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Der Aufstieg der Egli: Fischer fangen im Bodensee wieder mehr des beliebten Speisefisches

Berufsfischer in der Region Rorschach haben in den ersten beiden Monaten des Jahres wieder mehr Egli gefangen als in den Jahren davor. Fischer und Fischexperten erklären mögliche Gründe.
Marco Cappellari
Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es aktuell wieder mehr Egli im Bodensee. (Bild: Tino Dietsche)

Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es aktuell wieder mehr Egli im Bodensee. (Bild: Tino Dietsche)

Gallus Baumgartner freut sich: «Wir hatten selten ein solch gutes Frühjahr». Der Berufsfischer aus Altenrhein hat im Januar und Februar so viele Egli aus dem Bodensee geholt wie seit Jahren nicht mehr. Bereits letzten August habe die Menge an gefangenen Egli-Fischen angezogen. «Das scheint sich in diesem Frühjahr fortzusetzen», sagt Baumgartner, der gleichzeitig Vorstandsmitglied des Schweizerischen Berufsfischerverbands am Bodensee ist.

Auch bei den anderen Fischsorten seien die Fänge tendenziell gestiegen, meint Baumgartner. Der Egli sei aber aktuell der Spitzenreiter, was sich auch im Portemonnaie der Bodenseefischer bemerkbar macht. «So haben wir endlich wieder einmal eine Entschädigung für unsere Arbeit», sagt Baumgartner. «Es hat Jahre gegeben, da wären wir lieber zu Hause geblieben im Frühjahr». Jetzt seien zumindest einmal die Spesen gedeckt.

Wärme und Nahrungsbestand

Claudio Görtz, ebenfalls Fischer aus Altenrhein, bestätigt die guten Eglifänge in diesem Frühjahr. «Wir sind zufrieden», sagt er. Er vermutet, dass die Gründe dafür beim relativ warmen Wetter und den Nahrungsbeständen zu suchen sind.

«Egli fressen nämlich ihre eigenen Artgenossen».

Dies deckt sich mit den Hypothesen von Michael Kugler vom kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei. «Wir können nur mutmassen, aber es ist wahrscheinlich, dass die gestiegenen Eglifänge mit dem warmen Wetter und dem Futterangebot zu tun haben». Der Egli wachse nämlich schneller, wenn das Wasser wärmer und genug Futter vorhanden sei. Ausserdem habe er sich in den vergangenen zwei Jahren gut fortgepflanzt. «Egli sind bekannt als Kannibalen, die ihre eigenen Jungtiere fressen. Das heisst, wenn es viele Jung-Egli im See hat, gibt es dadurch auch Futter für die älteren Egli-Jahrgänge», sagt Kugler. So sei momentan ausreichend Nahrung verfügbar.

Ein weiterer Faktor, der das Wachstum der Egli erklären könnte, sei der Stichling. «Dieser kleine Fisch war im Bodensee ursprünglich nicht heimisch, macht seit dem explosionsartigen Anstieg 2013 aber mittlerweile etwa 90 Prozent aller Fische im See aus.» Kugler vermutet, dass heimische Raubfische – zu denen der Egli zählt – gelernt haben könnten, sich mit dem stacheligen Stichling als zusätzliche Nahrungsquelle zu arrangieren.

Zweitwichtigster Bodenseefisch

Der Egli ist nach dem Felchen der zweitwichtigste Fisch für die Berufsfischer, sagt Kugler. Er werde im ganzen Bodensee und hauptsächlich in Ufernähe mit Bodennetzen gefangen.

Was die Zukunft bringt und ob die Eglifänge weiterhin ansteigen, darüber sind sich Fischer und Fischexperte einig; man weiss es nicht. «Die Menge, die wir aus dem See holen, kann sich schnell wieder ändern», schätzt Görtz. «Es wäre momentan Kaffeesatzleserei, Prognosen für die nächsten Jahre anzustellen», sagt Kugler. In diesem Jahr dürften die Eglifänge aber sicher noch eine Weile gut ausfallen, mutmasst er. «Noch hat es viele im See.»

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