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Der Waldkircher Breitebach ist wieder dreckig

In Waldkirch hat eine Verschmutzung des Breitebachs Anwohner und Spaziergänger alarmiert. Der Bach ist nicht zum ersten Mal milchig. Selbst ein Bagger kam gestern der Ursache nicht auf die Spur.
Johannes Wey
Milchiges Wasser und weisse Ablagerungen im Breitebach. (Bild: Johannes Wey, 19. Februar 2019

Milchiges Wasser und weisse Ablagerungen im Breitebach. (Bild: Johannes Wey, 19. Februar 2019

Der Breitebach in Waldkirch gibt in diesen Tagen ein schlechtes Bild ab. Vom Rosenheimweg an abwärts ist das Wasser trüb. Im Bachbett haben sich weisse Ablagerungen angesammelt, an steilen Stellen teilweise zentimeterdick. Das milchige Wasser stammt aus einem Kanal knapp oberhalb des Rosenheimwegs.

Und die Färbung des Bachs erregt Aufsehen: Ein Leser hat sich ans «Tagblatt» gewandt, nachdem er am vergangenen Samstag in einem Restaurant von der Verschmutzung gehört hatte. Am selben Tag meldeten sich Anwohner bei der Gemeinde, genauso wie bei der Kantonspolizei, bestätigt deren Sprecher Hanspeter Krüsi.

Die Suche verlief bislang erfolglos

Die Verfärbungen sind nicht zum ersten Mal aufgetreten. Markus Stöckli, Leiter Bau und Infrastruktur der Gemeinde Waldkirch, hatte schon 2018 umfangreiche Abklärungen getroffen, ohne dass die Ursache gefunden wurde. «Das Wasser war damals schon, wie beim neulich aufgetretenen Vorfall, weiss verfärbt und pH-neutral.» Veränderungen ins Saure oder Basische können Bachlebewesen schnell Schaden zufügen. Heute wie damals seien auf der offenen Bachstrecke bis zur Einmündung in den Hasenbergweiher aber auch nach dem Umdrehen einzelner Steine keine toten Kleinlebewesen gefunden worden. Der Farbe nach könnte es sich um Kalkausblühungen oder Gipsbestandteile handeln, sagt Stöckli. Der Bach sei nach knapp 200 Metern wieder sauber gewesen. Die Verunreinigung mit dem körnigen Material sei vornehmlich nach Niederschlägen oder bei Tauwetter aufgetreten. Im Zuge der anhaltenden Trockenperiode im Sommer sei es ruhig gewesen. Beim Zuflussrohr handle es sich um das Ende einer Meteorwasserleitung.

Eine mögliche Ursache hat Stöckli nach dem jüngsten Vorfall ausmachen können, auf einer Baustelle an der Hauptwilerstrasse im Gebiet Meersburgwisen – dies, obwohl er die beiden Baustellen in diesem Gebiet bereits im letzten Jahr mehrere Male unter die Lupe genommen hat. Nun vermutet er, dass das verfärbte Wasser zusammen mit Regen- oder Schmelzwasser aus der Baugrube in die Meteorwasserleitung gelangt sein könnte. Klarheit sollte gestern die Freilegung eines Kontrollschachts mit einem Bagger bringen. Sie brachte aber kein Ergebnis. Für Stöckli deutet allerdings nichts darauf hin, dass die Verunreinigung vorsätzlich verursacht wurde. Heute Donnerstag soll die Meteorwasserleitung gespült werden, was das Rätsel beantworten könnte.

Dem Verursacher droht eine Geldstrafe

Laut Mirjam Näf vom kantonalen Amt für Wasser und Energie könnte ein Anstieg des pH-Werts die weissen Ablagerungen verursacht haben. Als Auslöser komme Beton in Frage, der basisch ist. «Dadurch wird Kalk, der im Wasser gelöst ist, ausgefällt.» Die Kalkablagerungen seien zwar ungiftig, beeinträchtigten aber den Lebensraum im Gewässer.

Martin Anderegg ist Leiter des Rechtsdienstes des kantonalen Amts für Umwelt. Anhand der Bilder vom Bach geht er davon aus, dass es sich um eine Gewässerverschmutzung im Sinn der eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung handelt. Die Kantonspolizei werde ihren Rapport der Staatsanwaltschaft übergeben. Wurde die Verschmutzung fahrlässig verursacht, sieht das Gesetz eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen vor. Für vorsätzliche Gewässerverschmutzungen sind bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe möglich.

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