Gestaltungsplan
Rorschach bekommt neues Wahrzeichen: Der Feldmühle-Kamin bleibt definitiv stehen

Auf dem leerstehenden Feldmühle-Areal in Rorschach soll ein lebendiger Stadtteil mit Wohnungen und Gewerbe entstehen. Ein Gestaltungsplan sichert den Erhalt der historischen Bauten bei der Neugestaltung der Industriebrache. Der Industriekamin wird als identitätsstiftendes Element integriert.

Rudolf Hirtl
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Der Kamin bleibt erhalten und wird das «Markenzeichen» der künftigen Wohn- und Gewerbeüberbauung Feldmühle.

Der Kamin bleibt erhalten und wird das «Markenzeichen» der künftigen Wohn- und Gewerbeüberbauung Feldmühle.

Bild: Tino Dietsche

Die Fabrikhallen der einstigen Stickerei Feldmühle sollen einem lebendigen Wohn- und Gewerbekomplex weichen. So die Pläne von Stadt und Eigentümerin. Geplant sind je rund 40 Prozent Eigentums- und Mietwohnungen. Rund ein Fünftel der Fläche ist für Gewerbenutzungen vorgesehen. Die Fertigstellung des Projekts ist bei reibungslosem Verlauf für das Jahr 2025 geplant.

Die Eigentümerin, die Steiner Investment Foundation, präsentierte das Bauprojekt zusammen mit der Immobilienentwicklerin, der Steiner AG, und der Stadt Rorschach erstmals im Februar 2019 der Bevölkerung. Im vergangenen Herbst konnte sich die Rorschacherinnen und Rorschacher im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung während eines Monats zu den Inhalten der Planung äussern.

Der Industriekamin weckt viele Emotionen

Drei Beiträge sind in dieser Zeit beim Stadtrat eingegangen. Viele Punkte der Stellungnahmen waren im Sondernutzungsplan bereits berücksichtigt. Wo es in Absprache mit der Stadt nötig und sinnvoll erschien, wurde die Planung zwischenzeitlich entsprechend angepasst. «Aufgrund der Rückmeldungen haben wir die Bausubstanz des Industriekamins untersucht und sind dabei zum Ergebnis gekommen, dass die technische und wirtschaftliche Machbarkeit gegeben sind, um dieses identitätsstiftende Element zu erhalten», sagt Stephan Isler von der Steiner AG.

«Im Gespräch mit Menschen aus der Bevölkerung haben wir festgestellt, dass viele Emotionen mit dem Kamin verbunden sind. Daher stehen wir gerne hinter dieser Entscheidung.»

Der Wohn- und Gewerbekomplex soll das Geschichtliche mit dem Modernen verbinden. Neben dem Kamin, dem «Markenzeichen» des neuen Areals, bleiben auch das einstige Verwaltungsgebäude und der längliche Bau entlang der Feldmühlestrasse bestehen. Der Bau einer Strassenunterführung unter dem Bahnhof Stadt musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden, da die Kosten dafür wegen Fehlplanungen richtiggehend explodiert sind. Bei der Planung des Feldmühle-Areals wird ein Korridor für eine spätere Realisierung einer Unterführung frei gehalten.

Vom 23. März bis 21. April liegen die Pläne bei der Bau und Stadtentwicklung auf, einsehbar sind sie auch auf: www.rorschach.ch.