Der Deponiemangel spitzt sich immer mehr zu, neue Standorte sollen Entlastung bringen: Diese Deponien sind in der Region St.Gallen derzeit in Planung

Der Betrieb der Deponie Tüfentobel in Gaiserwald muss wegen eines Rechtsstreits stark eingeschränkt werden. Schon davor war der Kanton dringend auf mehr Deponien angewiesen. Seit Jahren sucht er deshalb Alternativen und hat mögliche Standorte in den kantonalen Richtplan aufgenommenen. Mit den neuen Deponien soll sich die Situation entspannen. Die einzelnen Projekte verzögern sich aber.

Perrine Woodtli
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Die Deponie Tüfentobel in Gaiserwald.

Die Deponie Tüfentobel in Gaiserwald.

Michel Canonica (23. September 2020)

Im Kanton St.Gallen herrscht ein Deponiemangel. Unabhängig von der Lage im Tüfentobel sucht der Kanton seit Jahren nach alternativen Deponiestandorten für unverschmutzten Aushub in der Region. Doch wo Aushubdeponien geplant sind, ist Widerstand vorprogrammiert. Und auch wenn sich die Lage im Tüfentobel immer weiter zuspitzt: Schneller voran geht’s bei den anderen geplanten Standorten deswegen nicht.

An folgenden Standorten in der Region St.Gallen sind Aushubdeponien angedacht oder bereits in Planung:

Gossau

Geht es nach dem Kanton, sollen in Gossau in den kommenden Jahren gleich mehrere Deponien entstehen. So ist unter anderem mitten im Nutzenbuecherwald, der sich zum Teil auch auf Oberbürer Boden befindet, eine Aushubdeponie (3-4 Millionen m3) geplant. Der Deponie müsste eine Waldfläche von 25 Hektar weichen.

Nicht weit entfernt sind zudem die Standorte Degenau (1 Million m3) und Radmoos geplant. Der Grund, warum sich jene Gegend eignet, ist unter anderem die Lage an der Autobahn. Diese drei Standorte wurden trotz Protest des Stadtrats in den kantonalen Richtplan aufgenommen.

Im Februar hat der Kanton zudem den Standort Weid (500'000 bis 700'000 m3) in den Entwurf des Richtplans 2020 aufgenommen. Die Stadt Gossau will dort mit einer Aushubdeponie einen Lärmschutzwall entlang der Autobahn realisieren.

Ein Lärmschutzwall entlang der A1 soll die Anwohner vor dem Lärm schützen. Das Gebiet Weid wäre der vierte Deponiestandort in Gossau, der in den Richtplan aufgenommen wird. Bereits aufgenommen wurden Radmoos, Degenau und Nutzenbuech.

Ein Lärmschutzwall entlang der A1 soll die Anwohner vor dem Lärm schützen. Das Gebiet Weid wäre der vierte Deponiestandort in Gossau, der in den Richtplan aufgenommen wird. Bereits aufgenommen wurden Radmoos, Degenau und Nutzenbuech.

Michel Canonica (26. Februar 2020)

Mörschwil

In Mörschwil ist 2017 die Deponie Unterbüel (450'000 m3) in Betrieb. Für diese wurde das Einzugsgebiet auf die Region St.Gallen-Rorschach beschränkt. Dadurch soll die Entsorgungssicherheit für die Region gewährleistet werden. Mit Riederen (350'000 m3) und Aachen (2 Millionen m3) befinden sich derzeit zudem zwei weitere Deponien in Planung. Bei der Kibag AG hiess es einst, dass im Sommer 2019 der Betrieb der Deponie Riederen starten könne. Das Projekt verzögert sich aber: Der Zeitplan sei zu optimistisch gewesen, hiess es vor einem Jahr bei der Deponiebetreiberin.

Im Mörschwiler Gebiet Riederen ist entlang der Rorschacherstrasse ebenfalls eine Aushubdepnie in Planung.

Im Mörschwiler Gebiet Riederen ist entlang der Rorschacherstrasse ebenfalls eine Aushubdepnie in Planung.

Thomas Hary (18. September 2018)

Der Kanton will zudem die Standorte Meggenhus (100'000 bis 150'000 m3) und Wisental (1,2 Millionen m3) in den Richtplan aufnehmen. Der Standort Wisental wäre alleine für die Ablagerung des nicht verwertbaren Tunnelausbruchmaterials aus dem Projekt Engpassbeseitigung reserviert. Mit dieser Deponie soll das Material möglichst nahe am Entstehungsort (Rosenbergtunnel) abgelagert werden können.

Häggenschwil

Die Resdag AG plant im Rütiholz eine Deponie. Auf einer Fläche von elf Fussballfeldern sollen 770'000 Kubikmeter Aushub abgeladen werden. Auch dieses Projekt zieht sich hin: Gegen das Baugesuch, das Ende 2019 auflag, gingen drei Einsprachen ein.

Das Gebiet Rütiholz befindet sich im Westen Häggenschwils. Die geplante Deponie umfasst die Wiese oberhalb der Rothenbrücke und einen Teil des bewaldeten Steilhanges. Für die Deponie müssen 3,7 Hektar Wald gerodet werden.

Das Gebiet Rütiholz befindet sich im Westen Häggenschwils. Die geplante Deponie umfasst die Wiese oberhalb der Rothenbrücke und einen Teil des bewaldeten Steilhanges. Für die Deponie müssen 3,7 Hektar Wald gerodet werden.

Ralph Ribi (2. September 2019)

Waldkirch

Auch auf Waldkircher Boden soll eine Deponie realisiert werden – so schlägt es jedenfalls der Kanton vor. Er hat Anfang Jahr mitgeteilt, dass er auch den Standort Wannenwis (300'000 m3) in den Richtplan aufnehmen will. Der Standort befindet sich südlich des Dorfes, nahe an der Gemeindegrenze zu Andwil. Der Waldkircher Gemeinderat hält den Standort für problematisch und unterstützt diesen nicht.