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Ein Hauch Nostalgie im St.Galler Kultstadion: Der Espenmoos-Sitz von Kurt Furgler ist jetzt in SP-Hand

Im altehrwürdigen Stadion Espenmoos ging am Donnerstagabend ein stimmungsvolles Abholfest über die Bühne. Fans des FC St.Gallen sicherten sich ihre Holzsitze, die sie vor der Sanierung der Haupttribüne gekauft hatten.
David Gadze
(Bild: Michel Canonica)(Bild: Michel Canonica)
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20 Bilder

Jedem Anhänger sein Espenmoos-Sitz

Es ist fast wie früher: Der Geruch von Bratwurst, Zigarettenrauch und Rasen liegt in der Luft – und das Gefühl von Nostalgie. Zahlreiche Anhänger des FC St.Gallen sind am frühen Donnerstagabend ins Espenmoos gekommen, um einen der knapp 1400 Sitze der Haupttribüne abzuholen. Es sind die letzten Reliquien des St.Galler Kultstadions, von dem noch die elegante Haupttribüne übrig geblieben ist. Ab September wird sie saniert und mit neuen Sitzen ausgestattet. Die alten konnten die Fans für jeweils 20 Franken kaufen. Am stimmungsvollen «Abholfest» schrauben sie sie nun selbst ab.

Ein Mann trägt mit seinen drei Kindern sechs Stühle aus dem Stadion. Insgesamt habe er zehn Stück gekauft, erzählt er.

«Ich bin gerade nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Aber ich bin mit dem Espenmoos emotional sehr verbunden.»

Er sei rund 40 Jahre lang hierhin gekommen, als Zuschauer oder als Sicherheitsangestellter. Was er mit den Stühlen machen werde, wisse er noch nicht. Eines Tages könnten die Kinder je zwei Stühle übernehmen.

(Bild: Michel Canonica)

(Bild: Michel Canonica)

Ein anderer Mann will seine drei Sitze auf eine Festbank montieren und diese seinem Vater schenken. «Als Dank dafür, dass er mich als Kind ins Stadion mitgenommen hat.» Ein Paar holt derweil einen Sitz für einen Freund ab, der inzwischen in Innsbruck wohnt. Auch Stadtingenieur Beat Rietmann ist gekommen, um seine zwei Stühle abzuholen. Eigentlich hätte er gerne einen Sitz mit der Nummer 4 – seiner Trikotnummer – gekauft, erzählt er. Diese sei aber nicht mehr verfügbar gewesen. Also habe er sich für die Nummer 243 entschieden, weil er so viele Spiele für den FC St.Gallen absolviert habe. Die Stühle werde er im Garten aufstellen, «mit Blick auf den Rasen». Den Rasen, in dem er ein Stück des Espenmoos-Rasens eingepflanzt hat, das er 2008 nach dem letzten Spiel im altehrwürdigen Stadion mit seinem Sohn rausgeschnitten hatte.

Er sei von 1977 bis zum letzten Spiel immer auf dem gleichen Stuhl gesessen, erzählt ein weiterer Fan. «Reihe 11, Sitz 211.» Doch im System sei sein Platz ein weisser Fleck gewesen. Also sei er eines Mittags ins Espenmoos gegangen.

«Die Lehne war abgebrochen. Ich hatte Tränen in den Augen.»

Nun habe er sich den Stuhl eines Bekannten gesichert, der inzwischen verstorben sei.

(Bild: Michel Canonica)

(Bild: Michel Canonica)

Und der Sitz von alt Bundesrat Kurt Furgler, der jeweils in der «Präsidentenreihe» gleich oberhalb des Spielertunnels sass? Er geht nicht etwa an seinen Neffen, den FCSG-Präsidenten Matthias Hüppi, sondern an Daniel Kehl. Das sei «totaler Zufall», beteuert der SP-Stadtparlamentarier, der aus einer CVP-Familie stammt. «Ich wollte einfach einen Stuhl aus der Promireihe. Ich war ja praktisch nie auf der Haupttribüne.» Eine schöne Episode, die unterstreicht, dass Fussball keine Grenzen kennt – auch nicht politische.

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