Der Fürstenlandsaal war 2018 schlechter ausgelastet, als Gossau budgetierte

165 Veranstaltungen statt der geplanten 200: Seit Jahren ist der Fürstenlandsaal nicht voll ausgelastet. Das Gegenmittel: tiefere Tarife für ansässige Vereine. In der übrigen Region ist man indes zufrieden mit der Auslastung eigener Festsäle.

David Grob
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Im Mai 2019 inszeniert der Theaterverein Fürstenland das Musical Hairspray im Gossauer Fürstenlandsaal. (Bild: Urs Bucher, 1. Mai 2019)

Im Mai 2019 inszeniert der Theaterverein Fürstenland das Musical Hairspray im Gossauer Fürstenlandsaal. (Bild: Urs Bucher, 1. Mai 2019)

An 165 Tagen war der Fürstenlandsaal 2018 belegt. «Eine gute Auslastung», wie es in der Jahresrechnung der Stadt Gossau heisst. Dennoch: das Ziel von 200 Veranstaltungstagen erreichte die Stadt Gossau auch im vergangenen Jahr nicht. «Die Belegung ist in den letzten fünf Jahren zurückgegangen», sagt Yvo Lehner, Leiter Hochbauamt der Stadt Gossau. Insbesondere in den Sommermonaten Juli und August besteht nur wenig Nachfrage.

Doch die Stadt will Gegensteuer geben und hofft, von einem Entgegenkommen gegenüber den Vereinen profitieren zu können. Diese können den Fürstenlandsaal zu einem tieferen Tarif beziehen. Lehner hofft dadurch auf einen Anstieg der Belegungszahlen in den kommenden Jahren.

Ursachen für die rückläufigen Zahlen gibt es für Lehner verschiedene. Er verweist auf das Alter des Fürstenlandsaals. Doch den wichtigsten Grund sieht Lehner in der wachsenden Konkurrenz in vergleichbaren Städten in der Region wie etwa Amriswil mit der Veranstaltungshalle Pentorama.

Amriswil kann auswählen, wer ins Pentorama kann

Mit 82 Veranstaltungen an 148 Tagen im Jahr 2018 ist die Auslastung des Pentoramas in Amriswil aber leicht tiefer als in Gossau. Dennoch zeigt sich die Stadt als Vermieterin des Festsaals auf Nachfrage «sehr zufrieden» mit den Zahlen. Die Betreiber können es sich gar leisten, eine Auswahl zu treffen und versuchen, die Art der Veranstaltungen zu steuern.

«Wir möchten mehr öffentliche und geschäftliche Anlässe und weniger private», sagt Roger Häni, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Amriswil. Denn die Mehrzahl aller Veranstaltungen im Pentorama sind private. Aus diesem Grund kann die Stadt Amriswil Anfragen externer Bewerber regulieren.

«Privatanlässe von Auswärtigen bewilligen wir nur, wenn der Saal drei Monate vor dem Termin noch nicht belegt ist.»

Auch die Art der Veranstaltungen versucht Amriswil zu steuern: weniger Musicals und Comedy-Veranstaltungen und mehr Konzerte. An Anlässen ohne Bestuhlung fasst das Pentorama 2500 Personen.

Äusserst zufrieden zeigen sich auch die Betreiber des Stadtsaals in Wil. «Wir haben eher zu wenig Räume, um alle Veranstaltungen durchführen zu können», sagt Daniel Schwarz, Event-Manager im Stadtsaal. Er spricht von rund 700 jährlichen Anlässen. Kleinere Säle ermöglichen es, Veranstaltungen wie Seminare oder Sitzungen parallel durchzuführen. Rund 300 der 700 Anlässe sind grösserer Natur und finden im knapp 700 Personen fassenden grossen Saal statt.

Die Gründe für die gute Auslastung sieht Schwarz in der Lage direkt am Bahnhof und mit Tiefgarage im gleichen Gebäude. Und er sieht einen weiteren Vorteil:

«Wir bieten vom Vertrag bis zu Offerte alles an. Dies erleichtert die Arbeit für die Kunden.»

In Wittenbach dient die Aula des Oberstufenzentrums Grünau als Lokalität für grössere Veranstaltungen. Maximal 350 Personen fasst der Raum bei Konzertbestuhlung, in dem jährlich rund 50 Veranstaltungen stattfinden – «eine gute Auslastung», wie Pascal Blumer, Schulverwalter des Oberstufenzentrums Grünau sagt. Seit dem Umbau des Schulhauses 2014 vermietet die Schulverwaltung die Aula auch zur privaten Nutzung. Zuvor war der Saal ausschliesslich Vereinen, Behörden und der internen Nutzung durch die Schule vorbehalten. Finanziell ist der Betrieb der Aula selbsttragend.

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