Der Gossauer Stadtrat favorisiert einen Standort für ein neues Schulhaus in Arnegg

Der Stadtrat Gossau setzt sich für ein Schulhaus in Arnegg ein – und schlägt auch gleich einen Standort vor.

Michel Burtscher
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Nicht mehr in bestem Zustand: Das 1870 erbaute Schulhaus Otmar in Andwil.

Nicht mehr in bestem Zustand: Das 1870 erbaute Schulhaus Otmar in Andwil.

Bild: Benjamin Manser

Eines ist klar für den Schulrat der Schulgemeinde Andwil-Arnegg: Im 1870 erbauten Schulhaus Otmar in Andwil sollen künftig keine Kinder mehr unterrichtet werden. Es entspreche weder den energetischen und baulichen noch den schulischen Ansprüchen.

Weniger klar ist hingegen, wo der Schulraum ersetzt wird. Zwei Möglichkeiten stehen zurzeit im Raum: Die Erweiterung des Schulhauses Ebnet in Andwil oder ein Neubau an einem noch zu definierenden Ort in Arnegg.

Christoph Meier, Schulratspräsident Andwil-Arnegg.

Christoph Meier, Schulratspräsident Andwil-Arnegg.

Bild: PD

Der Schulrat arbeitet momentan die letzten Details aus und wird den Schulbürgerinnen und Schulbürgern für beide Möglichkeiten schon bald verschiedene Varianten präsentieren, wie Schulratspräsident Christoph Meier sagt. Im Januar flattert eine entsprechende Broschüre in alle Haushalte.

An ihrer Versammlung im März wählen die Schulbürger dann zwei Varianten aus, die weiterverfolgt und für die Vorprojekte erstellt werden: je eine für einen Neubau in Arnegg und die Erweiterung in Andwil.

Seit Jahrzehnten als Schulstandort reserviert

Jetzt schaltet sich auch der Gossauer Stadtrat in die Standortdiskussion ein. Dass er einen Schulhausbau in Arnegg unterstützt, ist zwar schon länger klar. Dies bekräftigt er auch in der kürzlich veröffentlichten Antwort auf eine Einfache Anfrage der CVP-Stadtparlamentarier Florin Scherrer und Patrik Mauchle zum Thema.

Neu ist aber, dass der Stadtrat bereits mehrere mögliche Parzellen, die für den Bau eines Schulhauses in Arnegg in Frage kämen, geprüft hat. Sein Favorit ist die Parzelle 1138 an der Weideggstrasse mit einer Fläche von rund 34000 Quadratmetern, wie aus der Antwort auf den Vorstoss hervorgeht.

Es handelt sich dabei um das grosse und noch unbebaute Grundstück, auf dem sich heute Beachvolleyballfelder und eine grosse Wiese befinden. Diese Parzelle sei gut erschlossen, liege in der richtigen Zone und sei seit Jahrzehnten als Schulstandort reserviert, schreibt der Stadtrat weiter. Ob dieses Bauland im Baurecht zur Verfügung gestellt werden soll, werde zum gegebenen Zeitpunkt zu prüfen sein.

Wie viel darf es denn kosten?

Bei der Entscheidung, ob sie einen Schulhausneubau in Arnegg oder die Erweiterung in Andwil wollen, dürfte der Preis für die Schulbürger eines der wichtigsten Kriterien sein. Wie hoch dieser sein wird, ist zurzeit aber noch unklar. Dazu könne er im Moment keine verlässlichen Aussagen machen, sagt Meier.

Vor einigen Jahren wurden zwar Schätzungen erstellt, wonach ein Variante Neubau deutlich teurer wäre als die Erweiterung. Diese Schätzungen seien aber mittlerweile überholt, betont der Schulratspräsident, denn die Projekte seien vom Inhalt her nicht mehr vergleichbar mit dem, was heute geplant ist.

Zudem wird auch eine Rolle spielen, in welchem Umfang sich Gossau oder Andwil zusätzlich an den Kosten beteiligen möchten, wenn das Projekt in ihrer Gemeinde verwirklicht würde. Auch das ist gemäss Meier zurzeit noch unklar. Die beiden Gemeinden seien in den Prozess eingebunden, sagt er, es gebe einen konstruktiven Dialog.

Die Schulbürgerschaft wird voraussichtlich im Jahr 2021 definitiv entscheiden, in welche Richtung es geht: nach Andwil oder Arnegg.

Der lange Kampf der Arnegger für ein eigenes Schulhaus

Den Wunsch nach einem eigenen Schulhaus hegen die Arnegger schon lange, sehr lange sogar. Im Jahr 1845 schufen sie dafür einen Fonds, wie einem Dokument der Dorfkorporation Arnegg zu entnehmen ist. Die damalige Schulgenossenschaft Andwil-Arnegg entschied sich später jedoch für den Standort Otmar in Andwil.
1904 wurde dann ein Initiativkomitee gegründet mit dem Ziel, den geplanten Schulhausneubau nach Arnegg zu holen.

In einem offenen Brief an den Erziehungsrat schrieb dieses: «Warum soll Arnegg absolut keiner Schule würdig sein? Weil die Andwiler glauben, ihr Kirchturm sei der heilige Stein zu Mekka, um den herum alles zentralisiert werden müsse!»
Doch der Kampf für ein eigenes Schulhaus war auch diesmal nicht von Erfolg gekrönt. Die Schulgenossenschaft entschied sich wieder gegen Arnegg – und baute stattdessen am Standort Ebnet in Andwil. (mbu)

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