Der einheimische Sportsmann: Georges Gladig will mehr Leben nach Wittenbach bringen

Einen Trumpf wird Georges Gladig im Wittenbacher Wahlkampf nicht müde zu betonen: Er kommt aus Wittenbach. Hier hat er schon Spuren hinterlassen. Und will im Dorf wieder mehr Leben auf die Strassen bringen.

Johannes Wey
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«Vergaben müssen transparent sein»: Georges Gladig vor dem Abacus-Sitz. (Bild: Beat Belser)

«Vergaben müssen transparent sein»: Georges Gladig vor dem Abacus-Sitz. (Bild: Beat Belser)

Georges Gladig ist bei seinem Eintreffen etwas ausser Atem. Von seinem Haus im Neuhus-Quartier musste er bis zum Abacus-Sitz doch einige Höhenmeter zurücklegen. «Dafür können wir ab jetzt abwärts fahren.» Will der 61-Jährige mit der Wahl seines Fortbewegungsmittels beweisen, dass er noch fit genug für das Gemeindepräsidium ist? «Überhaupt nicht. Innerhalb der Gemeinde nutze ich wann immer möglich das Velo.» Beruflich ist der Spezialist für Pensionsplanung mit dem Auto unterwegs – als Gemeindepräsident könnte er sich das anders einrichten.

Das Abacus-Areal hat für Gladig gleich mehrfachen Symbolcharakter, nicht nur weil dort «ein Superbau» stehe. «Bei der Ausschreibung von öffentlichen Aufträgen braucht es Transparenz. So wie wir es bei der Sanierung des Oberstufenzentrums gemacht haben», sagt Gladig. Hat die Gemeinde hier Fehler gemacht? «Das hat man ja gesehen», findet Gladig. Jahrelang lag die Firma mit zahlreichen Gemeinden in einem Rechtsstreit. Kürzlich wurde dieser mit einem Vergleich beigelegt. Einzig mit Wittenbach streitet die Firma noch auf einem Nebenschauplatz vor Bundesgericht.

Im Vergleich zu vielen Wittenbacher KMU sei Abacus eine Firma mit Ausstrahlung. «Ich kenne viele Leute aus der Geschäftsleitung», sagt Gladig. Als er zwei davon erblickt, entschuldigt er sich, um schnell Hallo zu sagen. Fünf Minuten später ist er zurück, und zählt weitere Gründe auf, weshalb der Abacus-Platz die erste Station auf seiner Velotour ist: Auch das Ziegelei-Areal sei ein Teil Wittenbachs, der aber oft vergessen gehe. Deshalb werde er hier mit seinem Wahlkampfmobil, einem E-Smart mit kleinem Wohnwagen, Halt machen.

Kulturzentrum im Schulhaus?

Die nächste Etappe der Velotour verläuft mühelos: Auf seinem alten Mountainbike saust Gladig hinab ins Zentrum und auf den Dorfhügel. Es sei schade, dass hier selten etwas los sei wie am 15. September. Die IG Denkmal organisiert dann ein Strassenfest zum Tag des Denkmals. Georges Gladig:

«Früher gab es auf dem Platz vor dem Dorfschulhaus Theatervorführungen. Wieso schaffen wir hier nicht eine neue Kulturstätte?»

Dafür würde sich auch das alte Schulhaus anbieten. Aber muss das Areal nicht verkauft werden, um das Schulhaus Sonnenrain zu finanzieren? «Der Verkauf des Areals war nicht Teil der Abstimmung», sagt Gladig. Jedenfalls gebe es auch Interessengruppen, die das Dorfschulhaus erhalten möchten. Da müsse man Kompromisse finden. Leute zusammenbringen, Bedürfnisse abholen, das sind denn auch Schlagworte in seinem Wahlkampf. Was für finanzielle Auswirkungen eine Umnutzung des Dorfschulhauses hätte, könne er allerdings nicht abschätzen.

Auf dem Dorfhügel zeigt Gladig seine Verbundenheit zu Wittenbach. «In der Kirche haben wir vor 29 Jahren geheiratet, im Kirchgemeindehaus gingen meine Söhne in die Spielgruppe, einer von ihnen später ins Dorfschulhaus.» Dazu passt Gladigs Slogan «einer von uns». Das ziele nicht auf den auswärtigen Norbert Näf, verneint Gladig. «Das zielt alleine auf mich.»

Pate der Sportvereine

Weiter geht es zum OZ Grünau - beim Präsidenten der Oberstufe liegt das auf der Hand. «Ich engagiere mich schon lange für die Bildung. Vor dem Oberstufenschulrat war ich in der GPK.» Doch der Oberstufenschulrat war es auch, der einer grossen Einheitsgemeinde, für die sich Gladig nun starkmacht, eine Absage erteilte. «Wir haben nur die Meinung des Parlaments respektiert.» Er sei überzeugt, dass auch das Parlament zustimmen werde, wenn erst die richtigen Grundlagen geschaffen seien.

Das OZ soll aber nicht nur Gladigs Engagement für die Bildung versinnbildlichen, sondern auch jenes für den Sport. Auf der Wiese liegt das Junioren-Baseballfeld der von Gladig gegründeten Vikings. Er war auch Mitglied der Sportplatzkommission, die dem FC einen neuen Kunstrasen verschafft hat. Den müsste man besser vermarkten, wie die Aula des OZ, findet Gladig. Den Sportsmann gibt der FDP-Mann, der auch von der SP unterstützt wird, auch im Wahlkampf: «Ich muss mich geben, wie ich bin. Dann wählen mich die Leute oder nicht.» Darin bestätigt ihn auch die knappe Niederlage 2011. «Und jetzt haben wir einen neuen Wettkampf.»

Kandidaten unterwegs

Georges Gladig (FDP), Norbert Näf (CVP) und Oliver Gröble (parteilos) kämpfen um das Amt des Wittenbacher Gemeindepräsidenten. Die Redaktion stellt die drei Kandidaten auf Rundgängen durch Wittenbach vor. Die Kandidaten entscheiden selber, welche Stationen sie auf welche Weise ansteuern wollen – und erzählen, was das über sie aussagt. (red)