Der Geist der Blues und Rock Nights in Gossau

Junge Talente und mitreissende Altrocker: Am Wochenende gab es in Gossau ein musikalisches Spektakel.

Fynn Wohlgensinger
Drucken
Teilen
Viele Besucher feierten am Samstagabend vor der Bühne auf dem Marktplatz. (Bild: Urs Bucher)

Viele Besucher feierten am Samstagabend vor der Bühne auf dem Marktplatz. (Bild: Urs Bucher)

«Bad to the Bone» aus Liechtenstein heizen dem Publikum auf dem Gossauer Marktplatz mit rockigen Tönen ein. Schon am frühen Samstagabend stehen die Zuhörer dicht gedrängt vor der Bühne. «Wir hatten bereits gestern den wohl bestbesuchten Freitag ever – und auch heute erwarten wir viele Besucher», verkünden Harry Ritz und Ralf Huber, Organisatoren der Rock und Blues Nights.

Es wird mitgetanzt, teilweise richtig ausgelassen. Obwohl das Publikum altersmässig gut durchmischt ist und sich auch viele Junge unter den Zuschauern befinden, widmen sich alle voll und ganz den Musikern auf der Bühne und die Handys bleiben in der Hosentasche. Die Stimmung scheint durchaus etwas entspannter als an anderen Festivals oder Stadtfesten. Dies ist es wohl, was Mitorganisator und Gründer Harry Ritz meint, wenn er vom «Geist der Rock und Blues Nights» spricht, der sich mit den Jahren entwickelt habe und aufgrund dessen so viele Besucher jedes Jahr wiederkehrten. Das bestätigt auch Hansruedi Bannwart, der für die Rock und Blues Nights aus Uzwil angereist ist: «Die Stimmung gefällt mir am besten: ausgelassen, aber trotzdem freundlich und friedlich. Schön, dass es so etwas noch kostenlos gibt. Sein Sitznachbar aus Flawil bestätigt und ergänzt: «Die gute Stimmung ist das wichtigste. Ich bin aber natürlich auch wegen der Musik hier.»

Ein dankbares
 Publikum

In Zeiten von immer teureren Bandgagen ist es keinesfalls selbstverständlich, einen solchen Anlass auf die Beine zu stellen, ohne dass Eintritt verlangt wird. «Durch den Pinverkauf und die Standmieten können wir etwas Geld generieren», sagt Ralf Huber. Ohne die Unterstützung der Sponsoren wären die Rock und Blues Nights jedoch nicht möglich, ergänzen die Organisatoren. «Die Leute merken aber, dass ein solches Festival nicht selbstverständlich ist. So viel Dank und positives Feedback wie dieses Jahr haben wir noch nie bekommen», sagt Harry Ritz mit einem breiten Lächeln. Ralf Huber fügt an: «Durch all diese Unterstützung wird es dann auch möglich einen international bekannten Headliner wie T-Rex engagieren zu können. Das wird ein echtes Highlight!»

Die Rock und Blues Nights bieten aber auch Chancen für junge Musiker. Zum ersten Mal gab es die Talentbühne, wo zwei Newcomer auftreten durften, die sich vorrangig in einem Wettbewerb gegen zwölf andere Musiker durchgesetzt hatten. Die Jungen Künstler scheinen das Publikum und auch die Organisatoren überzeugt zu haben. Die Band High Meadow aus dem Rheintal werde nächstes Jahr im Hauptprogramm der Gossauer Rock und Blues Nights zu sehen sein. Der Berner Highland Sanctuary konnte sich durch seinen Auftritt ein Engagement beim Appenzeller Postplatzfest ergattern, wie Huber bestätigt.

T-Rex rockt
 die Bühne

Kurz vor halb elf wird es vor der Bühne richtig eng. Der Auftritt von T-Rex beginnt. Nun werden doch noch ein paar Handys zum Filmen gezückt. Zwar handelt es sich nicht mehr um T-Rex in der Originalbesetzung, bei der Begrüssung der Band wird aber verkündet, dass alle Musiker, die gerade auf der Bühne stünden, zumindest zeitweise mit den bereits verstorbenen Gründungsmitgliedern zusammen aufgetreten wären. T-Rex überzeugen mit Ihren früheren Hits wie «The Groover», gelungenen Schlagzeug-, Keyboard und Gitarrensolos sowie mit einer mitreissenden Bühnenpräsenz. Das Publikum tanzt und lässt sich bei er letzten Zugabe sogar zum Mitsingen animieren. Spätestens bei der überschwänglichen Verabschiedung wird offensichtlich, dass nicht nur die Zuhörer sondern auch die Band grosse Freude an diesem Auftritt hatten.