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Er soll das St.Galler Ladensterben stoppen: Der City Manager nimmt Gestalt an

Um die Innenstadt zu beleben, setzt die Stadt St.Gallen unter anderem auf einen City Manager. Er soll sich um die Anliegen von Detaillisten, Gastronomen und Hauseigentümern kümmern. Das Jobprofil ist noch vage, die Ziele sind aber schon klar.
Roger Berhalter
Das Ladensterben stoppen, die Innenstadt wieder zum Treffpunkt machen: Ein neuer St. Galler Stadtmanager soll dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. (Bild: Thomas Hary)

Das Ladensterben stoppen, die Innenstadt wieder zum Treffpunkt machen: Ein neuer St. Galler Stadtmanager soll dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. (Bild: Thomas Hary)

Um dem City Manager näher zu kommen, muss man sich die Innenstadt als Einkaufszentrum vorstellen: Verschiedene Geschäfte bieten in kompakter Form verschiedene Produkte an. Der Kunde findet vor Ort alles, was er sucht, und er fühlt sich in den Läden und Restaurants wohl. Dafür sorgt im Einkaufszentrum ein Center Manager.

Ähnlich funktioniert die Innenstadt, wenn auch nicht genau gleich. Die Detaillisten, Hoteliers, Gastronomen und Dienstleister betreiben ihre Geschäfte unabhängig voneinander. Sie sind auch nicht im selben Gebäude eingemietet. Sie alle verbindet aber neben dem gemeinsamen Ort ein gemeinsames Ziel: Möglichst viele Kunden sollen in die Innenstadt kommen, um die Gassen und Geschäfte zu beleben. Dafür soll ein City Manager sorgen.

Koordinieren nach innen, kommunizieren nach aussen

So gesehen ist der City Manager «der Chef des Einkaufszentrums St.Galler Innenstadt». So formuliert es Isabel Schorer, Leiterin der städtischen Standortförderung, gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Auch der City Manager koordiniert intern die Anliegen aller Akteure und übernimmt gegen aussen die Kommunikation. Gleichzeitig sei er aber «nicht zu vergleichen mit dem Center Manager eines Einkaufszentrums», sagt Ralph Bleuer, Präsident von Pro City, der Vereinigung der innerstädtischen Geschäfte. Die Aufgaben des City Managers seien komplexer und von mehr äusseren Einflüssen bestimmt als die eines Shopping-Center-Chefs.

«City Manager», das sei ein Schlagwort, das leicht von den Lippen gehe und ein zu einfaches Bild vermittle. «Wenn man ins Detail geht, merkt man schnell, dass die Sache komplex ist», sagt Bleuer. Er weiss, wovon er spricht, denn er leitet eine Arbeitsgruppe, die für St.Gallen derzeit einen City Manager sucht. Es ist eine von vielen Massnahmen der Initiative «Zukunft St.Galler Innenstadt», mit der die Standortförderung und die Wirtschaftsverbände das Ladensterben stoppen und die Innenstadt wieder zum Treffpunkt machen wollen.

Noch ist das Jobprofil des Stadtmanagers erst grob umrissen. Die Ziele, die er oder sie erreichen soll, sind aber schon definiert: Den Besucherschwund stoppen, die Innenstadt nach aussen verkaufen, deren Vielseitigkeit in wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht hervorheben, die Kräfte und finanziellen Möglichkeiten bündeln, die verschiedenen Akteure vernetzen und das Wir-Gefühl steigern. «Der City Manager ist ein Kümmerer für die Anliegen der Innenstadt», fasst Bleuer zusammen. Ein Bindeglied zwischen der Verwaltung, der Wirtschaft und den Innenstadt-Bewohnern.

Isabel Schorer von der Standortförderung ergänzt: «Ein City Manager oder eine City Managerin kümmert sich beispielsweise um das Marketing und die Werbung für die Angebote in der Innenstadt, koordiniert die Vielzahl von bestehenden oder auch neuen Events mit dem Ziel, dass immer etwas los ist.»

Noch offen ist, wer den Lohn bezahlt

Das sind nicht alles neue Aufgaben. Die Standortförderung und St.Gallen-Bodensee-Tourismus kümmern sich jetzt schon um die Attraktivität der Innenstadt, und Pro City dient jetzt schon als zentrale Anlaufstelle für die Detailhändler. «Je nach Organisation des zukünftigen City Managements werden gewisse Aufgaben eventuell bei der neuen Stelle konzentriert und dadurch andere Stellen auch entlastet», sagt Isabel Schorer. Auf keinen Fall wolle man Doppelspurigkeiten aufbauen. Laut Ralph Bleuer sind die Aufgaben des City Managers unmöglich mit den bestehenden Strukturen zu bewältigen. «Das ist ein Vollzeit-Job.»

Wann der City Manager kommt, ist offen. Bleuer möchte sich nicht auf einen Zeitplan festlegen, sondern das Projekt Schritt für Schritt vorantreiben und auf einen guten Weg bringen. Offen ist auch die Finanzierung des Stadtmanagers. Soll die öffentliche Hand oder die Wirtschaft seinen Lohn zahlen? Oder soll eine Mischform zur Anwendung kommen, wie es in Österreich und Deutschland Praxis ist?

Ebenso muss sich zuerst noch klären, wo der City Manager organisatorisch angesiedelt sein soll: Bei der Standortförderung, beim städtischen Gewerbeverband, bei Pro City, bei St.Gallen-Bodensee-Tourismus oder als eigenständige Organisation.

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