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Der Dichter aus Dakar

Der Senegalese Prince Moussa Cissokho macht Musik in der 41. Generation. Am Sonntag spielt er mit drei Freunden in der Militärkantine in St. Gallen ein Benefizkonzert für Madagaskar.
Marco Cappellari
Seit 2011 lebt Prince Moussa in Vorarlberg. Seinen Wurzeln ist er treu geblieben. (Bild: Benjamin Manser)

Seit 2011 lebt Prince Moussa in Vorarlberg. Seinen Wurzeln ist er treu geblieben. (Bild: Benjamin Manser)

Princa Moussa Cissokho stammt aus Dakar, Senegal und ist Musiker. Genauer gesagt: Er ist Griot. Griots sind westafrikanische Sänger, Dichter und Instrumentalisten, die die Menschen unterhalten, belehren und ihnen Geschichten erzählen – vergleichbar mit den mittelalterlichen Troubadouren. Griots entstammen einer Zeit, in der es noch keine Schrift gab, und stellten durch mündliche Überlieferung sicher, dass Wissen von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Moussa Cissokho ist Griot in 41. Generation. Am Sonntag tritt er zusammen mit drei weiteren Musikern als Brothers and Borders in der Militärkantine zu Gunsten der Société Malagasy Suisse auf – einem Hilfsprojekt für Madagaskar.

Für das Interview ist er extra im Voraus nach St. Gallen gereist. Sehr weit hatte er es allerdings nicht. Seit 2011 wohnt er in Vorarlberg. Genau so lange übt und spielt er auch in der Schweiz. Auch St. Gallen kennt er bereits. Wie zum Beweis begegnet ihm auf dem Weg zur Militärkantine ein alter Bekannter. «Moussa ist der King!», ruft dieser. Moussa Cissokho winkt ab. Ein König sei nur sein Grossvater gewesen. Der König der Kora, der westafrikanischen Stegharfe, die auch Moussa Cissokho spielt. Der King of Kora erlangte Bekanntheit weit über Afrika hinaus und sei bereits 1948 unter anderem durch Europa getourt. «Und weil mein Opa der König war, heisse ich Prince.»

Nie eine Schule besucht

Nebst dem Koraspielen singt Prince Moussa. Seine Musik steht ganz in der Tradition seiner westafrikanischen Wurzeln, vermischt sich aber mit Musik aus aller Welt. «Weltmusik eben.» So steht er am Sonntag zusammen mit einem Kontrabassisten, einem Gitarrenspieler und einem Trommler auf der Bühne.

«Ich mag jegliche Art von Musik», sagt Cissokho. Und diese spielt er vornehmlich in der Schweiz. «Ich lebe gerne in Österreich, aber die Schweizer sind einfach offener, was Musik und Kultur angeht.» So habe er bereits überall in der Schweiz gespielt, von Flawil über Zürich bis Luzern.

Er habe nie eine Schule besucht, auch wenn er das vielleicht gern hätte. «Aber das war nicht mein Weg.» Sein Weg führte ihn erst in Österreich zum ersten Mal in eine Schule – als es darum ging, Deutsch zu lernen. «Das war sehr schwer.» Trotzdem spricht Prince Moussa Cissokho heute nebst Französisch, Wolof, Deutsch und Mandinka auch Englisch, «ein wenig Spanisch und drei, vier weitere westafrikanische Sprachen». Und diese Sprachen nutzt er, um seine Geschichten zu erzählen. Sie handeln vom Leben, der Liebe und immer auch von der Gesellschaft. «Ihr Journalisten und wir Griots, wir sind beide auf unsere Weise Geschichtenerzähler.»

Im Geiste der Griots

Mit seiner Musik wolle er denn auch jenen eine Stimme geben, die keine haben. «Und wenn jemand wütend ist, soll ihn meine Musik beruhigen. Wenn zwei sich hassen und bekriegen, möchte ich mit meiner Musik zum Frieden beitragen.» Man merkt, dass das bei Moussa Cissokho mehr als nur leere Phrasen sind. Ganz im Geiste der Griots ist Musik für ihn nicht nur Unterhaltung. Musik dient der Kommunikation und dem Austausch. «Und gerade heute ist gegenseitige Toleranz wichtiger denn je.»

Benefizkonzert

Am Sonntag, 14. Oktober, 9.30 bis 15 Uhr, spielt Prince Moussa Cissokho mit seiner Formation Brothers and Borders in der Militärkantine am Kreuzbleicheweg 2. Die Kollekte des Sonntagsbrunches mit Konzert geht an das Hilfsprojekt Société Malagasy Suisse, das sich für hilfsbedürftige Menschen in Madagaskar einsetzt. Der Brunch kostet 30 Franken pro Person. Eine Anmeldung unter 071 279 10 00 oder essen@militaerkantine.ch ist zwingend notwendig.

Weitere Informationen: www.malagasy.ch / www.princemoussacissokho.com

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