Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der älteste Gossauer hat an seinem 103. Geburtstag noch ein Ziel: «Ich will ohne Umwege in den Himmel, wenn es an der Zeit ist»

Lidio De Martin ist der älteste Gossauer. Am Dienstag feierte er seinen 103. Geburtstag und erhielt Besuch vom Stadtpräsidenten. Mit über einem Jahrhundert auf dem Rücken ist er noch gut in Form.
Yann Lengacher
Lidio De Martin kann sich an seinem 103. Geburtstag mit Stadtpräsident Wolfgang Giella auch auf Italienisch unterhalten. (Bild: Benjamin Manser)

Lidio De Martin kann sich an seinem 103. Geburtstag mit Stadtpräsident Wolfgang Giella auch auf Italienisch unterhalten. (Bild: Benjamin Manser)

«Der Herr Giella möchte eben auch so alt werden», sagt die Schwiegertochter von Lidio De Martin mit einem Augenzwinkern. Dieser sagt dann nicht minder humorvoll zum Gossauer Stadtpräsidenten: «Das wird schwierig, wenn sie noch lange auf ihrem Stuhl sitzen müssen.»

Der Humor ist Lidio De Martin auch an seinem 103. Geburtstag nicht abhanden gekommen. Am Dienstagnachmittag feiert er mit Verwandten und Bekannten das neue Lebensjahr im Casa Solaris. Weil er der älteste Gossauer ist, schaut auch Stadtpräsident Wolfgang Giella vorbei. De Martin, der ursprünglich aus Italien kommt, versteht sich schnell mit dem Stadtpräsidenten, die beiden wechseln einige Worte auf Italienisch, diskutieren zum Beispiel übers Südtirol.

Dass De Martin an seinem 103. Geburtstag noch so fit ist, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Bis vor einem Jahr lebte er noch im eigenen Haus an der Mooswiesstrasse. Dann erlitt De Martin aber einen Hirnschlag. Diesen habe er sehr gut überstanden, wie sein Sohn Vito De Martin sagt. Vor drei Monaten trotzte er dann dem grauen Star. Der Sohn erzählt:

«Er sagte mir schon, ich solle das ‹Tagblatt› abbestellen, weil er nicht mehr lesen könne, aber nach seiner Operation hielt er das dann nicht mehr für nötig.»

Den Grund für seine gute Gesundheit findet Lidio De Martin nicht nur in seinem Humor, sondern auch in seinem Fleiss. «Ich habe mein ganzes Leben für die Familie gearbeitet», sagt er. So habe er gleich nach der Pension wieder eine Beschäftigung gesucht, die er dann bei einer Gossauer Farbenfabrik fand. Da sei es ihm doch noch zugute gekommen, dass ihm der Vater mit 15 Jahren, also 1931, das Malen beigebracht habe.

Eine Pflegerin gratuliert Lidio De Martin. (Bild: Benjamin Manser)

Eine Pflegerin gratuliert Lidio De Martin. (Bild: Benjamin Manser)

Später am Nachmittag versammelt sich das Personal des Pflegeheims und singt für seinen ältesten Bewohner, auf Italienisch und Deutsch. Nach etwa einer Stunde verabschiedet sich Wolfgang Giella von seinem ältesten Bürger: «Herr De Martin, nächstes Jahr am gleichen Tag wieder zur gleichen Zeit?»

Ratschläge für Junge und noch ein Ziel im Leben

Gefragt, was für einen Ratschlag er Jungen auf ihren Lebensweg mitgeben würde, antwortet De Martin schnell:

«Erstens: immer früh aufstehen. Zweitens: zäh sein.»

Daran habe er sich immer gehalten. Ein Ziel hat De Martin noch in seinem Leben. «Ich will ohne Umwege in den Himmel, wenn es an der Zeit ist. Da oben haben sie schon einen Platz reserviert.» Er möchte ohne Leiden gehen können.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.