtet werden. Die Zeit der langen, öden Heimkorridore sei vorbei. Der «Heimmief» solle im neuen Pflegezentrum erst gar nicht Einzug halten, sagt Tsering. «Wohnlichkeit ist das oberste Gebot.»

Im ersten Obergeschoss befinden sich ein Speisesaal für 80 Personen, ein Raucherraum und eine grosszügige Terrasse. Die Heimküche ist im Erdgeschoss untergebracht. Hier werden künftig 350 Mittagessen pro Tag zubereitet – nicht nur für Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch für die CP-Schule und die Pro Senectute. Im Erdgeschoss wird es zudem Therapieräume, einen Coiffeur, eine Pediküre und eine Kapelle geben, die Platz für 50 Personen bietet. Sie ersetzt die schutzwürdige Kapelle, die sich einst in der Villa Jacob befunden hatte. Aus dieser werden gemäss Heimleiter Tsering der Tabernakel, Heiligenfiguren und andere Gegenstände übernommen.

Der Umzug erfolgt in Etappen

Am 11.Januar wird im Neubau ein Tag der offenen Tür für die Öffentlichkeit stattfinden. Bereits zwei Tage später werden die 43 Bewohnerinnen und Bewohner des heutigen Marthaheims in den Neubau zügeln. Für sie sind die dritte und vierte Etage reserviert. Auf der fünften und sechsten Etage werden eine Woche später rund 40 der 70 Bewohner des Josefshauses einziehen. Mit dem Umzug werden die bisherigen Namen Josefshaus und Marthaheim aufgeben. Die beiden Häuser auf dem Kreuzacker heissen dann «GHG Rosenberg».

Kaum ist das neue Pflegezentrum bezogen, nimmt die GHG das nächste Projekt an die Hand. Die Sanierung des Josefshauses steht an. Denn dessen Bewohnerinnen und Bewohner müssen zum Teil noch immer ohne eigenes Badezimmer auskommen und sich mit kleinen Zimmern zufriedengeben. Das soll sich ändern. Die Zimmer sollen vergrössert, saniert und mit Nasszellen versehen werden. Der Umbau wird voraussichtlich im März 2021 abgeschlossen. Erst dann wird auf dem Kreuzacker wieder Ruhe einkehren.

Turnerinnen spenden für «Snoezelräume»

Spende in Form eines symbolischen Apfels: Dorji Tsering, Manuela Hornschuch und Gisela Luterbacher bei Übergabe. (Bild: Christina Weder)

Spende in Form eines symbolischen Apfels: Dorji Tsering, Manuela Hornschuch und Gisela Luterbacher bei Übergabe. (Bild: Christina Weder)

Die Frauenriege des Bürgerturnvereins (BTV) St. Gallen hat 54000 Franken für die GHG gesammelt. Gisela Luterbacher, Leiterin Soziales, überreichte Heimleiter Dorji Tsering und Manuela Hornschuch, Leiterin Betreutes Wohnen, am Montagabend einen Check in entsprechender Höhe. Das Geld wird für zwei «Snoezelräume» für Menschen mit Demenz im Betagtenheim Josefshaus eingesetzt. Das Wort Snoezelen setzt sich aus den niederländischen Verben snuffelen (schnüffeln) und doezelen (dösen) zusammen. Ziel ist gemäss Hornschuch, in einem eigens dafür gestalteten Raum für Wohlbefinden, Ruhe und Entspannung zu sorgen.
Die Snoezelräume sollen bis im kommenden Sommer eingerichtet werden. Man müsse sich darunter gemütliche Wohnzimmer mit Liegeflächen vorstellen, in denen mittels Musik, Bildern und Düften die Sinne angeregt werden, sagt Hornschuch. In einem der beiden Räume sollen farbige Wassersäulen vor sich hinblubbern. Im anderen wird ein Thermo-Spa aufgestellt. Es handelt sich um eine Schwebeliege. «Darauf fühlen sich die Bewohner so geborgen wie ein Baby im Mutterleib.» (cw)

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