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Braucht Gossau einen Stadtbus: Im Parlament gehen die Meinungen auseinander

Das Gossauer Stadtparlament hat den Kredit von rund zwei Millionen für die Erneuerung des Friedhofgebäudes Hofegg gutgeheissen. Beim Öffentlichen Verkehr hingegen herrscht keine Einstimmigkeit.
Perrine Woodtli
Darüber, wie der öffentliche Verkehr in Gossau aussehen soll, ist man sich im Stadtparlament uneins. (Bild: Urs Bucher - 20. September 2018)

Darüber, wie der öffentliche Verkehr in Gossau aussehen soll, ist man sich im Stadtparlament uneins. (Bild: Urs Bucher - 20. September 2018)

Die Stadtparlamentssitzung am Dienstagabend in Gossau ging rasch über die Bühne. Vier Traktanden standen an, drei davon wurden zügig behandelt. Einzig bei der Interpellation von Ruth Schäfler (FDP) gab es eine Diskussion. Weil das Niederdorf nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen ist, wollte Schäfler vom Stadtrat wissen, ob ein Stadtbus in Richtung Westen geprüft worden sei und welche Möglichkeiten er für eine bessere ÖV-Erschliessung sehe.

Stadtrat verweist auf frühere Abstimmung

Der Stadtrat antwortete, derzeit keine neue Buslinie ins Niederdorf beantragen zu wollen, weil das Passagierpotenzial zu gering sei. Er erinnerte daran, dass 2007 ein Versuchsbetrieb für einen Stadtbus beantragt worden war. Der Kredit wurde damals in einer Urnenabstimmung vom Volk abgelehnt.

Mit der Antwort sei sie nicht einverstanden, betonte Schäfler am Dienstag erneut. Der Volksentscheid von 2007 könne keine Begründung sein. «Seither hat sich hier vieles entwickelt.» In der Antwort spüre sie «keine Entschlossenheit», dass der Stadtrat den ÖV attraktiver machen und das Verkehrsproblem in den Griff bekommen will. Der Stadtrat habe aber durchblicken lassen, dass gewisse Linien verstärkt werden sollen. Schäfler wollte wissen, wie der Zeitplan aussieht.

«2007 war ÖV-technisch ein anderes Zeitalter»

Stadtpräsident Wolfgang Giella führte aus, dass mit neuen Linienführungen – etwa zum Walter-Zoo – aufgrund Zeitreserven eine Erschliessung des Niederdorfs ab Ende 2019 möglich werden könnte. «Dies muss nun aber zuerst geprüft werden.» Es würde sich dabei um einen Einstundentakt bis zur Käserei handeln.

Für Florian Kobler (SP) klang dies «schon besser». Jedoch sei ein Ein-Stunden-Takt zu wenig. Er betonte zudem, dass nicht nur das Niederdorf, sondern auch andere Teile Gossaus schlecht angeschlossen seien, etwa das Gebiet Rosenau. Auch Kobler ist der Meinung, dass sich der Stadtrat nicht mehr auf 2007 berufen könne. «ÖV-technisch war das ein anderes Zeitalter.»

«Volksentscheid akzeptieren»

Ganz anderer Meinung ist Pascal Fürer (SVP): «Ich habe das Gefühl, hier drinnen sitzen die SVP und die anderen.» Einen Stadtbus müsse man auch bezahlen. «Tagsüber fahren leere Busse durch Gossau. Und jetzt will man den ÖV noch ausbauen.» Zum Entscheid von 2007 sagte Fürer: «Das Volk hat die Testphase abgelehnt, das muss man akzeptieren.»

Stefan Harder (Flig) wiederum pflichtete Kobler bei, dass es nicht nur ums Niederdorf gehen dürfe. «Wir brauchen ein einheitliches, attraktives Angebot mit einem 15-Minuten-Takt, damit man freiwillig auf das Auto verzichtet», so Harder. «Klar kostet das. Die Autostaus tun dies aber auch.»

Die richtige Balance finden

Man werde versuchen, die Situation beim Bus weiter zu verbessern, betonte Stadtpräsident Wolfgang Giella. «Das ist mir ein Anliegen. Aber es muss eine Balance da sein zwischen Geschwindigkeit, Erschliessung, Erreichbarkeit und Kosten.»

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