Die abschliessende Runde gedreht, das letzte Fondue gerührt: Der St.Galler «Eiszauber» geht zu Ende – die Veranstalter haben aus der Kritik gelernt

Der «Eiszauber» hat grosse Erfolge verzeichnet. Neben dem Veranstalter ist nun auch das Quartier zufrieden. Die Veranstalter scheinen aus der Kritik gelernt zu haben.

Elisabeth Fitze
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Die meisten Besucher des «Eiszaubers» stammen aus der Stadt.

Die meisten Besucher des «Eiszaubers» stammen aus der Stadt.

Bild: Ralph Ribi (1. Dezember 2019)

Der «Eiszauber» auf der Kreuzbleiche ist auch schon wieder vorbei. Am Sonntag drehten die Besucherinnen und Besucher ihre letzten Runden und rührten im letzten Fondue. Ob die Veranstaltung auch nächsten Winter wieder stattfinden wird, ist noch offen. Obwohl die Veranstalter 50000 Besucherinnen und Besucher verzeichneten – mehr als in der vergangenen Saison.

«Wir sind mit dem diesjährigen ‹Eiszauber› sehr zufrieden», sagt André Moesch. Laut dem Leiter Events bei «CH Media» wollen die Organisatoren von FM1, das wie diese Zeitung zur «CH-Media»-Gruppe gehört, den «Eiszauber» in den kommenden Jahren auf jeden Fall erneut organisieren. Der «Eiszauber» benötigt jedoch eine Veranstaltungsbewilligung der Stadt.

Ob der «Eiszauber» den Standort wechselt, ist offen

Die Besprechungen mit der Stadt wollen die Veranstalter so bald wie möglich aufnehmen. «Danach sollten wir auch wissen, ob es den ‹Eiszauber› erneut geben wird. Und ob er an einem neuen Standort stattfinden wird», sagt Moesch.

Die Idee des vergangenen Jahres, die Veranstaltung in den Spätwinter zu verschieben, stehe nicht mehr zur Diskussion. «Wir finden, der ‹Eiszauber› gehört in die Weihnachtszeit», sagt er. Sie hätten wie auch in der vergangenen Saison vieles gelernt, deswegen würde es auch nächsten Winter Veränderungen geben. «Entschieden ist aber noch nichts und deshalb kann ich auch noch nichts verraten.»

Die Veranstalter haben aus der Kritik gelernt

Gegen den «Eiszauber» gab es in der Stadt vergangenes Jahr Widerstand. Im St.Otmar­-Quartier wurde nach dem ersten «Eiszauber» Kritik laut. Das Quartier bemängelte die Rücksichtslosigkeit der Veranstalter. Einige der Wege über den Sportplatz seien fast vier Monate gesperrt gewesen. Ausserdem hätten der Auf- und Abbau zu lange gedauert.

Peter Olibet, SP-Stadtparlamentarier reichte mehrere Vorstösse ein, in denen er den massiven Eingriff in den öffentlichen Raum und den Energieverbrauch hinterfragte. Trotzdem genehmigte die Stadtpolizei die Durchführung ein weiteres Mal, da die Voraussetzungen dafür gegeben waren.

Ökostrom und verkürzte Auf- und Abbauzeiten

Die Veranstalter passten aufgrund der Erfahrungen aus dem vergangenen Winter und der Kritik einige Punkte an. Neu kam diesen Winter Ökostrom zum Einsatz und die Transporte für das Material wurden klimaneutral kompensiert. Die Auf- und Abbauzeiten sind auf etwa zehn Tage verkürzt worden und die Durchgangsmöglichkeiten auf der Kreuzbleiche wurden ebenfalls verbessert.

Im Quartier sind die Änderungen gut angekommen. «Alle unsere Kritikpunkte wurden von den Veranstaltern angegangen», sagt Fredi Spieler, vom Vorstand des Quartiervereins St.Otmar. «Der Aufbau verlief weniger chaotisch und das Ersatztrottoir war gut begehbar. Wir hoffen, dass der Abbau, wie von den Veranstaltern versprochen, weniger lang dauern wird.» Auch André Moesch zeigt sich überzeugt von den Anpassungen. «Vor allem die Überdachung der Eisstockschiessbahnen und der neue Umziehbereich haben sich ausgezahlt.» Die Besucher hätten dies sehr geschätzt.

Das Eisstockschiessen kommt bei Gruppen gut an

Die Hälfte der Gäste stammt wie vergangene Saison aus der Stadt. Der Rest kam laut Moesch aus der restlichen Ostschweiz oder von weiter her. Viele Besucher seien ausserdem in Gruppen gekommen und hätten nach einer Runde Eisstockschiessen das Fondue­chalet besucht.

Viele besuchten nach dem Eislaufen noch das Fonduechalet.

Viele besuchten nach dem Eislaufen noch das Fonduechalet.

Bild: Ralph Ribi (15. Dezember 201)

Da der diesjährige Winter sehr frühlingshaft sei, liege der Stromverbrauch etwas höher, sagt Moesch. Es sei wichtig, die Energie sparsam und vernünftig einzusetzen. «Dies versuchen wir beim ‹Eiszauber› Stück für Stück zu optimieren.» Der Abbau hat unmittelbar nach der Schliessung begonnen – bei guter Witterung sollte er Mitte Februar abgeschlossen sein.