Der Countdown fürs Wiesli beginnt - die Grünfläche im Museumsquartier soll bleiben

Aktuell sammeln vier Initiativkomitees die Stimmen der Bürger. Zuletzt ist die Wiesli–Initiative eingereicht worden.

Viola Priss
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Auf der Wiese hinter der Kantonsschule am Brühl im Museumsquartier sollen Anwohner weiterhin Platz zur Begegnung, Feiern und Grillieren finden, geht es nach den der Initiative «Rettet das Wiesli».

Auf der Wiese hinter der Kantonsschule am Brühl im Museumsquartier sollen Anwohner weiterhin Platz zur Begegnung, Feiern und Grillieren finden, geht es nach den der Initiative «Rettet das Wiesli».

Benjamin Manser


Die Ferien sind vorbei, doch für Reto Schmid, den Präsidenten des Initiativkommitees «Rettet das Wiesli», fängt die Arbeit jetzt so richtig an. Mit der amtlichen Bekanntmachung am Samstag fiel der Startschuss für das Unterschriftensammeln. Ziel der Initiative «Für lebendige Quartiere – Wiesli retten» ist der Erhalt einer Grünfläche an der Hadwigstrasse.

1000 Stimmen für das Wiesli

Die Wiese dient heute, wie bereits in seit Jahrzehnten, als frei zugänglicher Treffpunkt der Anwohner und als Grünraum – und das soll so bleiben. Deshalb wollen die Initianten verhindern, dass die Pensionskasse des Kantons St. Gallen das Wiesli überbaut. Das Komitee muss bis zum 9. November 1000 Unterschriften sammeln, damit die Initiative zustande kommt.

Fahrt aufnehmen wird die Unterschriftensammlung morgen Mittwoch im Rahmen der ausserordentlichen Mitgliederversammlung der Interessensgemeinschaft (IG) Museumsquartier. Die coronabedingte Verzögerung der Unterschriftensammlung nehme der Initiative den Wind nicht aus den Segeln, sagt Schmid:

«Spätestens in dieser Zeit wird der Bedarf eines solchen Ortes vielen bewusst geworden sein.»

Die Planung des Bauvorhabens der Pensionskasse indes steht, die Baueingabe ist in Vorbereitung. «Basierend auf dem geltenden Planungs- und Baurecht», sagt Philipp Zünd, Leiter der Immobilienanlagen der St. Galler Pensionskasse.

Parallel dazu läuft seit zwei Wochen die Sammlung der SP-Veloinitiative. Das Zwischenfazit lässt sich sehen. 700 der 1000 nötigen Unterschriften seien bereits zusammen, sagt Marco Dal Molin, politischer Sekretär der SP. Drei Sammelaktionen hätten zu dem Zwischenergebnis geführt. Die Initiative für eine bessere Veloinfrastruktur scheine «den Nerv der Stadt getroffen» zu haben. Dem Ende der Sammelfrist am 14. September blickt Dal Molin zuversichtlich entgegen.

Zwischenbilanz der Veloinitiative:
«Da scheint ein Nerv getroffen.»

Mit gleich zwei Volksinitiativen geht der Verein Umverkehr auf Stimmensammlung. Die Gute-Luft-Initiative will ein «gesundes Stadtklima» schaffen. Die «Initiative für eine zukunftsfähige Mobilität» fordert einen flächendecken Ausbau des öffentlichen Verkehrs, sowie eine Optimierung des Fuss- und Veloverkehrs. Konkret soll durch die beiden Initiativen während zehn Jahren jährlich ein Prozent der Strassenfläche reduziert werden, zugunsten von Grünflächen, des Velo- oder Fussverkehrs.

Die heisse Phase der Initiativen in diesem Hitzesommer hat begonnen.

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