Musikverein Rorschacherberg: Der Berg klingt seit 100 Jahren

Alle musikalischen Vereine der Gemeinde und eine Schweizer Premiere: Das bietet der Musikverein Rorschacherberg nächste Woche an zwei Festabenden zu seinem 100-jährigen Bestehen.

Fritz Bichsel
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Gemeinsam mit dem Töchternchor und dem Männerchor gestaltete der MV Rorschacherberg im Gründungsjahr 1918 sein erstes Konzert. Solche Zusammenarbeit zieht sich durch die ganze Geschichte des nun 100-jährigen Musikvereins. Für die einzige Teilnahme an einem Eidgenössischen Musikfest – als es in St. Gallen stattfand – spannte er 2011 mit der Stadtmusik Rorschach zusammen. Jetzt tritt er gelegentlich gemeinsam mit der Musikgesellschaft Grub AR auf. Und beim Jubiläumsfest unter dem Motto «Der Berg klingt» kommen am ersten Abend – Freitag, 31. August – auch der Frauenchor Rorschacherberg sowie der Chor, die Tanzgruppe und die Kindertanzgruppe der Trachtengruppe Rorschacherberg auf die Bühne. Für den zweiten Abend – Samstag, 1. September – holt der Musikverein die bekannte Formation «Peter Schad und seine Oberschwäbischen Dorfmusikanten» aus Süddeutschland erstmals in die Schweiz.

So organisiert der Musikverein Rorschacherberg, unterstützt durch die Gemeinde, viele Sponsoren und Freiwillige, wieder einmal einen Grossanlass. Dazu gehört ein fast 50-seitiger Festführer. Er informiert auch über die Vereinsgeschichte mit mehrtägigen Festen, regelmässigen Konzerten oder erfolgreicher Beteiligung an kantonalen und regionalen Musikfesten, in jüngerer Zeit mit dem 1. Rang in der 3. Stärkeklasse an den Kreismusiktagen 1992, 2001 und 2002. Eindrücklich spiegeln Bilder und Texte, wie der Verein wuchs und seit bald zwanzig Jahren wieder schrumpfte. Zu den neun Gründern – damals nur Männer – kamen schnell weitere hinzu. In der besten Zeit waren es mehrere Dutzend. Von den zwanzig Vorgängern des heutigen Dirigenten Joe Cahenzli blieb besonders Gerhard Leonhard in Erinnerung. Er leitete den Verein 14 Jahre lang, bis 1974, und ist bis heute auch als Komponist bekannt.

Weniger Musikanten, bescheideneres Programm

Als vor 25 Jahren Pius Zottele das Präsidentenamt von Karl Bischof übernahm, konnte er auf gut vierzig Aktive zählen. Die nächsten Präsidenten Peter Latzer, Hans Wallier und Gisela Jussel-Marzari standen einem kleineren Korps vor. Der heutige Präsident Renato Locher kann nur noch knapp zwanzig Musikantinnen und Musikanten zusammenhalten. Er kam über die Musikschule in den Verein und bedauert, auf diesem Weg gebe es nur noch sehr selten Nachwuchs für Blasmusik. Grossanlässe übernehmen und an Wettspielen teilnehmen kann der Verein nicht mehr. Und den jährlichen Unterhaltungsabend gab er auf, weil er nicht mehr genügend Besucher lockte. Der wöchentlich probende Verein spielt hauptsächlich noch an Anlässen von Kirchen, Gemeinde und anderen Vereinen sowie bei Ständchen in Heimen, Quartieren und Weilern. Das war durch die bisher 100 Jahre stets sein Schwerpunkt. «Der MV Rorschacherberg blieb ein Dorfverein», stellt Präsident Locher fest. Und hofft, dass er so und in Zusammenarbeit mit der ebenfalls kleinen MG Grub überleben kann.