Der Bierprofi aus Rorschach

Als Biersommelier berät Patrick Schmiech Gäste, welches Bier zu ihnen passt. Er kennt die aktuellen Trends.

Lisa Wickart
Drucken
Teilen
Patrick Schmiech aus Rorschach arbeitet im St. Galler Restaurant Brauwerk als Biersommelier. (Bild: Lisa Wickart)

Patrick Schmiech aus Rorschach arbeitet im St. Galler Restaurant Brauwerk als Biersommelier. (Bild: Lisa Wickart)

«Es gibt so viel mehr als einfach nur ‹e Stange›», sagt Patrick Schmiech. Der Rorschacher steht an der Bar des Restaurants Brauwerk in St. Gallen und füllt am Zapfhahn ein Glas: «Die Biervielfalt fasziniert mich», sagt er. Darum hat der 37-Jährige seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und ist Biersommelier geworden.

«Ich will nicht einfach nur Bier verkaufen, sondern den Gästen mit Fachwissen Bier empfehlen können», sagt der gebürtige Deutsche. Als Biersommelier gehe es darum, den Gästen zu zeigen, dass es zu jeder Situation ein passendes Bier gebe. Schmiech sagt:

«Was einige nicht wissen, ist, dass man Bier auch wunderbar zum Essen kombinieren kann.»

Während eines achttägigen Seminars von Gastrosuisse und dem Schweizer Brauerei-Verband hat er mit 21 anderen Teilnehmern zum Beispiel gelernt, welche Biere mit welchen Gerichten harmonieren: «Beim Foodpairing geht es darum, die Geschmäcker miteinander abzustimmen und neue Kombinationen zu finden.» Dazu gebe es gewisse Grundsätze: «Zum Beispiel passt dunkles Bier eher zu dunklen Speisen und helles eher zu hellen Speisen», sagt er. Aber auch Gegensätze würden je nachdem gut zusammenpassen. So würden bittere Biere gut zu Salat oder zu Käse schmecken.

Mischung mit Aperol für Bierhasser

Eine Bierberatung sei jeweils je nach Vorliebe sehr individuell. «In kleinen Gläsern können Gäste verschiedene Biere probieren, um herauszufinden, was ihnen schmeckt», sagt Schmiech. Ales seien eher für Leute, die bittere Biere mögen. Bockbiere hingegen seien eher leicht, süsslich und malzig. Durch verschiedene Hopfen und Malze gebe es viele Aromen.

«Ganz dunkel geröstetes Malz ergibt beispielsweise ein Bier mit Schokoladen- oder Kaffeetönen.»

Mit Aromahopfen könne man auch Zitrus- oder Orangengeschmack erzeugen.

Er berate jedoch nicht nur Bierliebhaber: «Auch Leuten, die Bier nicht so gerne haben, kann man Neues zeigen», sagt Schmiech. Und für Gäste, die auch nach einer Bierberatung kein Gefallen am Getränk finden können, hat er eine Alternative – einen Biercocktail.

«Ich mische dafür Erdbeerlimonade mit Aperol und mit Weizenbier.»

Damit habe er schon so manchen Gast doch von Bier überzeugen können.

Obwohl seine Ausbildung noch nicht lange her ist, überlegt er sich bereits, ein weiteres Seminar zu besuchen: «Vielleicht bilde ich mich noch zum internationalen Biersommelier weiter», sagt er. Das sei eine Vertiefung, wobei das Wissen auf Biere aus der ganzen Welt ausgeweitet werde. Auch habe er sich überlegt, an den Schweizer Meisterschaften der Biersommeliers anzutreten:

«Ich habe eine gute Nase, das wäre sicher lustig.»

Neben der Theorie, so die Geschichte des Biers, und dem Brauprozess müssen die Teilnehmenden auch die Degustation beherrschen.

Craft Beer sind besonders beliebt

Schmiech schätzt, dass sich um Bier ein Trend gebildet habe: «Das Interesse ist viel grösser geworden», sagt er. So würden Bierdegustationen und Brauereiführungen im «Brauwerk» immer mehr Anklang finden. Auch die Biervielfalt in der Schweiz habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Mittlerweile gebe es über 1000 Brauereien. Zum Vergleich: In Deutschland gebe es ähnlich viele Brauereien, obwohl das Land viel grösser sei. «Besonders Craft Beer sind momentan sehr modern», sagt er. Dazu gehöre auch sein momentanes Lieblingsbier - das Chopfab aus Winterthur:

«Es ist nicht so 0815 und besser gehopft als andere Biere.»

Seine Favoriten würden jedoch immer wieder wechseln. So probiere er sich ständig durch neue Bierstile und Geschmäcker. «Als Biersommelier ist es wichtig, immer auf dem neusten Stand zu sein und Biertrends zu kennen.»