Der erste Schwumm muss warten: Wegen der Coronakrise verzögert sich der Bau des neuen Hallenbads in Gossau

Die Realisierung des Moduls 1 der Sportanlagen Buechenwald verzögert sich um drei Monate. Das sei aber «nicht wirklich schlimm», sagt die zuständige Stadträtin Gaby Krapf-Gubser.

Michel Burtscher
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So soll das neue Hallenbad in Gossau dereinst aussehen.

So soll das neue Hallenbad in Gossau dereinst aussehen.

PD

Drei Wochen ist es her, seit die Gossauer Stimmberechtigten das Aussenbecken beim geplanten Hallenbad Buechenwald versenkt haben. Rund 58 Prozent lehnten die Initiative «Pro Volksabstimmung Aussenbecken Hallenbad» der IG Sport ab. Jetzt ist klar: Das Modul 1 des Masterplans Sportanlagen mit Hallenbad, Aussenanlagen und Tribüne verzögert sich. Die Urnenabstimmung über den Baukredit ist nun im ersten Quartal 2022 geplant.

Gaby Krapf-Gubser, Gossauer Stadträtin

Gaby Krapf-Gubser, Gossauer Stadträtin

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Das würde bedeuten, dass bei planmässigem Verlauf der Planungs- und Bauarbeiten das neue Hallenbad im ersten Quartal 2025 eröffnet werden könnte, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt. Die Verzögerung betrage rund drei Monate, sagt die zuständige Stadträtin Gaby Krapf-Gubser. Das Hauptspielfeld mit der neuen Tribüne wird voraussichtlich ein Jahr vor dem Hallenbad fertig sein. In der Vorlage ans Stadtparlament vom September hiess es noch, das Hallenbad könne im besten Fall Ende 2024 den Nutzern übergeben werden.

Krapf gibt nicht den Initianten die Schuld

Der Grund für die Verzögerung? In der Medienmitteilung der Stadt heisst es, die Volksinitiative zum Aussenbecken wirke sich auf die Termine für die Realisierung des ersten Moduls aus. Krapf möchte dies aber nicht als Schuldzuweisung an die Initianten der IG Sport verstanden wissen. Sie sagt:

«Die Verzögerung ist nicht ihnen anzulasten, sondern der Coronakrise.»

Denn eigentlich wollte der Stadtrat die Stimmberechtigten im April über die Initiative befinden lassen. So hätte der ursprüngliche Terminplan eingehalten werden können. Aufgrund der Pandemie hatte die Stadt die Abstimmung jedoch auf den 21. Juni verschoben. Dadurch habe man Zeit verloren, so die Stadträtin, auch wenn die Arbeiten am Gesamtprojekt im Hintergrund weiter gegangen seien.

Weitere Verzögerungen sind nicht ausgeschlossen

Eine Verzögerung von drei Monaten sei «nicht wirklich schlimm», sagt Krapf. Und sie fügt an: «Wir wissen nicht, ob es die letzte Verzögerung ist.» Denn wenn die Stimmberechtigten den Baukredit 2022 absegnen, startet der Auflage- und Bewilligungsprozess. Dabei könnten Einsprachen eingehen und das Projekt abermals verzögern. «So wie die Rechtsmittelverfahren heutzutage ablaufen, weiss man nie, ob der Zeitplan eingehalten werden kann», sagt Krapf.

Die Stadt tue aber alles, damit er eingehalten werden könne. So habe man die Anwohner früh informiert und werde sie in den Prozess involvieren. Trotzdem habe man nie die Garantie, so Krapf, dass nicht doch eine Einsprache eingehe.

Visualisierung des Siegerprojektes für das neue Gossauer Hallenbad.

Visualisierung des Siegerprojektes für das neue Gossauer Hallenbad.

PD

Eine entscheidende Rolle spielt bei den nächsten Schritten die neue Projektkommission, die der Stadtrat zur Begleitung des Bauvorhabens eingesetzt hat. Sie hat unter anderem die Aufgabe, die Termine und Kosten im Auge zu behalten. Im Gremium sitzen drei Stadträtinnen, neben Krapf auch Helen Alder Frey und Claudia Martin. Damit ist die Kommission beschlussfähig – sofern sich die Stadträtinnen einigen können.

Das habe den Vorteil, sagt Krapf, dass man gewisse Entscheide, die sonst vom ganzen Stadtrat gefällt werden müssten, in der Kommission behandeln könne. Als Beispiele nennt sie Auftragsvergaben oder die Freigabe von Teilprojekten. «Damit sparen wir Zeit und es hilft uns, den ehrgeizigen Terminplan einzuhalten.»