Der Goldacher Dorfheilige wurde vom Abriss verschont - noch ist aber offen, was mit dem Gemälde aus dem 17. Jahrhundert passiert

Die Zentrumsüberbauung in Goldacher schreitet voran. Nun wurde das Wandgemälde im ehemaligen Restaurant Schäfle vor dem Abriss des Gebäudes doch noch gerettet. Die Eigentümerin liess es durch Fachpersonen ausbauen.

Jolanda Riedener
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Der heilige Mauritius wurde an die Holzwand im «Schäfle» gemalt. Fachpersonen haben das Gemälde ausgebaut.

Der heilige Mauritius wurde an die Holzwand im «Schäfle» gemalt. Fachpersonen haben das Gemälde ausgebaut.

Bild: Klaus Engler

Lange war unklar, was mit dem Wandgemälde im Goldacher Restaurant Schäfle geschehen soll. Dies, obwohl seit vielen Jahren feststeht, dass das einstige Gasthaus einem Neubau weichen muss.

2014 kaufte die Fortimo AG die Grundstücke im Dorfzentrum, wo auch das «Schäfle» steht. Teile des Restaurants stammen aus dem 17. Jahrhundert. Wegen Einsprachen brauchte es bis zur Baubewilligung der drei Mehrfamilienhäuser drei Anläufe während fünfeinhalb Jahren. Nun steht der Zentrumsüberbauung nichts mehr im Weg, die Bagger dürfen auffahren.

Im August erfolgt der Abbruch, im Spätherbst wird der Aushub für die zweistöckige Tiefgarage erstellt. Ab Herbst 2022 feiert die Zentrumsüberbauung Eröffnung.

Nach der Restauration in den 60er-Jahren blieb das Gemälde im Restaurant sichtbar.

Nach der Restauration in den 60er-Jahren blieb das Gemälde im Restaurant sichtbar.

Bild: Klaus Engler

Gerade noch rechtzeitig hat die Fortimo kürzlich das historisch wertvolle Wandgemälde ausbauen lassen. Die barocke Malerei zeigt den heiligen Mauritius, Patron der katholischen Kirche Goldach und ist zeitlich zwischen 1740 und 1760 einzuordnen. Das hat der Unteregger Restaurator und Kirchenmaler Klaus Engler festgestellt. Er war es auch, der auf das Gemälde aufmerksam machte und die historische Substanz des Gasthauses untersuchte und dokumentierte.

Offen, wo der Dorfheilige ein Zuhause findet

Nach dem Ausbau wurde das Gemälde eingelagert, heisst es auf Anfrage bei der Fortimo. Was damit geschehen soll, sei noch offen. Weiter will sich die Bauherrin zum Thema derzeit nicht äussern.

Laut Moritz Flury-Rova von der kantonalen Denkmalpflege wäre es ideal, das Gemälde an seinem Ursprungsort zu belassen. Ob der Dorfheilige in Goldach bleibt oder überhaupt für die Öffentlichkeit zugänglich wird, liegt nun bei der Fortimo als Eigentümerin.

Auch Goldacher Gewerbe hätte Hand geboten

Auf das Gemälde aufmerksam wurde auch der Goldacher Gewerbeverein. Er hätte sich ebenfalls bereit erklärt, die Ausbaukosten zu übernehmen, falls die Eigentümerin kein Interesse daran gezeigt hätte. Dem Verein ist es ein Anliegen, das Gemälde für die Öffentlichkeit zu erhalten. Entsprechend froh sei man darüber, dass die Fortimo sich dem nun angenommen habe, sagt Guido Boltshauser, Präsident des Goldacher Gewerbevereins auf Anfrage.